DAX leicht höher erwartet – Stagflationsangst erreicht das Börsenparkett

An der Börse wächst die Angst vor potenziellen Stagflationsszenarien in Europa und den USA. Die weiter steigenden Energiekosten schüren die Inflation und setzen die Notenbanken unter Druck, geldpolitisch gegenzusteuern. Genau das hat die Europäische Zentralbank gestern mit ihrer Zinserhöhung um 25 Basispunkte getan und die Inflationsrisiken noch einmal betont. Sie wird weiter datenbasiert und auf Sicht fliegend über die nächsten notwendigen Zinsschritte entscheiden. Damit lässt sie sich alle Türen offen.

Die mahnenden Worte hallen nach und färbten nach den Verlusten an der Wall Street auch auf den Handel in Asien ab, wo sich die Investoren sogar von ihren heiß geliebten KI‑ und Halbleiteraktien trennten.

Auch die deutlich besser als erwarteten Quartalszahlen von Oracle und der gute Ausblick konnten nicht helfen, die Stimmung zu verbessern.

 

Oracle Chart

 

Die Angst vor einer Stagflation in den USA, also einem mauen Wirtschaftswachstum gepaart mit anziehenden Preisen, verdirbt den Hunger auf Aktien. Die Sorgen spiegeln sich insbesondere in den Anleiherenditen wider, die seit mehreren Wochen steigen und die Investoren in eine Zwickmühle bringen. Denn festverzinsliche und vermeintlich risikoarme Papiere werden so langsam aber sicher zu einer echten Konkurrenz gegenüber den teilweise hoch bewerteten US‑Aktien.

Daher dürften heute in jedem Fall die Verbraucherpreise aus den USA und das Konsumklima der Uni Michigan den Markt bewegen. Die Daten zur August-Inflation sind die letzten entscheidenden Indikatoren vor der Sitzung der Federal Reserve am kommenden Mittwoch, bei der eine Zinserhöhung, anders als bei der EZB, noch längst keine ausgemachte Sache, aber eben eine Option ist.

Aus technischer Sicht und abhängig von den Nachrichten um 14:30 Uhr könnte sich der DAX heute in einer Handelsspanne zwischen 25 250 und 25 550 Punkten bewegen.

 

DAX Chart

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