Mega-IPO der Ant Group – Chinas Variante der Volksaktie

CMC Markets: Der mit Spannung erwartete weltgrößte Börsengang des chinesischen Fintechs Ant Group soll am Donnerstag mehr als 34 Milliarden US-Dollar erlösen und damit den Betreiber des Bezahldienstleisters Alipay mit über 320 Milliarden Dollar bewerten.

Damit würde das IPO sowohl die 25 Milliarden Dollar in den Schatten stellen, die 2014 von der ehemaligen Muttergesellschaft Alibaba am Börsenparkett erlöst wurden als auch die 29,4 Milliarden Dollar, die Saudi Aramco vergangenes Jahr im Rahmen des bisher größten Börsengangs aller Zeiten eingenommen hat.

Das Besondere an diesem Börsengang ist aber nicht allein die Größe, sondern auch der Hype, der in Asien dadurch ausgelöst wurde. Investmentbanken und Broker verzeichnen Rekordanfragen nach den Ant-Aktien. Bereits jetzt und damit drei Tage vor dem geplanten Handelsstart ist der Börsengang fast 300-fach überzeichnet. Ant bietet insgesamt nur 41,8 Millionen H-Aktien zu 80 Hongkong-Dollar je Stück für Privatanleger in Hongkong an.

 


 

Staatlich verordneter Run auf die Aktien
Um zu den schwindelerregenden Zahlen zu gelangen, überhäufen lokale Banken potenzielle Anleger mit Krediten, nur um sicherzustellen, dass die Aktien nach der Eröffnung des Handels in die Höhe schnellen.

Hongkongs Banken und Makler bieten interessierten Anlegern Margenkredite von fast 300 Milliarden Hongkong-Dollar (umgerechnet rund 39 Milliarden US-Dollar) an, mit denen sie sich in den Börsengang einkaufen können. Es droht eine gefährliche Blase.

Man erinnert sich hierzulande nur ungern an den Börsengang der Volksaktie Deutsche Telekom zur Jahrtausendwende. Zahlen und Größenordnung sind trotz des massiven Erfolgs von Ant absoluter Wahnsinn.

Da das IPO bereits massiv überzeichnet ist, wird der Aktienkurs aller Voraussicht nach am ersten Handelstag durch die Decke gehen. Und das ist genauso gewollt – dieser Börsengang nichts anderes ist als ein von der Regierung beauftragter Volks-IPO.

Mehr als nur ein Zahlungsabwickler
Neben diesem „staatlich verordneten“ Run auf die Aktien kann aber auch durchaus das Geschäftsmodell der Ant Group, deren Großaktionär kein geringerer als der Multimilliardär und Alibaba-Gründer Jack Ma ist, durchaus als Begründung für das starke Interesse der Investoren an den Unternehmensanteilen herhalten.

Die Ant Group ist mehr als nur ein Unternehmen mit dem eher margenschwachen Geschäft für Zahlungsabwicklungen. Kunden können mit der App auch Kredite beantragen, in Fonds investieren und Versicherungen abschließen. Hier wird also nicht nur mit den Transaktionen, sondern auch mit den gesammelten Daten sehr viel schnelles Geld verdient.

Mit Alipay hat man das heißeste Unternehmen unter seinen Fittichen. Und das IPO so kurz nach der Präsidentschaftswahl in den USA hat auch einen besonderen politischen Reiz: Er soll Chinas Überlegenheit gegenüber den USA symbolisieren.

Nebenbei bemerkt wird Ant in Shanghai unter dem Ticker-Symbol 688688 und in Hongkong unter 6688 gehandelt, ganz im Sinne von Jack Ma’s Vorliebe für die Zahl Acht, die mit Reichtum in China assoziiert wird. Ma’s Alibaba Group übrigens hat in Hongkong das Ticker-Symbol 9988.

Disclaimer & Risikohinweis

73% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter.

CFDs sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge in der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge