Interview mit Christine Romar, Head of Europe CMC Markets: Wie der CFD-Pionier mit Optionen, Zertifikaten und echten Aktien den deutschen Brokermarkt neu definieren will

David Ernsting, Broker-Test Chefredakteur, im Interview mit Christine Romar, Head of Europe CMC Markets, über 20 Jahre CFD-Pionierarbeit in Deutschland, den Launch von Optionen und Krypto-Zertifikaten auf der Next-Generation-Plattform und wie CMC Markets mit der Upvest-Partnerschaft den finalen Schritt zum vollwertigen Multi-Asset-Broker vollzieht.

 

Christine Romar, Head of Europe CMC Markets

Christine Romar, Head of Europe CMC Markets

CMC Markets ist ein Urgestein im deutschen Brokeragemarkt und bereits seit 2005 in Deutschland präsent. Wie hat sich das Geschäft seitdem entwickelt — und wo steht CMC heute im deutschen Markt?

Als wir 2005 in Deutschland gestartet sind, war der Markt ein vollkommen anderer. CMC Markets hat damals das CFD-Trading hierzulande aus der Taufe gehoben und salonfähig gemacht. Über die vergangenen zwei Jahrzehnte haben wir uns einen treuen Kundenstamm an aktiven Premium-Tradern aufgebaut, die unser Angebot, unsere Technologie und vor allem unseren Service schätzen.

Durch die richtigen Investitionen zur richtigen Zeit in unsere innovativen Handelsplattformen waren wir der Konkurrenz immer den berühmten Schritt voraus, was sich auch in unserer Geschäftsentwicklung widerspiegelt.

Jetzt bewegen wir uns gerade mit hohem Tempo weg vom reinen Nischenanbieter für Trading-Produktehin zu einem echten „One-Stop-Shop“ mit einem breiten Multi-Asset-Angebot für kurzfristige Trader und langfristige Investoren.

Sie selbst haben über 20 Jahre im strukturierten Produktgeschäft bei Citi, BNP Paribas und Vontobel verbracht. Wie bringen Sie diesen einzigartigen Erfahrungsschatz in die Arbeit bei CMC ein?

In meinen beruflichen Stationen habe ich die Welt der strukturierten Produkte aus Sicht der Großbanken von allen Seiten kennengelernt – von der Produktkonstruktion über das Risikomanagement bis zu den Bedürfnissen der deutschen Selbstentscheider. Der deutsche Zertifikatemarkt ist einer der liquidesten, aber auch anspruchsvollsten weltweit.

Bei CMC Markets kann ich diese Brücke perfekt schlagen: Ich weiß genau, was Trader von einer Plattform und von den Produkten erwarten – Schnelligkeit, faire Spreads und ein verlässliches Market Making.

Dieses Produkt-, aber auch regulatorische Know-how kombiniert mit der technologischen Schlagkraft von CMC, führt zu der aktuellen Dynamik.

Unser jüngster Einstieg in den Zertifikatemarkt zeigt genau das: Wir denken Produkte vom Kunden her und setzen sie schnell um, statt in starren Bankstrukturen zu verharren.

 

Neues Optionsangebot auf der Next-Generation-Plattform

Im April haben Sie Optionen auf Ihrer Next-Generation-Plattform gestartet. Was ist im Angebot – und für welche Anlegertypen ist das Angebot geeignet?

Wir bieten Call- und Put-Optionen innerhalb des CFD-Kontos auf die wichtigsten Indizes wie den DAX oder S&P 500, auf Rohstoff-ETFs wie Gold und Silber sowie direkt auf die US-Tech-Riesen, die „Magnificent Seven“ an. Das Ganze läuft komplett kommissionsfrei, die einzigen Kosten sind der Spread sowie – falls das gehandelte Instrument in einer anderen Währung als der Heimatwährung notiert – eine Währungsumrechnungsgebühr in Höhe von 0,5% des realisierten Gewinns oder Verlusts.

Mit „Fractional Options“ (Teiloptionen) kann auch eine Positionsgröße von nur einem Hundertstel einer Option (0,01 Kontrakte) gehandelt werden.

Das Angebot richtet sich an Trader, die nicht nur auf steigende oder fallende Kurse setzen, sondern auch in Seitwärtsphasen Rendite erzielen oder ihre bestehenden Depots kostengünstig absichern wollen. Es ist auch das perfekte Werkzeug für ein strategisches Risikomanagement.

 

Knapp zwei Monate nach dem Start: Wie nehmen Ihre Kunden das Optionsangebot an?

Auch wenn zwei Monate zu kurz sind, um wirklich eine Bilanz zu ziehen, kann ich sagen, dass wir mit der Resonanz unserer Kunden sehr zufrieden sind. Wir sehen zwei Trends: Zum einen nutzen erfahrene Trader, die Optionen früher über komplizierte oder ausländische Broker handeln mussten, jetzt den Komfort unserer integrierten Next-Generation-Plattform. Zum anderen sehen wir, dass sich Kunden mit den „Fractional Options“ vorsichtig an Optionsstrategien herantasten, ohne direkt große Summen riskieren zu müssen.

Hier setzen wir auch mit unserer Ausbildung an und haben gerade eine Webinar-Reihe zu diesem Thema entwickelt.

In drei Live-Sessions mit dem Trading-Coach René Berteit und unserem Marktexperten Andreas Lipkow liefern wir einen Einstieg in die Grundlagen, damit Kunden Optionen richtig verstehen und diese als zusätzliches Werkzeug in ihre Strategien einbauen können.

 

Einstieg in den Zertifikatemarkt

Vor ein paar Tagen ist CMC in den deutschen Zertifikatemarkt eingestiegen — mit Krypto als Einstiegssegment. Warum ausgerechnet Krypto, und was sind die nächsten Schritte?

Der Einstieg von CMC in den Markt für verbriefte Produkte ist ein Meilenstein. Warum Krypto zum Start?

Unser Anspruch ist es, bei aktuellen Markttrends immer die Ersten zu sein. Bitcoin & Co. interessieren die Anleger, aber viele wollen keine Krypto-Börsen nutzen oder Wallets verwalten. Sie wollen die Sicherheit und Einfachheit eines börsennotierten Wertpapiers im gewohnten Depot.

Wir haben Hebelprodukte auf sieben große Kryptowährungen und Tracker-Zertifikate auf 23 Coins emittiert – und das mit 0% Management-Gebühr, gelistet an der Börse Stuttgart im Segment Easy Euwax.

Die nächsten Schritte sind klar definiert: Das Krypto-Segment war erst der Anfang, wir werden in den kommenden Monaten das klassische Zertifikate- und Optionsschein-Portfolio auf Aktien und Indizes ausrollen, um langfristig einer der führenden Emittenten im deutschsprachigen Raum zu werden.

 

Der Weg zum Multi-Asset-Broker

Im April haben Sie eine Partnerschaft mit Upvest bekannt gegeben. Ab Herbst sollen Kunden darüber Aktien, ETFs und Fonds handeln können. Was genau ändert sich damit für Ihre Kunden?

Durch die Partnerschaft mit Upvest vollziehen wir den finalen Schritt zum vollwertigen Multi-Asset-Broker. Der Plan ist, dass ab Herbst unsere Kunden nicht mehr zwischen einem Trading-Konto für Derivate und einem Anlage-Depot bei einer klassischen Bank hin- und herwechseln müssen. Über die Investment-API von Upvest integrieren wir den echten Handel von Aktien, ETFs und Investmentfonds direkt in unsere Plattform.

Wer in Zukunft eine Nvidia-Aktie in Dollar oder einen DAX-Wert in Euro kaufen will, tut das problemlos, mit Realtime-Daten und digitalem Instant-Onboarding.

Das ist die perfekte Symbiose aus aktivem Trading und langfristigem Vermögensaufbau.

 

Wenn man sich die Neuerungen alleine in 2026 durchliest, kann man sagen, dass CMC wieder richtig aufs Gaspedal drückt! Wird es so innovativ weitergehen?

Absolut, wir haben den Fuß fest auf dem Gaspedal. 2026 ist das Jahr, in dem die jahrelange Hintergrundarbeit an unserer technologischen Infrastruktur im Angebotskatalog für den Kunden sichtbar wird. Optionen im April, der Zertifikate-Launch im Mai, die Upvest-Integration im Herbst – das ist kein Zufall, sondern Ergebnis unserer erfolgreichen Wachstumsstrategie. Und es geht genauso innovativ weiter.

Wenn die Upvest-Infrastruktur im Herbst live ist, haben wir das Fundament gelegt, um auch über Sparpläne oder sogar Altersvorsorge-Lösungen nachzudenken. Wir wollen, dass ein Anleger, der einmal zu CMC kommt, nie wieder einen Grund hat, die Plattform zu verlassen, egal in welcher Lebensphase oder Marktlage.

 

Markteinschätzung zum Jahresende

Und zum Abschluss noch eine Frage zu den in diesem Jahr recht volatilen Märkten: wo sehen Sie DAX, Gold und EUR/USD zum Jahresende?

Prognosen in diesem volatilen Umfeld sind natürlich immer mit Vorsicht zu genießen, aber ein paar Trends zeichnen sich meiner Meinung nach ab: Wie von mir schon zu Jahresbeginn prognostiziert, dürfte 2026 ein Jahr der Konsolidierung für den DAX werden. Unter großen Schwankungen, die wir bereits gesehen haben, aber auch noch sehen werden, dürfte der Index unter dem Strich das aktuelle Niveau nicht wirklich verlassen.

Gold profitiert weiter von seiner Rolle als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten und den Käufen der Zentralbanken. Die Volatilität bleibt hoch, aber der strukturelle Aufwärtstrend ist intakt. Allerdings bremsen die Anleiherenditen und die geldpolitischen Aussichten der Notenbanken. Höhere Zinsen machen Gold unattraktiv und könnten das Edelmetall daran hindern, noch in diesem Jahr die 5.000-Dollar-Marke erneut zu erreichen. Ausgeschlossen ist es aber nicht.

Bei Euro/US-Dollar sehen wir das klassische Tauziehen zwischen Fed und EZB.

Da beide Notenbanken aus oben genannten Gründen einen geldpolitischen Balanceakt vollziehen, erwarte ich bis zum Jahresende keine dramatischen Ausreißer, sondern ein Einpendeln in der Region um 1,15 EUR/USD.

 

EUR/USD Chart

 

 

Vielen Dank für das Interview!

Disclaimer & Risikohinweis

CFDs und OTC Optionen sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. 69% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim Handel mit CFDs und OTC Optionen bei diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs und OTC Optionen funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

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