Was erwartet man von dem OPEC+ Treffen?

Bernstein Bank: Der Ölmarkt befindet sich seit nunmehr sechs Monaten in einer ungewöhnlich engen Handelsspanne. Unterdessen nähert sich ein Ereignis, das das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage und damit den Wert des schwarzen Goldes dramatisch verändern könnte. Wir sprechen über das bevorstehende Treffen der OPEC+-Mitgliedsländer. Es soll vom 30. November bis zum 1. Dezember stattfinden.

OIL.WTI

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Die Teilnehmer werden über das Niveau der Fördermengenreduzierung nach Dezember 2020 diskutieren. Bis heute haben das Kartell und seine Beitrittsländer die Produktion um 7,7 Millionen Barrel pro Tag reduziert. Mit der aktuellen Vereinbarung wird diese jedoch ab Januar 2021 auf 5,7 Millionen Barrel pro Tag reduziert. Dies ist bereits im Futurespreis für das erste Quartal 2021 enthalten.

Vorverhandlungen des Technischen Ausschusses, der am Montag zusammentrat, führten jedoch zu einer Empfehlung, die Produktionssteigerung um 1-2 Quartale zu verschieben. Der Grund dafür ist eine zweite Welle von Coronavirus-Infektionen und ein starker Anstieg der libyschen Ölproduktion. Dies könnte natürlich kurzfristig die Notierungen des schwarzen Goldes stützen. Aber es gibt noch keine offiziellen Erklärungen, und alles zirkuliert inmitten von Gerüchten.

 


 

Und noch etwas! Es gibt auch viel wichtigere Gerüchte. Die VAE erwägen den Ausstieg aus dem OPEC+-Geschäft. Der Grund dafür sind Meinungsverschiedenheiten mit Saudi-Arabien und Russland (den Ländern, die ihre Ölförderung auf das Maximum reduziert haben) über die Quotenverteilung.

Quellen zufolge äußerte der Energieminister der VAE in einer geschlossenen Sitzung der OPEC+ am Dienstag folgende Meinung. Es wird verlangt, dass alle an der Transaktion beteiligten Parteien ihre früheren Verpflichtungen zur vollständigen Reduzierung der Ölförderung erfüllen. Erst dann sollte das aktuelle Abkommen geändert oder verlängert werden. Es ist kein Geheimnis, dass mindestens die Hälfte der OPEC+-Länder sich der Überschreitung der vereinbarten Ölfördermengen schuldig gemacht hat.

All dies wird überlagert durch neue Daten aus Cushing, wo die Öllager bereits zu 81% gefüllt sind, was nur 3 Millionen Barrel unter den Spitzenwerten im Frühjahr liegt.

All dies zeigt, dass die Volatilität, die in den letzten Monaten deutlich abgenommen hat, jederzeit explodieren könnte, was die enormen Preisausschläge zeigt, die wir in diesem Frühjahr erlebt haben.

Was erwartet uns heute?

09.30 Konjunkturindex für das deutsche Verarbeitende Gewerbe für November
10.00 EU-Geschäftsindex des produktiven Sektors für November
10.30 UK Service Business Activity Index für November
15.45 US Manufacturing PMI für November

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