Total-Return- und Absolute-Return-Fonds

Absolut überzeugende Rendite ist Mangelware

„Total Return“ oder „Absolute Return“: Genau auf den Nerv der Anleger zielen Investmentfonds, die sich diese Marke ans Revers heften. Versprechen sie doch nicht weniger als die Quadratur des Kreises: nämlich unabhängig von der jeweiligen Lage an den Finanzmärkten konstant positive Erträge zu erwirtschaften. Und dies auf einem Niveau, das über den Renditen sicherer Festgeldanlagen und Tagesgeldkonten liegt.

Den Kern des Investments bilden dabei in aller Regel risikoarme Zinsanlagen, die je nach Markteinschätzung der Fondsmanager mit besonders kurz- oder langfristigen Anleihen, Aktien oder Derivaten ergänzt werden. Diese Kombination soll sowohl bei steigenden als auch fallenden Marktzinsen stabile Erträge auf einem attraktiven Niveau sichern – und das möglichst stark abgekoppelt von den Schwankungen des Aktienmarktes. „Ziel ist eine jährliche Durchschnittsrendite in Höhe des 3-Monats-Marktzinses plus 1,5 Prozentpunkte“, schreibt beispielsweise eine große Investmentgesellschaft in ihrem Fondsprospekt.

Doch eine Garantie dafür, dass die Fondsmanager die hoch gesteckten Ziele erreichen, gibt es nicht. Wie der Blick in die aktuellen Statistiken zeigt, müssen Anleger auch bei Total-Return-Fonds mit bösen Überraschungen rechnen: So erlitten einige dieser Produkte im Zuge der Finanzkrise Verluste im zweistelligen Prozentbereich und auch in der Folgezeit konnte die Fondsgattung kaum glänzen. Die Fondsanalyse-Agentur Morningstar wies am 25. Januar 2011 in ihrer Statistik 81 Fonds mit Absolute- oder Total-Return-Strategie aus, die Euro-Anlagen als Anlageschwerpunkt angeben und seit mindestens fünf Jahren am Markt sind. Nur zehn Fonds erzielten innerhalb des Fünf-Jahres-Zeitraums eine jährliche Durchschnittsrendite von mehr als 3 Prozent. 29 Fonds kamen jedoch nur auf eine Jahresrendite von weniger als 1 Prozent oder verzeichneten sogar einen Verlust.

Die Ursache dafür liegt nicht allein im wenig erfolgreichen Management. Auch die Kosten der Produkte zehren gerade in Zeiten niedriger Zinsen gewaltig an der Rendite. Rund ein Drittel der bei Morningstar gelisteten Fonds gibt eine jährliche Gesamtkostenquote von 1,6 Prozent oder mehr an – das liegt deutlich höher als die durchschnittliche Gebührenbelastung klassischer Rentenfonds.

Fazit: Die hoch gesteckten Ziele von Absolute-Return- oder Total-Return-Fonds bieten Anlegern keine Erfolgsgarantie. Und selbst wenn die Märkte gut laufen, ist es für die Fondsmanager schwer, überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen, weil die hohen Kosten als Rendite-Hemmschuh wirken. Oft ist deshalb ein gut verzinstes Tagesgeldkonto oder eine Sparanlage mit attraktiven Konditionen die bessere Alternative.

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