Starke Lira-Aufwertung nach Zinserhöhung

  • Türkische Zentralbank erhöht Repo-Satz deutlich stärker als erwartet
  • Andere Zinssätze wurden ebenfalls angehoben, weitere Verschärfungen angekündigt
  • USDTRY fällt Richtung entscheidender Unterstützung

XTB:  Die Erwartungen vor dem heutigen Treffen waren sehr unterschiedlich, daher sollte eine schnelle Aufwärtsbewegung der Lira nicht überraschen. Die Zentralbank hat beschlossen, alle verfügbaren Zinssätze zu erhöhen, indem sie gemäß ihrer vorherigen Stellungnahme (nahezu) die Abweichung vom Repo-Satz einhält. Die Türkische Lira stieg auf breiter Front und erreichte ein Schlüsselniveau gegenüber dem US-Dollar.

Positive Realzinsen sind ein wichtiger Faktor für die TRY
Lassen Sie uns daran erinnern, dass die CBRT beschlossen hat, ihren geldpolitischen Rahmen zu vereinfachen, indem sie den Repo-Satz zu seinem offiziellen Leitzins macht. Gleichzeitig wurde sichergestellt, dass ein Zinskorridor von 300 Basispunkten erreicht wird. Nach der heutigen Sitzung sehen die Zinssätze wie folgt aus:

  • One-week report rate: 17,75% (zuvor 16,5%)
  • Overnight borrowing rate: 16,25% (15%)
  • Overnight lending rate: 19,25% (18%)
  • Late liquidity lending rate: 20,75% (19,5%)

Diese Zinserhöhungen erfolgten, nachdem die Zentralbank vor zwei Wochen eine Notfall-Zinsanhebung vorgenommen hatte, um den Einbruch der Lira und die stetig steigende Inflation einzudämmen.

Zur Zeit sind die Realzinsen in der Türkei wieder über Null, was der TRY Erleichterung brachte und die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich zog. Historisch gesehen waren in der Türkei deutlich positive Realzinsen erforderlich, um die Inflation zu drücken.

Auf der anderen Seite gibt es einige Risiken am Horizont, die nicht ausgelassen werden können.
 

Parlamentswahl gehört zu den Hauptrisiken der Lira
Das Hauptrisiko ist natürlich die am 24. Juni stattfindende Parlamentswahl. Die jüngsten Umfragen legen nahe, dass die AKP keine größeren Schwierigkeiten haben sollte, einen Sieg zu erzielen, wenngleich die Dinge im Falle einer Präsidentschaftswahl etwas anders aussehen. Recep Erdogan sollte voraussichtlich die erste Runde gewinnen, wird wahrscheinlich aber keine ausreichende Mehrheit erreichen, was eine Stichwahl bedeuten würde.

Bei einer zweite Runde (das derzeit wahrscheinlichste Szenario) könnte Erdogan jedoch Schwierigkeiten bekommen. Umfragen deuten darauf hin, dass Meral Aksener, die in der Vergangenheit als Innenministerin tätig war, ein ernstzunehmendes Hindernis für Erdogan darstellen könnte.

Ein politisches Chaos sowie Unsicherheiten hinsichtlich der geldpolitischen Unabhängigkeit würde die Investoren allerdings beunruhigen.
Die Zentralbank kündigte an bei Bedarf ihre Geldpolitik zu verschärfen
Kehren wir am Ende zur Stellungnahme zurück, die zusammen mit dem Zinsentscheid veröffentlicht wurde, in der die Zentralbank betont, dass Kostenfaktoren der Haupttreiber des jüngsten Inflationsanstiegs sind.

Die Zentralbank weist auch darauf hin, dass die Inlandsnachfrage einen moderateren Kurs aufweist, auch wenn ein hohes Inflationsniveau zusammen mit stark verankerten Inflationserwartungen Risiken für das Preisverhalten birgt. Des Weiteren sei die Zentralbank bereit, bei einer weiteren Verschärfung nicht zu zögern, zumindest wenn dies erforderlich sei. Hierbei versprach sie alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu nutzen, um ihr Preisstabilitätsziel zu erreichen.

Auch wenn es einige Zeit dauern könnte, bis die Inflation auf das gewünschte Niveau zurückkehrt, ist die heutige Entscheidung ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.

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