Energiepreise und EZB-Zinserhöhung belasten DAX unter 25.500 Punkte

Die europäischen Leitindizes in Amsterdam, London, Madrid, Mailand, Paris und Zürich fielen am Mittwoch zurück und auch der EuroStoxx50 gab um 1,58 Prozent auf 6.311,56 Punkte nach.

Die Aktienmärkte zeigten sich am Mittwoch belastet von den weiter ansteigenden Energiepreisen (die Themen „Irankrieg“ und „Straße von Hormus“ sind seit dem Frühjahr 2026 vorhanden und nach wie vor nicht vom Tisch). Ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent im November-Kontrakt an der Terminbörse ICE (Intercontinental Exchange) kletterte beinahe auf 102-US-Dollar und auch Europas führender Erdgaskontrakt „Dutch TTF Future“ an der ICE stieg bereits über die 80-US-Dollar-Marke für eine Megawatt-Stunde. Der Inflationsdruck erhöht sich merklich. Die EZB dürfte demnach am Donnerstag den Leitzins erwartungsgemäß um 25 Basispunkte anheben. Mittlerweile preist man am Terminmarkt mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 58 Prozent im Dezember eine weitere Anhebung ein. Die erhöhten Energiepreise für Rohöl und Erdgas dürften insbesondere der europäischen und allen voran auch der deutschen Wirtschaft Probleme auf der Kostenseite bescheren. Obendrein zwingen fortwährend ansteigende Benzin- und Dieselpreise, sowie je nach Vertrag ansteigende Heizkosten und Strompreise den deutschen Verbraucher mitunter dazu, den Gürtel enger zu schnallen und an anderen Stellen weniger zu konsumieren. Die deutschen Einzelhandelsdaten indizierten ja bereits im Berichtsmonat Juli nicht gerade von Prosperität.

Brent – Chart

Zu all diesen derzeit ehr negativ zu gewichtenden Daten addiert sich neben der Zinserhöhung der EZB am Donnerstag auch noch der anstehende große Verfallstag an den führenden Terminbörsen (am 18. September verfallen zum Beispiel Optionen und Futures auf den DAX oder auch den EuroStoxx50, sowie Optionen und Futures auf Einzelaktien).

An der Wall Street korrigierten die führenden US-Indizes Dow Jones, Nasdaq100 und S&P500 einen weiteren Handelstag. Die Verluste hielten sich jedoch in Grenzen – der Dow Jones verlor mit 0,77 Prozent am stärksten und beendete den Tag an der NYS mit 52.380,66 Zählern.

Wichtige Unternehmenszahlen wie Quartalsberichte gab es am Mittwoch von der Seite der multinationalen US-Konzerne nicht im Handelskalender (erst am heutigen Donnerstag wäre nachbörslich auf Adobe und Oracle zu achten).

Lediglich Quartalsergebnisse von Chewy oder auch The Cooper Companies wären erwähnenswert. The Cooper Companies ist ein Unternehmen für Medizinprodukte, darunter unter anderem Kontaktlinsen, stellt aber auch Produkte für die Bereiche Fertilität und Frauengesundheit her. Das Unternehmen berichtete vom dritten Quartal des Fiskaljahres 2026 (QIII/FY2026). Parallel dazu wurden auch die 9M/FY2026er-Zahlen ausgewiesen.

Die Marktteilnehmer dürften nebst der Zahlen vor allem den Strategieschwenk in Bezug auf CooperSurgical geahndet haben, denn eigentlich spekulierte man bereits über einen Verkauf dieser Sparte.

In QIII/FY2026 stieg der Umsatz im Vergleich zu 1,060 Milliarden US-Dollar in QIII/FY2025 nur auf 1,066 Milliarden US-Dollar. Das operative Ergebnis stieg von 175,7 auf 201,8 Millionen US-Dollar, der Überschuss von 98,3 auf 432,8 Millionen und das EPS auf vollverwässerter Basis von 0,49 auf 2,24 US-Dollar. Eine recht bombastische Entwicklung, doch der Konsens für den Umsatz lag bei 1,098 Milliarden US-Dollar. Nachbörslich rutschte die Aktie (an der Nasdaq (After-Hours9 um beinahe 16 Prozent in den Abgrund – ein Minus von rund 10 US-Dollar.

 

Ausblick

Die asiatisch-pazifischen Aktienmärkte wiesen am Donnerstag mehrheitlich Kursverluste auf. Die US-Futures tendierten indes seit der asiatischen Handelszeit überwiegend zu Kursgewinnen.

 

 

DAX Chart 20260910

 

 

DAX: Kursziele und Marken

Der Xetra-DAX schloss am Mittwoch, den 09. September 2026 mit einem Abschlag von 1,66 Prozent und 25.512,39 Punkten. Der Xetra-DAX bildete im Vergleich zum Vortag ein tieferes Hoch und tieferes Tief aus. Aus diesem Grund wäre an der Analyse vom übergeordneten Verlaufstief des 23. März 2026 von 21.863,81 Punkten bis zum Rekordhoch des 28. August 2026 von 26.618,74 Punkten unverändert festzuhalten, um die Widerstände bei der Marke von 26.619 Punkten, sowie bei den Projektionen zur Oberseite von 27.741/28.435 und 29.557 Punkten ableiten zu können.

Die Unterstützungen wären nach wie vor bei den Marken zur Unterseite von 25.497/24.802/24.24123.680/22.986 und 21.864 Punkten in Betracht zu ziehen.

Zuletzt handelte der DAX im Bereich um die 25.576,45 Punkte.

 

DAX – Chart

 

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