CMC Markets: DAX versucht Erholung – Portugiesische Bank macht europäische Schuldenkrise wieder zum Thema, Volkswagen mit Rekordabsatz in China

CMC Markets: Die europäischen Börsen scheinen nicht zur Ruhe zu kommen. Die Unsicherheit die sich aufgrund sehr enttäuschender europäischer Konjunkturdaten und dem bedrohlichen Szenario der geopolitischen Konflikte an den europäischen Börsen aufgestaut hat, führte im Hinblick der anlaufenden Berichtssaison bereits zu leichten Gewinnmitnahmen. In dieser Gemengelage wirkte die Aussetzung des Handels der Aktien der portugiesischen Großbank Banco Espirito Santo (BES) wie ein Katalysator für eine stärkere Korrektur die den DAX gestern im Tief bis auf fast 9.615 Punkten nach unten zog. US-Leitindizes die sich nach Anfangsverlusten* wieder einigermaßen fangen konnten, stützten im Handelsverlauf den deutschen Leitindex, der heute Vormittag mit der Rückeroberung der 9.700-Punkte-Marke kämpft.
BES-Aktien waren gestern Mittag vom Handel ausgesetzt worden, nachdem sie bereits im Vorfeld um bis zu 19 Prozent gefallen sind. Dabei bezieht sich das  Problem eigentlich auf Zahlungsschwierigkeiten der Muttergesellschaft Espirito Santo Group (ESG), der die Bank Geld geliehen hat. Der Handel in Aktien der ESG waren bereits am Vormittag gestoppt worden. Gegen die Holding ESG wird bereits seit einiger Zeit aufgrund von Unregelmäßigkeiten ermittelt. Auch wenn, wie die portugiesische Zentralbank gestern schnell erklärte, die Liquidität der BES ausreichend sei und dieses Problem isoliert werden kann, brachte dieser Fall die schon in Vergessenheit geratene europäische Schuldenkrise wieder ins Bewusstsein der Marktteilnehmer. An den europäischen Börsen könnte der Optimismus damit einen erheblichen Knacks erhalten haben, den zu kitten erst wieder gute europäische Konjunkturdaten vermögen können.

Insbesondere bei den Finanzinstituten kam es gestern zu einem größeren Abverkauf. Da zahlreiche Banken zuletzt ins Visier der US-Behörden geraten sind und bereits hohe Sanktionen gegen verschiedene Institute verhängt wurden, war dieses Segment bereits unter Druck. Die Aktie der Commerzbank verlor gestern knapp 2 Prozent*. Laut Insidern könnte das deutsche Geldinstitut dazu verdonnert werden, 600 bis 800 Millionen US-Dollar an US-Behörden zu zahlen um einen Rechtsstreit beizulegen.

Charttechnisch stellt sich der DAX kurzfristig angeschlagen dar. Die gestrigen Kursverluste führten zu einem Bruch der Unterstützung bei 9.750 Punkten sowie einer bullischen Fib-Fächerlinie aus dem März-Tief. Damit erscheint ein Test der darunter liegenden 50%-Fib-Fächerlinie sowie der Aufwärtstrendlinie aus dem März-April-Tiefs möglich. Da die US-Leitindizes trotz der gestrigen „Panik“ an den europäischen Börsen nur moderat abgaben*, könnte der DAX zu einer Erholung bis an den potenziellen Widerstand bei 9.750 Punkten ansetzen. Gelingt die Wiedereroberung der Ausbruchszone bei 9.780/8.800 Punkten, hellt sich das Chartbild wieder auf.

Rekordabsatzzahlen in China halfen der Volkswagen-Aktie heute zu moderaten Gewinnen von gegenwärtig fast 1 Prozent*. Im ersten Halbjahr konnte der größte europäische Autobauer knapp 1,8 Millionen Autos in der zweitgrößten Volkswirtschaft verkaufen, etwa 17,5 Prozent** mehr als in der Vorperiode. Weltweit schaffte der Konzern von Januar bis Juni mit 4,97 Millionen Fahrzeuge abzusetzen und damit 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das gestrige Wiederaufflammen der Sorgen um die Finanzstabilität in Europa führten zu einer größeren Nachfrage nach den sogenannten sicheren Häfen wie unter anderen deutschen Staatsanleihen, Gold und dem japanischen Yen. Gold beispielsweise schaffte gestern den Sprung über den charttechnischen Widerstand bei 1.330 US-Dollar und handelt gegenwärtig bei knapp 1.337 US-Dollar. Der Bund-Future, der auf Bundesanleihen basiert, erreichte gestern ein neues Rekordhoch bei 148,06 Punkten. Auch der JPY verteuerte* sich, wodurch das Währungspaar USD/JPY zuletzt auf die potenzielle Unterstützung bei 101,25 JPY zurückfiel.

Aus den USA werden heute keine wichtigen Konjunkturdaten erwartet, allerdings dürfte die Rede des US-Notenbankers Dennis Lockhart im Hinblick der anhaltenden Spekulationen über die zukünftige US-Geldpolitik beachtet werden.
Vor Eröffnung des Präsenzhandels, handelt sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 gegenwärtig knapp 0,1 Prozent über dem jeweiligen gestrigen Schlusskurs.

* Gegenüber dem Vortagesschlusskurs
** Gegenüber der Vorperiode
*** Bei Prognosen handelt es sich um Zahlen, die vom Nachrichtenprovider Dow Jones International Ltd. zur Verfügung gestellt werden

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