Abwarten und Abtauchen

Bernstein Bank: Kaum Bewegung an der Frankfurter Börse am Montagmittag: Nach der guten Vorwoche hielten sich die Anleger im deutschen Aktienhandel zunächst zurück. Der DAX bröckelte. News im Zollstreit zwischen China und den USA gab es nicht.

Angespannt bleiben die Nerven im Energiemarkt: US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran.

 

DAX zeigt sich lustlos
Nach einem Seitwärts-Start gab der DAX um rund ein Dreiviertel-Prozent ab. Deutsche Bank testeten das Allzeittief von 6,68 Euro, das Ende Dezember markiert worden war. Laut einem Bericht der “New York Times” sollen Führungskräfte des Geldhauses Mitarbeiter davon abgehalten haben, auffällige Transaktionen in Firmen von Trump und dessen Schwiegersohn Jared Kushner der Finanzaufsicht zu melden. Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe zurück.

 

Kein Vorankommen im Zollstreit
Viele Anleger gehen inzwischen davon aus, dass die Verhandlungen zwischen China und den USA in einer Sackgasse stecken. Wie nicht anders zu erwarten, hat sich die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung warnend zum Zollstreit geäußert. Dem Fernsehsender CNBC sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria, der Konflikt bremse eine globale Erholung und gefährde Investitionen und Wachstum.

 


 

Unterdessen offenbarte die Volksrepublik China, welche Denkrichtung in der Führung herrscht. Das Social-Media-Blog „What’s on Weibo“ meldete, der auf Filme spezialisierte staatliche Sender CCTV 6 habe gleich drei anti-amerikanische Streifen zum Korea-Krieg aus den 50er und 60er Jahren ausgestrahlt – und damit 500 Millionen Menschen in 23 Provinzen erreicht.

Das könnte man als geschmacklose Verirrung abtun, wenn nicht der Chefredakteur der „Global Times“, Hu Xijin, den Sinn der Aktion zusammengefasst hätte: Es gebe keine Verhandlungen unter Gleichen ohne Kampf, schrieb das Sprachrohr der Kommunisten auf Twitter.

 

Asien ohne klare Tendenz
Keine klare Richtung für den weltweiten Handel hatten die Anleger in Asien am Morgen vorgegeben: Der japanische Nikkei 225 schloss 0,2 Prozent fester bei 21 301 Punkten. In Japan war das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal um 0,5 Prozent gewachsen. Die Börsianer in China hielten sich dagegen bedeckt: Der CSI 300 gab 0,9 Prozent nach auf 3.618 Zähler.

 

New York kraftlos
Auch der Wall Street hatte am Freitag die Energie gefehlt. Der Dow Jones notierte zwar eine zeitlang im Plus, gab im späten Handel jedoch nach und verabschiedete sich mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 25.764 Punkten ins Wochenende. Der Wochenverlust von 0,7 Prozent ist überschaubar. Der S&P 500 war am Freitag um 0,6 Prozent auf 2860 Zähler abgerutscht und der Nasdaq 100 verlor 1 Prozent auf 7504 Stellen.

Dabei hatte sich die Stimmung der US-Verbraucher im Mai stark verbessert und war auf den höchsten Stand seit gut 15 Jahren gestiegen. Auch der Sammelindex wirtschaftlicher Frühindikatoren des privaten Forschungsinstituts Conference Board hatte sich im April verbessert.

 


 

Angst vor dem Funken im Ölfeld
Spannung herrscht weiter auf dem Ölmarkt. US-Präsident Trump hat Teheran mit Vernichtung gedroht. Am Sonntagabend twitterte er: „Wenn der Iran kämpfen will, ist das das offizielle Ende des Iran. Drohen Sie nie wieder den Vereinigten Staaten!“ Der Ölpreis zeigte sich so fest wie seit drei Wochen nicht mehr.

Auslöser war wohl der Einschlag einer Rakete in etwa 1,6 Kilometern Entfernung von der amerikanischen Botschaft in Bagdad. Zuvor hatte der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Hussein Salami, gezündelt: Zwar wollten der Iran und seine Revolutionsgarden keinen Krieg, würden sich aber auch nicht davor fürchten, sagte er der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Isna. Die US-Truppen seien „leicht zu besiegen“, denn sie hätten anders als die Revolutionsgarden Angst vor dem Tod.

Wie immer lohnt es sich, die News im Blick zu behalten. Vor allem an einem Tag, an dem kaum wichtige terminierte Daten anstehen. Hervorzuheben wäre um 14.30 Uhr deutscher Zeit der Chicago Fed National Activity Index für den April. Wir wünschen eine erfolgreiche Woche!

 

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