Marktlage: Ein neues Sommerhoch?

XTB: USA: Kein Ereignis, kein Konjunkturindikator, kein Wort über die zukünftige Zinsentwicklung und auch kein noch so gutes beziehungsweise schlechtes Unternehmensergebnis war in der vergangenen Handelswoche mächtig genug, um die US-amerikanischen Anleger aus ihrer Reserve zu locken. Und so setzte sich auch am vergangenen Freitag das derzeit statische, schwunglose Szenario an der Wall Street fort. Wie unentschlossen die Stimmung ist, drückt sich im leichten Kursrücksetzer beim Dow Jones und dem gleichzeigen Alltime-High im marktbreiten Standard & Poor‘s 500 aus. Der Leitindex verabschiedete sich mit einem moderaten Abschlag von 0,13% und 18.432,24 Zählern ins Wochenende, der diversifizierte S&P 500 mit einem ähnlichen Plus von 0,16% und der bisherigen Rekordnotierung von 2.173,60 Punkten.


Dabei belastete die im Frühjahr eher schwache US-Wirtschaft das Börsenbarometer weit weniger als die niedrigen Ölpreise, die beim Branchenprimus Exxon Mobil tiefe Spuren in die Bilanz gegraben hatten und den Aktienkurs über 1,3% drückten. Weil die Enttäuschung über das nur um 1,2% statt der erwarteten 2,5% angestiegenen Bruttoinlandsprodukts nicht lange währte, drehte der Markt zum Handelsschluss nach oben und bescherte dem S&P-500 Index den fünfte Gewinnmonat in Folge. Vergessen dabei war auch die von vielen Marktteilnehmern als nicht umfassend genug eingeschätzte Lockerung der japanischen Geldpolitik. Auch für den technologieorientierten Nasdaq ging es weiter nach oben.

 

Nach einem Plus von 0,19% startet dieser Index – beflügelt von den guten Quartalszahlen von Amazon und Google-Mutter Alphabet – nunmehr mit einer Notierung von 4.730,23 Punkten in die neue Handelswoche. Ein positives Signal ging nach längerer Zeit auch wieder vom Umsatz aus: Nach 875 Millionen gehandelter Aktien am vergangenen Donnerstag gingen in der letzten Börsensitzung der Woche insgesamt 1.197 Millionen Papiere über den Counter der Händler. Den insgesamt 1.916 Kursgewinnern standen dabei 1.141 Kursverlierer gegenüber. Unverändert beendeten insgesamt 83 Titel die Woche. Weil am heutigen Montag weder bedeutende Konjunkturdaten noch Index-relevante Unternehmensberichte veröffentlicht werden, rechnen Marktteilnehmer zum Börsenauftakt an der Wall Street mit einem weiterhin zurückhaltenden Kaufverhalten.

Asien: Mit durchweg freundlichen Notierungen sind die Börsen in Fernost in die neue Handelswoche gestartet. Hier war die Hoffnung, dass die US-amerikanische Notenbank vorerst nicht an der Zinsspirale drehen wird, der Aktienmärkte bester Freund. Zwar keimten anfänglich Befürchtungen auf, dass die dortigen Währungshüter in Anbetracht des enttäuschenden Bruttosozialprodukts durchaus das derzeitige Zinsniveau kurzfristig anheben könnten, doch letztlich setzte sich die Überzeugung durch, dass die Fed auch im September alles beim Status quo belassen wird. So konnte sich in Tokio der Nikkei-225 von seinen Kursrückschlägen zum Sitzungsbeginn wieder erholen und ins Plus drehen.

Am Ende des Handelstages steht somit ein moderater Aufpreis von 0,24% und ein Schlusskurs von 16.608,44 in den Büchern, auch weil die Marktteilnehmer jetzt erwarten, dass Ministerpräsident Shinzo Abe bereits am morgigen Dienstag ein neues Konjunkturprogramm bekannt geben wird – mit einem Volumen von 28 Billionen Yen. In Schanghai drückte ein wider den Erwartungen schwacher Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe auf die Notierungen. Der Shanghai-Composite büßte fast 1,5% ein und rutschte auf 2.934,99 Zähler ab. In Hongkong wiederum legte der Hang-Seng-Index indes auf Grund von Zinserwartungen an die Bank of England, die Bank of Thailand und die Reserve Bank of Australia in den kommenden Tagen ein Plus von 1,29% aufs Parkett und beendete den ersten Handelstag der Woche mit einem Zählerstand von 22.173,76 Punkten.

DAX: Auch wenn die am vergangenen Freitag nach Handelsschluss veröffentlichten Daten des jüngsten Stresstests von der Bankenaufsicht EBA allgemein als widerstandsfähig gelobt werden – wie sie sich aus Investoren-Sicht darstellen, wird die neue Börsenwoche zeigen. Unter deren besonderer Beobachtung stehen dabei die Titel von Deutsche Bank und Commerzbank, die zwar den Sprung über die von Analysten angesetzte Mindestgröße von 7 Prozent schafften, im Vergleich mit den meisten anderen Banken allerdings deutlich hinter her hinken.

Da beide im DAX gelistet sind und schon in der Vorwoche eher Bremse denn Kurshelfer waren, könnten sie zum heutigen Handelsbeginn abermals "Zünglein an der Waage" in der weiteren Kursentwicklung spielen. Das deutsche Börsenbarometer hatte in seiner letzten Sitzung nochmals 0,6% zugelegt auf nunmehr 10.337,50 Zähler, musste allerdings auf Grund des enttäuschenden Bruttosozialprodukts in den Vereinigten Staaten einiges von seinem Tageshöchstkurs einbüßen. Auf Wochensicht konnte der Index den ausgebliebenen Impulsen von US-amerikanischer und japanischer Notenbank trotzen und dank zahlreicher positiver Unternehmensergebnisse insgesamt knapp 2% an Boden gut machen und dabei auch durch das Brexit-Votum verloren gegangenes Terrain zurück erobern.

 

Die gesamte Juli-Bilanz stellt sich zudem als die erfolgreichste seit Oktober 2015 dar: Das Plus von total 6,8% stellt viele Brexit-Befürchtungen in den Schatten und lässt sogar die Stimmen verstummen, die den Juli als Sommerflaute-Monat gebrandmarkt hatten. Zur Markteröffnung rechnet die Mehrzahl der Händler mit weiterhin festen Kursen und im weiteren Sitzungsverlauf sogar mit einem Test der Widerstandszone bei 10.486 Zählern, entsprechend dem bisherigen Jahreshoch.

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