Chancen und Risiken bei US-Aktien

T. Rowe Price: Einige der Faktoren, die dem US-Aktienmarkt 2018 Rückenwind gaben und zu Rekordhöhen verhalfen, könnten im kommenden Jahr nun Gegenwind liefern: „Der Wachstumsschub bei den US-Unternehmensgewinnen durch die Steuersenkungen wird allmählich nachlassen, während die Auswirkungen der protektionistischen Handelspolitik negativen Einfluss auf das Wachstum nehmen könnte“, sagt Jeff Rottinghaus, Portfoliomanager der U.S. Large-Cap Core Equity Strategy bei T. Rowe Price.

Darüber hinaus sei die späte Phase dieses Konjunkturzykluses geprägt von einer weniger expansiven Geldpolitik, höheren Zinssätzen, Inflation und steigenden Arbeitskosten, da die Arbeitskräfte knapper werden. „

Noch sind die Risiken einer Rezession moderat, steigen aber zunehmend. Trotz des aktuell weiterhin positiven Umfelds sollten Investoren für kommende Herausforderungen gewappnet sein“, so der Fondsmanager.

 

 

Verlangsamtes Wachstum wahrscheinlich
Niedrige Unternehmenssteuersätze sorgten bei den US-Unternehmensgewinnen für einen erheblichen Wachstumsschub von 18 auf 21 Prozent. Für das kommende Jahr könnte sich das Wachstum jedoch auf acht bis zehn Prozent verlangsamen.

„Im historischen Vergleich wären diese Werte immer noch vorteilhaft, allerdings scheinen sie noch nicht in die Märkte eingepreist zu sein. Hohe Gewinnmargen dürften zudem von höheren Zinsen, Löhnen und Betriebskosten Gegenwind erfahren“, so Rottinghaus weiter.

Die Federal Reserve (Fed) dürfte die kurzfristige Zinsrate weiter nach oben treiben, während andere Zentralbanken wie Japan und Europa die Maßnahmen zur quantitativen Lockerung allmählich zurückfahren. Die geldpolitische Straffung auf globaler Ebene könnte für die Märkte eine größere Rolle spielen als die Zinsanhebungen der Fed, da die globale Liquidität in den vergangenen Jahren als große Unterstützung galt.

 

 

„Darüber hinaus hat sich die Zinskurve aufgrund der relativ stabilen langfristigen Zinssätze verflacht. Dies könnte sich im kommenden Jahr umkehren, wenn die kurzfristigen Zinsen die langfristigen übersteigen“, sagt Rottinghaus. In der Regel sei dies ein Vorbote für ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum und schwächere Märkte.

Die vermutlich größte Bedrohung für Investoren sei aber die Unsicherheit durch die protektionistische Handelspolitik der Trump-Regierung und die Erhebung von Zöllen. Die hohen Zölle für China könnten sich negativ auf die Wirtschaft und auf einzelne Unternehmen auswirken, da diese mit höheren Kosten in ihrer globalen Lieferkette konfrontiert seien.

Dies erhöhe den Margendruck auf die hergestellten oder verkauften Waren. Die US-Aktienbewertungen variierten unterdessen je nach Branche stark, lägen aber allgemein über historischen Durchschnittswerten.

 

 

Positive Aussichten für den Gesundheitssektor
Zu den stärksten Positionen in Rottinghaus‘ Portfolio zählen Unternehmen aus der Informationstechnologie-Branche und aus dem Gesundheits- und Finanzsektor.

„Zwar haben wir unsere Positionen in Technologiewerte aufgrund bewertungstechnischer und regulatorischer Risiken zurückgefahren. Doch bieten vor allem große Unternehmen wie Apple, Google, Microsoft und Amazon unserer Ansicht nach weiteres Wachstumspotenzial. Optimistisch sind wir für den Gesundheitssektor, da er langfristig sowohl solide Fundamentaldaten als auch annehmbare Bewertungen aufweist. Die alternde Bevölkerung sorgt für den nötigen Antrieb“, so Rottinghaus.

Obwohl Pharma-Unternehmen kürzlich eine schlechtere Performance gezeigt hätten, seien sie aufgrund ihrer sehr attraktiven Bewertungen interessant. Auch im Finanzsektor ist T. Rowe Price übergewichtet und hält vor allem qualitativ hochwertigere Banken in seinem Portfolio.

„Der Finanzsektor könnte von den steigenden Zinsen profitieren. Auch Versicherungsbroker sind interessant, da sie ein attraktives Geschäftsmodell, eine geringe Preismacht und hohe wiederkehrende Einnahmequellen vorweisen“, erklärt Rottinghaus.

 

 

In Anbetracht der späten Phase des Konjunkturzyklus sei darüber hinaus ein Investment in Versorgungsunternehmen interessant, da diese in der Regel weniger volatil als der Markt seien und einige attraktive säkulare Themen bedienen, wie das enorme Wachstum der erneuerbaren Energien in den USA.

„Zusammenfassend bleiben wir bei unserer vorsichtigen Einschätzung des Gesamtmarkts. Dennoch wird die Aktienauswahl der wichtigste Treiber für eine langfristige Performance sein“, resümiert Rottinghaus.

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