Deutsche Anleger bleiben KI-Schwergewichten weiterhin treu und zeigen sich von sinkenden Kursen unbeeindruckt

Im Juni mussten Anleger bei vielen der großen Tech-Werte deutliche Kursverluste hinnehmen, darunter Schwergewichte wie Nvidia, Microsoft und Amazon. Die deutschen flatex-Kunden ließen sich davon aber kaum aus der Ruhe bringen und griffen bei den genannten KI-Aktien sowie bei Rheinmetall sogar weiter zu. Ebenso gerieten der Automobilsektor und Ölaktien deutlich unter Druck, was sich im investierten Vermögen der Anleger bemerkbar machte. Aber auch bei einzelnen Automobiltiteln nutzten die Kunden Kursschwächen, um ihre Positionen auszubauen. Im Ölsegment hielten sie sich dagegen zurück. Das zeigt eine Auswertung des Anlageverhaltens von mehr als 450.000 deutschen flatex-Kunden.

 

Speicherchip-Hersteller lösen US-Tech-Riesen als Anlegerfavoriten ab

Im Vergleich zum Vormonat reduzierte sich das in den flatex-Depots gebundene Kapital bei Microsoft um 11,9 Prozent, bei Amazon um 9,5 Prozent, bei Meta um 7,8 Prozent und bei Apple um 5,2 Prozent. Bei jedem der genannten Werte sank der Kurs jedoch weniger stark als das investierte Vermögen, die Anleger kauften also weiter zu.

Bei Speicherchip-Herstellern zeigte sich ein anderes Bild. SK Hynix legte in den Depots um 29,4 Prozent zu, bei Micron waren es 19,2 Prozent, und Advanced Micro Devices (AMD) kam auf ein Plus von 9,1 Prozent. Zugekauft haben die Anleger hier aber nur beim Halbleiterhersteller SK Hyinx, wo die Zunahme des investierten Vermögens den Kursgewinn klar übersteigt.

Tobias Spreiter, Head of flatex, ordnet die Entwicklung ein: „Der Juni hat gezeigt, dass die Kursverluste bei KI-Aktien wie Nvidia, Alphabet und Microsoft eher eine Marktkorrektur widerspiegeln als einen Vertrauensverlust der Anleger. Zweifel an der Rentabilität der massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur belasten derzeit vor allem die Kurse, nicht die Kauflaune unserer Kunden.“

 

Versicherer holen bei deutschen Privatanlegern deutlich auf

Obwohl das Anlagevermögen vieler KI-Riesen rückläufig war, gehören sie weiterhin zu den beliebtesten Aktien deutscher Anleger. Mit Nvidia, Alphabet, Apple, Amazon und Microsoft finden sich fünf dieser Titel weiterhin in den Top 10 der Juni-Rangliste. Die übrigen fünf sind die deutschen DAX-Konzerne Allianz (Rang 2), Siemens Energy (Rang 6), Rheinmetall (Rang 7), Siemens (Rang 8) und Münchener Rück (Rang 10).

Stark zulegen konnten dabei die Kundengelder bei Versicherern wie der Allianz mit plus 5,8 Prozent sowie der Münchener Rück, die nach längerer Zeit wieder den Sprung in die Top 10 geschafft hat, mit plus 15,0 Prozent. Bei Rheinmetall war der Rückgang mit 18,1 Prozent zwar der stärkste unter den Top-10-Werten, die Kunden stiegen aber auch hier nicht aus.

 

Immobilienaktien gehören zu den wenigen Gewinnern im Juni

Zu den Gewinnern des Monats zählten auch Immobilienaktien (plus 6,8 Prozent). Die meisten anderen Sektoren verzeichneten dagegen zum Teil heftige Verluste, etwa bei Öl- und Gaswerten mit einem Rückgang von 12,8 Prozent. Auch Minen- und Rohstoffwerte waren weniger gefragt, ihr Anlagevolumen sank um 14,0 Prozent. Ähnlich erging es Kryptowährungen, deren investiertes Vermögen um 14,5 Prozent zurückging.

Tobias Spreiter dazu: „Bei den Ölwerten dürfte vor allem das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran und die damit gesunkenen Öl- und Gaspreise eine Rolle gespielt haben. Bei Edelmetallen und Kryptowährungen hängt die Zurückhaltung der Anleger wahrscheinlich mit der Erwartung weiterer Zinsschritte der US-Notenbank Fed zusammen.

Die kommenden Quartalsberichte könnten eine Richtungsentscheidung für die weitere Entwicklung an den Märkten liefern. Für Anleger bleibt das zweite Halbjahr eine spannende Phase, die mit Anpassungen und Umschichtungen im Portfolio verbunden sein kann.“

 

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