Aktie im Fokus: Berkshire Hathaway als steueroptimierte Anlage – Chancen und Grenzen für Langfristanleger

Das immer noch von Warren Buffett geführte Berkshire Hathaway ist nicht nur eines der bekanntesten Konglomerate der Welt, sondern auch ein interessantes Vehikel zur Steueroptimierung. Für Langfristanleger bietet die Aktie erhebliche Vorteile durch fehlende Ausschüttungen und damit verbundenen Steuerstundungseffekten.

Doch nicht jeder Anlegertyp profitiert gleichermaßen.

Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile aus Sicht eines langfristig orientierten Investors.

Berkshire Hathaway – Vorteile für Langfristanleger

1. Keine laufende Besteuerung auf Dividenden
Berkshire Hathaway schüttet traditionell keine Dividende aus. Das bedeutet: Solange der Anleger nicht verkauft, fällt keine Steuer an. Der thesaurierende Charakter der Aktie sorgt dafür, dass die Erträge im Unternehmen reinvestiert werden – steuerfrei aus Sicht des Aktionärs.

In der Modellrechnung (Grafik) wird für ausschüttende Aktien eine jährliche Besteuerung der Dividenden mit 26,375 % angenommen.

Dieser Wert ergibt sich aus der in Deutschland geltenden Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf diesen Betrag, was einer effektiven Belastung von 26,375 % entspricht.

Die Kirchensteuer ist dabei nicht berücksichtigt und kann je nach persönlicher Situation zusätzlich anfallen.

Es handelt sich hierbei um eine vereinfachte Modellannahme, die den typischen Steuerabfluss bei deutschen Privatanlegern darstellt, ohne auf individuelle Unterschiede einzugehen.

Ziel ist es, die steuerliche Wirkung von Ausschüttungen im Vergleich zu thesaurierenden Investments wie Berkshire Hathaway illustrativ darzustellen.

 

 

2. Keine Steuer auf Kursgewinne bis zum Verkauf
In Deutschland wird die Abgeltungsteuer auf Veräußerungsgewinne erst beim tatsächlichen Verkauf der Aktien fällig. Wer Berkshire hält, kann die Kurssteigerungen jahrelang ansammeln, ohne das Finanzamt zu beteiligen – ein klassischer Steuerstundungseffekt mit Zinseszinseffekt auf Bruttobasis.

3. Keine Vorabpauschale nach §18 InvStG
Die Vorabpauschale greift bei Fonds – nicht bei Einzelaktien. Da Berkshire keine Dividende zahlt und keine Fondsstruktur ist, entfällt auch diese fiktive Steuerbelastung.

4. Effizientes Kapitalrecycling auf Unternehmensebene
Berkshire investiert selbst in Dividendenwerte (z. B. Apple, Coca-Cola), doch die erhaltenen Dividenden werden innerhalb der Holding reinvestiert. Der Steuerabfluss entsteht auf Unternehmensebene nur sehr begrenzt – ein Vorteil gegenüber Direktinvestments.

 

Berkshire Hathaway – Nachteile und Einschränkungen

1. Keine laufenden Ausschüttungen für Einkommensinvestoren
Wer regelmäßige Einnahmen aus Dividenden benötigt (z. B. für Altersvorsorge oder passives Einkommen), erhält bei Berkshire nichts. Verkäufe von Aktien zur Liquiditätsbeschaffung lösen wiederum Steuerpflicht aus.

2. Kein individueller Einfluss auf Reinvestitionen
Anleger haben keinen Einfluss darauf, wie Berkshire das Kapital verwendet. Wer eigene Investmententscheidungen treffen möchte, verzichtet bei Berkshire auf diese Flexibilität.

3. Politische Risiken
Steuergesetze können sich ändern. Denkbar sind künftige Vermögenssteuern, Quellensteuern auf US-Aktien oder Änderungen der Haltefristen. Diese Unsicherheiten betreffen insbesondere Modelle, die auf langfristige Steuerstundung setzen.

Und was sagen die Analysten?

Die Berkshire Hathaway-Aktie steht Ende 2025 im Fokus vieler Analysten. Nach einem volatilen Jahr mit neuen Allzeithochs sind die Bewertungen überwiegend positiv, allerdings nicht ohne kritische Stimmen zur aktuellen Bewertung.
Die wichtigsten Punkte aus Analystensicht sind:

Berkshire Hathaway-Aktie mit solider Performance im Jahr 2025

Die Class A-Aktie erreichte 2025 ein Rekordhoch von 812.855 USD. Aktuell notiert BRK.A bei ca. 752.000 USD und BRK.B bei ca. 500 USD. Die Jahresperformance (YTD) liegt bei etwa +11 % für Berkshire, während der S&P 500 stärker zulegte (ca. +14 %). Berkshire blieb damit leicht hinter dem Markt zurück (hat sich allerdings in Q4 auch neu positioniert mit dem Verkauf von Apple Anteilen und dem Kauf von Google sowie japanischen Aktien (sie auch Warren Buffetts Japan-Offensive) , zeigt aber weiterhin Stabilität.

Berkshire Hathaway B-Aktie Chart

 

Bewertungen zwischen „Kaufen“ und „Halten“

Viele Analysten empfehlen weiterhin den Kauf oder Halten, gestützt auf die stabile Bilanz, das breit diversifizierte Portfolio und die hohe Liquidität. Das trailing KGV liegt aktuell bei ca. 16 und signalisiert eine faire bis attraktive Bewertung. Der Obermatt-Score zeigt einen hohen Sicherheitsrang (94) und einen verbesserten Value-Rang (35).

 

Solide Fundamentaldaten – aber stagnierendes Wachstum

In den ersten neun Monaten 2025 erzielte Berkshire einen Umsatz von 277,2 Mrd. USD (+0,3 % ggü. Vorjahr) und einen Nettogewinn von 47,8 Mrd. USD (–31 % durch geringere Investitionsgewinne).

Der operative Gewinn stieg jedoch leicht.

Die Ergebnisse übertrafen teilweise die früheren Prognosen, Q4-Zahlen folgen Anfang 2026.

Cash-Polster als strategischer Vorteil

Ein zentrales Asset bleibt die hohe Liquidität des Konzerns. Berkshire kann jederzeit Opportunitäten am Markt nutzen – ein Vorteil in unsicheren Marktphasen.

Diese Flexibilität wird von Analysten als zentraler Faktor für langfristige Stabilität und strategisches Wachstum hervorgehoben.

 

 

Fazit Berkshire Hathaway-Aktie

Die Berkshire Hathaway-Aktie zeigt eine beeindruckende langfristige Entwicklung und bleibt aufgrund ihrer finanziellen Stabilität und Strategie attraktiv.

Allerdings warnen einige Analysten vor einer Überbewertung und begrenztem kurzfristigen Potenzial.

Für langfristige Investoren ist sie eine solide Wahl, besonders durch Diversifikation und Steuervorteile.

Die aktuelle Bewertung erscheint fair, wenngleich das kurzfristige Potenzial durch die Marktentwicklung begrenzt sein könnte.

Wer einsteigt, profitiert vom defensiven Charakter des Konglomerats.

 

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