Pelé-Index: Schönes Spiel, hässliche Renditen
Seit 1998 haben globale Aktien eine Rendite von +678% erzielt. Börsennotierte Fußballvereine hingegen -11%.
Um die Aktienperformance börsennotierter Fußballvereine zu bewerten, haben wir den Pelé-Index entwickelt, benannt zu Ehren des legendären brasilianischen Fußballers. Wir haben die historische Performance des Pelé-Index simuliert, indem wir alle europäischen Fußballvereine mit börsennotierten Aktien seit 1998 einbezogen haben.
Die schwachen Renditen in der Saison 2025–2026 sind kein Einzelfall. Seit der Auflegung des Pelé-Index im Jahr 1998 hat der Index eine Gesamtrendite von -11% erzielt. Dies steht in krassem Gegensatz zu der Rendite von +678% des globalen Marktes im gleichen Zeitraum. Um das in Fußballbegriffen auszudrücken: Während die globalen Aktien den Champions-League-Pokal in die Höhe reckten, schied der Pelé-Index bereits in der Qualifikationsrunde aus – gegen eine Mannschaft, von der man noch nie gehört hat, auf einem schlammigen Platz, im Regen.

Hinweis: Gesamtrenditen in Euro (ohne Absicherung). Quelle: Aegon AM, Bloomberg, Refinitiv. Stand: Juni 2026
Ergebnisse nach Spielende
In der Saison 2025–2026 erzielte der Pelé-Index eine Rendite von +0,4%, gegenüber einer Rendite von +27% für die globalen Märkte und +17% für die europäischen Aktienmärkte. Der FC Porto lieferte mit einer bemerkenswerten Rendite von +213% die stärkste Börsenperformance. SS Lazio ist mit einer Rendite von +76% der Zweitplatzierte der Saison 2025–2026.
Der FC Manchester United, der größte Bestandteil des Pelé-Index, verzeichnete einen Kursanstieg von +44%. Der FC Juventus – der zweitgrößte Bestandteil – verzeichnete negative Renditen. Nach dem nur sechsten Platz in der Serie A verzeichnete die Aktie von „La Vecchia Signora“ eine Rendite von -35% und blieb damit deutlich hinter dem FTSE MIB zurück. Mit -36% ist dies der zweit schlechteste Wert im Index.
Zusammensetzung des Pelé-Index
Der Pelé-Index umfasst derzeit 18 Unternehmen. Der Index enthält die Meister mehrerer nationaler Ligen: Galatasaray (Türkei), Aarhus GF (Dänemark), FC Porto (Portugal) und Celtic FC (Schottland). Manchester United FC ist mit einer Marktkapitalisierung von knapp über 3 Milliarden Euro der größte Bestandteil, gefolgt von Juventus FC und Fenerbahçe SK. Bemerkenswert ist, dass unter den großen europäischen Fußballligen die spanische LaLiga derzeit nicht im Pelé-Index vertreten ist. Insgesamt sind 9 Ligen im Index vertreten.
Die kombinierte Marktkapitalisierung des Pelé-Index beläuft sich auf 7,1 Milliarden Euro, was nur einen Bruchteil des globalen Aktienmarktes ausmacht, der insgesamt etwa 100 Billionen Euro umfasst. Dies verdeutlicht, dass Aktien von Fußballvereinen eine echte Nische darstellen.
VAR-Check: Lohnt sich der Sieg?
Wir sehen keinen starken Zusammenhang zwischen Spielergebnissen und Aktienrenditen. Auch in der Saison 2025–2026 finden wir anhand der Ergebnisse in internationalen Wettbewerben keine Hinweise auf einen solchen Zusammenhang. Überdurchschnittliche Ergebnisse in internationalen Spielen gingen nicht mit höheren Aktienrenditen einher. Somit bleibt unsere frühere Schlussfolgerung bestehen: Siege sind gut für die Fans, aber nicht unbedingt für die Aktionäre.
Fazit: Abpfiff
Die anhaltende Underperformance des Pelé-Index verdeutlicht eine strukturelle Diskrepanz zwischen Erfolg auf dem Spielfeld und der Schaffung von Shareholder Value. Daher sind börsennotierte Fußballvereine (Fußballaktien) für die meisten Anlageportfolios weiterhin ungeeignet.
Mit den Worten von Johan Cruyff: „Ik ben geen dief van mijn eigen portemonnee“ – „Ich bin kein Dieb meiner eigenen Brieftasche.“ Das ist ein Gedanke, den man sich merken sollte, insbesondere wenn man Investitionen in Fußballaktien in Betracht zieht. Das schöne Spiel verdient Ihr Herz. Ihr Anlageportfolio verdient Ihre Vernunft.
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