DAX: Deutscher Aktienindex nach der Wahl

XTB:

  • CDU/CSU gewinnt die Wahl in Deutschland, dennoch große Verluste in der großen Koalition
  • AfD kommt als drittstärkste Kraft in den Bundestag, daher werden die Koalitionsgespräche schwierig werden
  • DE30 eröffnet mit einem Downgap, der Trend bleibt jedoch positiv

Die Niederlande, Frankreich und jetzt Deutschland – in allen Ländern haben die Wahlen ähnliche Tendenzen aufgezeigt: ein Sieg für Parteien, die positiv für den Markt sind verbunden mit einem Anstieg der populistischen Parteien.

Im Falle der Wahlen in den Niederlanden und in Frankreich reagierten die Märkte positiv: der Euro stieg weiter an und auch die Aktienindizes konnten zulegen. Wird das bei den Wahlen in Deutschland auch so sein? Nicht unbedingt.

Großes Abwandern aus den Koalitionsparteien in Richtung AfD, kleine Parteien konnten stärker werden
Sowohl in den Niederlanden als auch in Frankreich gab es Bedenken, dass die populistischen Parteien die Wahl sogar gewinnen können, daher konnte man an den Märkten aufatmen, nachdem die populistischen Parteien nicht gewinnen konnten, auch wenn man den Anstieg in diesen Parteien nicht gerade gut findet.

In Deutschland lag die Messlatte sehr hoch: die von Kanzlerin Merkel angeführte CDU/CSU hatte eine solide und auch gute Position in den Umfragen und auch wenn fast überall erwartet wurde, dass die AfD in den Bundestag kommen wird, dachte man da an eine eher nebensächliche Rolle.

Nachdem die finalen Ergebnisse veröffentlicht wurden, ist das Wahlergebnis für die Parteien aus der alten großen Koalition schon fast katastrophal. Die CDU/CSU konnte mit 33% der Stimmen zwar gewinnen, verlor jedoch fast 9 Prozentpunkte gegenüber der Wahl im Jahr 2013.

Auch die SPD musste einen deutlichen Rückgang verzeichnen und verbuchte am Ende des Wahl-Sonntags das schlechteste Ergebnis seit dem 2. Weltkrieg mit nur knapp über 20%. Zusammengerechnet ist das ein Rückgang von 14 Prozentpunkten für die große Koalition.

Die Koalitionsgespräche werden sehr schwer werden
Nach dieser Wahl gibt es zwei unübersehbare Konsequenzen: die SPD hat angekündigt, nicht in die Koalition zu gehen und damit ist die CDU/CSU in einer sehr schwierigen Situation, die Koalitionsgespräche für eine mögliche Jamaika-Koalition mit der FDP und den Grünen zu führen.

Der SPD Abgeordnete Martin Schulz hat gestern Abend die Zusammenarbeit mit der CDU/CSU bereits ausgeschlossen und beschuldigte Angela Merkel für dieses enttäuschende Resultat der Koalitionsparteien und hob hervor, dass die Grünen eine sehr starke Position in den Gesprächen haben werden, denn ohne sie wird es Neuwahlen geben müssen – ein Szenario was Angela Merkel sicherlich verhindern will.

Merkel selbst sagte, dass es an Weihnachten eine gut aufgestellte Regierung geben wird und dass die nächsten drei Monate für Deutschland schwieriger werden können. Hintergrund dieser Aussage ist durchaus die Landtagswahl in Niedersachsen, die schon in drei Wochen stattfinden wird und wodurch sich die Randparteien erstmal aus den Koalitionsgesprächen zurückhalten werden.

Reaktion im DE30: kein Grund für Euphorie
Im Bezug auf diese Wahlen haben wir uns angeschaut, wie der DE30 (Dax Future als Basiswert) in der Vergangenheit auf die Wahlen reagiert hat. 30 Tage nach der Wahl konnte man im Jahr 2013 das beste Ergebnis im deutschen Aktienindex sehen, man darf jedoch nicht vergessen, dass in diesem Monat auch noch weitere Faktoren die gute Bewegung angetrieben haben.

Kurzfristig konnte man immer gute Bewegungen feststellen, wenn sich beim Ergebnis herausstellte, dass die CDU/CSU mit der FDP regieren konnte. Trotz des guten Abschneidens der FDP ist das in diesem Jahr nicht möglich, da die CDU/CSU einen deutlichen Rückgang an Wählern hatte.Der DE30 konnte in der Vergangenheit gut reagieren, wenn es der CDU/CSU gelang, zusammen mit der FDP zu regieren. Das ist in diesem Jahr nicht möglich. Quelle: XTB Research
Schauen wir uns die Wahl aus einer anderen Perspektive an: in der Vergangenheit war es meistens nicht schwer, eine Koalition zu bilden, da es sehr oft nur drei Parteien im Bundestag gab.

Was könnte also heute ein gutes Szenario sein, wenn man die Vorgehensweise aus der Vergangenheit anwendet? Aktuell gibt es sechs Parteien im Bundestag und es gab noch nie eine solche Aufspaltung der Wähler in Deutschland.

Auch wenn Angela Merkel es schafft, eine Jamaika-Koalition (mit der FDP und den Grünen) zu bilden, können die Investoren darüber besorgt sein, dass es wahrscheinlich viele Konfliktpunkte zwischen der marktorientierten FDP und den Grünen, die eine gegenseitige Haltung einnehmen, geben wird.

Eine solche Koaltion könnte instabil werden und sehr früh nach der Wahl auseinanderbrechen. Aus Sicht der Märkte könnte eine Regierung mit den Grünen zu verschärften Beschlüssen für beispielsweise die Autoindustrie, die einen großen Anteil am deutschen Kapitalmarkt hat, führen.


Es gab ein kleines Downgap am ersten Handelstag der Woche, der technische Ausblick bleibt jedoch positiv. Quelle: xStation5

Nach dem Handelsstart konnte man ein Downgap im DE30 sehen, was jedoch nicht sehr groß war. Der DE30 wird auch in dieser Woche durch viele Einflüsse getrieben werden, im Hinterkopf muss man jedoch behalten, dass aus technischer Sicht – gerade auf den höheren Zeitebenen – der Ausblick für den DE30 immernoch positiv ist.

Eine wichtige Unterstützung liegt bei 11.875 Punkten, die im August verteidigt wurde und die Preise nach der Verteidigung wieder angestiegen sind, was gezeigt hat, dass die Käufer danach sehr stark waren. Das vierte Quartal war im letzten Jahrzehnt der beste Zeitraum für den DE30, da man in jedem der drei Monate Gewinne verbuchen konnte.

Nach oben hin ist die erste Widerstandslinie bei 13.000 Punkten und aktuell kann man am Markt keine besonderen Zeichen für einen Abverkauf erkennen. Aus diesem Grund könnten die Investoren darüber nachdenken, den Einfluss der Politik in den nächsten Wochen noch mitzunehmen.

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