Sind Aktien generell zu hoch bewertet?

DWS InvestmentsHaben sich die Börsen von der Realwirtschaft abgekoppelt, beispielsweise die Technologiewerte? Nein, meint Andre Köttner, Co-Leiter Aktien bei der DWS und Fondsmanager des global anlegenden Aktienfonds DWS Akkumula, der unlängst seinen 60. Geburtstag feierte.

Eine generelle Technologieblase sieht er nicht. „Die Branche ist sehr heterogen“, so Köttner.

Natürlich gebe es Unternehmen, die derzeit mit dem 30- bis 40-Fachen ihres Umsatzes gehandelt würden und die es wohl nicht schaffen werden, die hochgesteckten Erwartungen zu erfüllen.

Andererseits gebe es große Unternehmen mit einer monopolartigen Stellung und hohen Cash-Flows, deren Bewertungen durchaus noch greifbar sind.

Klar ist aber auch:

Die Einschätzung der Bewertung von Aktien hängt stark von der Höhe der realen Renditen ab.

Seit Mitte der 2010er Jahre zeigt sich eine deutliche negative Korrelation zwischen Realrenditen und der Aktienbewertung: sinkende reale Renditen trieben die Bewertungen von Aktien, speziell von Technologieaktien, in die Höhe.

Daran dürfte sich grundsätzlich erst einmal nichts ändern. Zumindest so lange nicht, so lange die Zentralbanken bei ihrer lockeren Geldpolitik bleiben. Viel Kurspotenzial sieht die DWS bei dem derzeitigen Kursniveau dennoch nicht, zumindest nicht auf Index-Level.

 

Technologiewerte und europäische Nebenwerte aussichtsreich

Aussichtsreich erscheinen derzeit neben Technologiewerten, die mit der Qualität ihres Wachstums überzeugen können, europäische Nebenwerte sowie einzelne zyklische Subsektoren wie Autos und Minenwerte.

 


 

Aktien USA

Wirtschaftliche Erholung und Kursdynamik dürften Zenit erreicht haben

  • Während die Erholungsdynamik am Arbeitsmarkt noch zunimmt, dürfte die Wirtschaft den Höhepunkt der Wachstumsdynamik im zweiten Quartal überschritten haben.
  • Der Leitindex S&P 500 hat ein fulminantes erstes Halbjahr hingelegt, die Bewertungen sind äußerst ambitioniert.
  • Dass die Kurse sich im zweiten Halbjahr weiter derart positiv entwickeln, scheint unwahrscheinlich.

 

Aktien Deutschland

Kurspotenzial wohl weitgehend ausgereizt

  • Die deutsche Wirtschaft ist weiter auf Erholungskurs. Einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren, der ifo Index, hat sich im Juni erneut verbessert, von 99,2 auf 101,8 Punkte.
  • Der Leitindex Dax kam in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf eine Wertentwicklung von gut 13 Prozent.
  • Die DWS sieht momentan wenig Aufwärtspotenzial auf Indexebene. Ausgewählte Nebenwerte dürften aussichtsreicher sein als Standardtitel.

 

Aktien Eurozone

Starkes Wirtschaftswachstum – Dividenden dürften im zweiten Halbjahr die Haupt-Renditebringer sein

  • Der Impffortschritt macht sich in der Wirtschaft immer stärker bemerkbar. Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone signalisiert eine Wachstum der Wirtschaft wie schon seit 15 Jahren nicht mehr.
  • Der Euro Stoxx 50 gehörte im ersten Halbjahr 2021 zu den Top-Performern unter den Aktienmärkten.
  • Die Chancen auf deutliche Kurssteigerungen im zweiten Halbjahr dürften begrenzt, Dividenden die Hauptrenditebringer sein.

 

Aktien Schwellenländer

Größtes Kurspotenzial in asiatischen Schwellenländern

  • Die Aktienmärkte der Schwellenländer, insbesondere die asiatischen, konnten im ersten Halbjahr nicht mit der Wertentwicklung der Industrieländer mithalten.
  • Für die DWS bleiben asiatische Schwellenländer für das zweite Halbjahr dennoch die bevorzugte Anlageregion mit den höchsten Renditechancen.
  • Für die Region sprechen ein erwartetes Gewinnwachstum von 40 Prozent, solide Unternehmensbilanzen, kauffreudigen Konsumenten und überproportional viele aussichtsreiche Technologieunternehmen.

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