Countdown zum Bitcoin-Halving

Bernstein Bank: Seit dem Corona-Crash im März hat sich BTC fast verdoppelt. Kein Wunder: In Kürze steht das Halving an. Die Community setzt auf satte Gewinne. Und die Bitcoin-Jünger befeuern den Kurs mit fantastischen Preiszielen. Einsteigen oder nicht? Wir beleuchten die Hintergründe.

Halving wohl in einer Woche
So schnell kann es gehen: Die populärste und älteste Cyber-Devise nimmt Kurs auf die 10.000 Dollar. Anlass für das neue Interesse ist das in Kürze anstehende Bitcoin-Halving. Das „BTC-Echo“ kommentierte, auch das dritte Halving wecke neues Interesse an der E-Devise. Denn nach den beiden vorigen Teilungen seien die Kurse weiter angestiegen. Noch ist nicht ganz klar, wann genau es zum Halving kommt, da die Menge an Bitcoins von den Minern (= „Schürfer“) abhängt. „Der Aktionär“ erläuterte, der Termin dafür sei wohl der 12. Mai.

Preisziel von 300.000 Dollar bei BTC
Und welch Zufall: Genau jetzt feuern die Jünger den Kaufrausch in der Gemeinde an. Finanzen.net beispielsweise ließ jüngst Preston Pysh zu Wort kommen. Pysh ist Gründer von BuffetsBooks.com sowie der Pylon Holding Company und hat sich eine große Follower-Gemeinde in den Social Media aufgebaut. Und er sieht das Preisziel für BTC langfristig bei bis zu 300.000 Dollar – mit Schwankungen dazwischen. Bis zum nächsten Halving in vier Jahren werde sich Bitcoin zwischen 80.000 und 100.000 US-Dollar halten.

 

Push durch Halving, Inflation und neue Akzeptanz

Jedenfalls beurteilt Pysh das jetzige Halving als massiven Preistreiber. Ein weiteres Argument ist die von ihm gesehene Schwäche des Greenback. Dabei verwies er auf die Billionen-schweren Hilfsaktionen in den USA im Kampf gegen Corona. Ferner erwartet er eine steigende Akzeptanz im Mainstream durch die Inflationssorgen.

 


 

Wir ergänzen: Der Aspekt Inflationsschutz ist nicht von der Hand zu weisen – genau deswegen ist auch Gold gefragt. Anleger weltweit sehnen sich nach einem Asset, dessen innerer Wert nicht durch die Geldpolitik ausgehöhlt werden kann. Allerdings stellt sich die Frage, ob aktuell – neben der Zocker-Gemeinde – nicht vor allem Kriminelle in Cyber-Währungen investieren, da sie die Überwachung bei den Geschäftsbanken umgehen wollen.

Außerdem könnten die Notenbanken der Welt irgendwann den nicht kontrollierbaren, lästigen Rivalen in der Devisenwelt beseitigen.

 

Härter als Gold – BayernLB sieht 90.000 Dollar
Doch auch die Bayerische Landesbank sorgte schon im vergangenen September mit einer extrem bullishen Analyse für Aufsehen. Die Bank untersuchte die so genannte Stock-to-Flow-Rate von Bitcoin im Vergleich zu der von Gold. Diese SF-Rate sei der „Härtegrad“ für ein Asset. Demnach gibt es bei Gold ein begrenztes Angebot, das sich nur langsam erhöht. Zu den aktuell bekannten 187.000 Tonnen Gold weltweit kämen pro Jahr etwa 3.000 Tonnen hinzu. Das Verhältnis des Goldbestands (Stock) zu der Zuwachsmenge (Flow) betrage damit rund 1,5 Prozent. Diese Rate werde bei Bitcoin nach dem jetzigen dritten Halving wesentlich geringer sein als die beim Gold.

Soll heißen: „Bitcoin könnte härter werden als Gold.“ Für dieses Jahr sahen die Banker einen Preis von 90.000 Dollar.

Und die BayernLB ergänzte: Im Jahr 2024 stehe das nächste Halving an. Dann werde sich der Härtegrad noch einmal verdoppeln. In ihrer Studie schränkten die Analysten allerdings ein, dass selbst beste statistische Modelle in der Prognose versagen können. Von daher werde das nun anstehende aktuelle Bitcoin-Halving ein Härtetest für das Stock-to-Flow-Modell.

 

Darum geht es beim Halving
Fakt ist: Das Mengenwachstum der Bitcoin nach oben wird alle vier Jahre gedrosselt bis es bei Null ankommt. Das „BTC-Echo“ erläuterte, worum es beim „Halving“ genau geht: Bei der Bitcoin-Blockchain handele es sich um eine Art Datenbank, die man sich, sehr vereinfacht, wie eine Excel-Datei mit vielen Seiten vorstellen könne. In dieser Tabelle werden Informationen über Transaktionen mit dem Bitcoin abgespeichert, etwa wenn eine bestimmte Anzahl von A nach B überwiesen wird.

Um diese Informationen in der Blockchain des Bitcoin, die auf tausenden Rechnern weltweit läuft, zu aktualisieren und ihre Inhalte unmanipulierbar zu verschlüsseln, arbeiten diese Computer mit komplizierten mathematischen Formeln. Für diese Arbeit erhalten die Betreiber der IT-Netzwerke der Bitcoin–Blockchain eine Belohnung. Sobald sie einen Block errechnet haben und kryptografisch verschlüsseln, werden neu geschaffene BTC an sie ausgeschüttet. Genau dieser Betrag wird von 12,5 BTC auf 6,25 BTC halbiert.

 

Halbe Belohnung für die gleiche Arbeit
Nicht die Zahl der Bitcoin wird also halbiert, sondern der Lohn an die „Schürfer“ für die Schaffung neuer BTC. Genauso viel Arbeit, halber Gewinn = sinkender Incentive, gedrosselte Produktion, weniger stark steigendes Angebot. Aktuell gibt es etwa 19 Millionen BTC. Diese Zahl werde nach der Halbierung langsamer steigen, urteilte „BTC-Echo“. Und somit könne theoretisch eine stabile oder wachsende Nachfrage bei einem langsamer wachsenden Angebot für steigende Preise sorgen.

 


 

Finaler Deckel bei 21 Millionen BTCr
Und es gibt noch einen weiteren potenziell bullishen Fakt in Sachen Angebot. „Computerbild“ ergänzte, Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto habe die maximale Anzahl von Coins bei der Entwicklung auf 21 Millionen Einheiten festgelegt. Egal wie sehr sich Miner anstrengen, über diese Summe gehe es nicht hinaus. Um eben das Erreichen der maximalen Anzahl von Coins so lange wie möglich zu verzögern, finde alle vier Jahre das sogenannte „Halving“ statt.

Unser Fazit: Die BTC-Bullen haben aktuell einige Argumente auf ihrer Seite. Das Interesse steigt.

Bitcoin könnte theoretisch so attraktiv werden wie Gold, das außer seiner Funktion als Schmuck keinerlei Nutzen aufweist und dennoch seit Jahrtausenden gefragt ist.

Allerdings gibt es bei BTC eben die Tatsache, dass eine unkontrollierbare Nebenwährung der Politik ein Dorn im Auge ist.

 

Disclaimer

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. 80% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge