Marktkommentar: Wall Street in Wartehaltung

XTB: An der Wall Street war der Dienstag wenig spektakulär, da der Nachrichtenfluss den Anlegern weder einen Grund für eine Fortsetzung der Rallye noch für einen Ausbau der vortätigen Verluste bot. Am Nachmittag sorgte der ISM-Index zum nicht-verarbeitenden Gewerbe aus den USA zwar für eine positive Überraschung, da er mit 57,3 Punkten die Erwartungen deutlich übertraf und auf ein 3-Monatshoch anstieg, allerdings waren die Marktreaktionen überschaubar und brachten keine größeren Bewegungen mit sich. Alle drei großen US-Aktienindizes schlossen den Handelstag flach.

Während der Asien-Sitzung vom Mittwoch wurden daraufhin die asiatischen Aktien gemischt gehandelt.

Die unabhängige Research-Firma Sundial Capital Research berichtete, dass seit der Anfang 2019 begonnenen Rallye der Anteil der im Shanghai Composite gelisteten Aktien über der 200-Tage-Linie von 20% auf mehr als 70% gestiegen sei. Kurzfristig könnte dies auf eine Erschöpfung hindeuten, langfristig aber womöglich das Anlegervertrauen stärken.

In den vergangenen 17 Jahren war die oben genannte Situation insgesamt sechs Mal zu beobachten, und jedes Mal wies der Markt in den darauffolgenden ein bis zwei Monaten eine negative Performance auf.

 


 

Insgesamt herrscht an den weltweiten Aktienmärkten, insbesondere in den USA, Uneinigkeit darüber, wie die bisherige Jahresrallye in den Gesamtkontext einzuordnen ist. Die Interpretationen reichen von der Wiederaufnahme des langfristigen Aufwärtstrends mit kurzfristigem Potenzial neuer Allzeithochs bis zur Auffassung, dass der Anstieg nur eine Korrektur innerhalb des Bärenmarktes ist.

Grundsätzlich wären im bereits sehr lang anhaltenden Konjunkturzyklus weitere Anstiege möglich, solange der Handelsstreit zwischen den USA und China beigelegt wird und ein handfester Deal zustandekommt. Und solange die Realzinsen attraktiv bleiben und die Fed ihre Zinspause vorerst fortsetzt, könnte dies die Risikobereitschaft ebenfalls positiv beeinflussen.

Andererseits wäre es vernünftig die Erwartungshaltung hinsichtlich des bisherigen Wachstumstempos herunterzuschrauben, denn einige technische Indikatoren deuten auf eine bereits fortgeschrittene Trendphase innerhalb der Rallye hin. Die Korrekturanfälligkeit ist damit erhöht und ein jetziger Einstieg scheint möglicherweise nicht der Beste zu sein.

Ein überwinden der lokalen Hochs würde diese Sorge jedoch ausräumen.

Was das Thema „Bärenmarkt“ betrifft, so ist der gestrige Beitrag von MarketWatch-Kolumnist Mark Hulbert hervorzuheben, der auf die historischen Parallelen zu den Bärenmärkten von 2000 bis 2002 sowie von 2007 bis 2009 aufmerksam machte und insbesondere auf die 45%ige Rallye innerhalb des übergeordneten Abwärtstrends beim technologielastigen NADAQ nach der Dotcom-Blase hinweist. Ob sich die Geschichte wiederholt kann man nicht mit Sicherheit sagen, fest steht jedoch, dass die Anleger weltweit Richtung Ende Februar extrem vorsichtig geworden sind.

 


 

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier versucht in Deutschland eine Diskussion über staatliche Eingriffe anzustoßen und fordert, dass der Staat „in sehr wichtigen Fällen“ über kurze Zeiträume Firmenanteile erwerben kann, um dem Trend der ins Ausland abwandernden Schlüsseltechnologien entgegenzuwirken.

Eine Einmischung über das Gestalten und Gewährleisten der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hinaus dürften Ökonomen kritisch gegenüber stehen.

„Der Staat ist nicht der bessere Unternehmer, und er ist auch nicht der bessere Investor” sagte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayr. Der deutsche Leitindex konnte sich gestern von den zu Beginn der Woche realisierten Verlusten etwas erholen und verbuchte am Dienstag einen Anstieg von mehr als 70 Punkten. Kurzfristig wird die Käuferseite mit einigen lokalen Widerstandsbereichen konfrontiert, so dass diese in der Bringschuld stehen.

Für neue Jahreshochs müsste sich allerdings das allgemeine Stimmungsbild an den globalen Aktienmärkten wieder verbessern, ansonsten könnte der DE30 mit weiterem Abwärtsdruck konfrontiert werden.


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