XTB: Die Märkte bauen den Druck auf die FED weiter aus

Alles sah nach einem ruhigen Handelstag im Börsensommer aus. Der DAX hielt sich tagsüber unter der Marke von 6.600 Punkten bei geringen Umsätzen. Gegen drei Uhr nachmittags war es dann soweit. Der deutsche Leitindex setzte zu einer fulminanten Aufholjagd an, die ihn bis auf 6.684 Punkte trug – ein Plus von 1,6 %. Gegen 10 Uhr vormittags liegt er sogar über 6.700 Punkten.

 

Begründungen aus den Medien für den jüngsten Kursanstieg reichen von Umschichtungen aus renditeschwachen Anleihen in Aktien bis zu positiven Impulsen von den US-Börsen. Mit renditeschwachen Anleihen sind Bonds von „sicheren“ Schuldnern, wie zum Beispiel Deutschland gemeint. Gestern gab es tatsächlich im kurz- bis mittelfristigen Bereich negative Renditen zu beobachten. Allerdings erreichte zur gleichen Zeit der richtungsweisende 10-jährige Bund-Future neue Höchststände. Die Nachfrage nach deutschen Schuldverschreibungen ist nach wie vor ungebrochen. Dieses Argument kann also nicht ausreichen, um die letzten beiden Handelsstunden am gestrigen Tag zu erklären.

 

Auch die guten Impulse aus den USA sollten einmal überdacht werden. Zunächst wurde gestern das Beige Book veröffentlicht in dem von einem mäßigen bis moderaten Wachstum in den USA ausgegangen wird. Gründe sind der stagnierende Arbeitsmarkt und der private Konsum. Die gestern überraschend gestiegene Zahl der Baubeginne reichen nicht aus, um das Bild zum Positiven hin zu verändern. Bleiben noch die Quartalsergebnisse der US-Konzerne. Fast alle konnten positiv überraschen, was daran gemessen wird, ob die Zahlen über den Erwartungen der Analysten liegen. Da aber im Vorfeld der Berichtssaison fast alle Analysten ihre Prognosen zusammengestrichen haben, was positive Überraschungen natürlich wahrscheinlicher macht, sollten diese Impulse kritisch hinterfragt werden. Erste Hinweise darauf, dass die erlahmende Weltkonjunktur ihre Spuren in den Büchern der Unternehmen hinterlassen hat, lassen sich bereits erkennen.

 

Der Mosaikstein der noch fehlt, um die jüngsten Kursaufschläge an den internationalen Märkten zu erklären, ist der Druck, den die Märkte auf die Notenbanken aufbauen wollen jetzt endlich die nächsten geldpolitischen Maßnahmen aufzulegen. Vor allem die FED, die angekündigt hat bei einer weiteren wirtschaftlichen Verlangsamung einzuschreiten, steht im Fokus der Anleger. Die Märkte antizipieren gerade zwei Dinge: Erstens eine weitere Verschlechterung der Weltwirtschaft, die die Notenbanken zum Handeln zwingen wird und zweitens die Kurssteigerungen, die unmittelbar nach der Ankündigung solcher Programme folgen. Die Märkte ahnen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es soweit ist und deshalb positionieren sie sich schon entsprechend. Das erklärt, warum die Aktienindizes steigen, der Dollar gegen den Euro fällt und Öl gegen die fundamentalen Aussichten seit Tagen steigt.

 

Pikant an dieser Situation ist, dass man auf eine einzelne Entscheidung spekuliert und sich gegen die Fundamentaldaten positioniert. Das alles fand bei geringen Umsätzen statt. Längst nicht alle Anleger wollten auf die FED spekulieren. Der nächste Prüfstein für oder gegen weitere geldpolitische Maßnahmen folgt heute Nachmittag mit den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe, der als zentrale Entscheidungsgrundlage der FED für weitere Maßnahmen gilt. Kommt es überraschend zu einer Aufhellung der Lage könnte das Luftschloss schnell in sich zusammenfallen.

 

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.

von Nikolaus Mauder

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