DAX von SAP gestützt – ifo-Geschäftsklima zeichnet düsteres Stimmungsbild

Das Plus von rund fünf Prozent im Schwergewicht SAP hat dafür gesorgt, dass der DAX die Marke von 24 000 Punkten höchstwahrscheinlich mit ins Wochenende nehmen kann.

Insgesamt aber bleibt die Nervosität mit der weiterhin undurchsichtigen Lage im Nahen Osten weiter hoch und die Investoren wollen zur Stunde keine größeren Risiken eingehen.

 

DAX Chart

Ölpreise über 100 US-Dollar stellen einen klaren Belastungsfaktor dar, da sich mit jedem weiteren Tag die Inflationsfrage für die Zukunft immer deutlicher stellt.

Im Tagesverlauf gab es zunächst Gerüchte darüber, dass der iranische Verhandlungsführer die Verhandlungen verlassen haben soll, die dann später wieder revidiert wurden.

Anleger können sich auf die offiziellen Nachrichten kaum noch verlassen und fokussieren sich daher verstärkt auf die Unternehmensmeldungen.

Aber auch hier stellt sich ein eher heterogenes Bild dar.

Einerseits kommen von den Technologieunternehmen überwiegend positive Nachrichten und schieben die Aktien von SAP und Intel in die Gewinnzone.

 

SAP Chart

Andererseits müssen die Investoren negative Nachrichten von Jungheinrich hinnehmen: Die Aktien des deutschen Maschinenbauunternehmens verlieren 15 Prozent.

 

Jungheinrich Chart

 

Weniger gesucht waren heute die klassischen zyklischen Aktien, wobei BASF eine Ausnahme darstellt. Die Aussicht auf stark steigende Nachfrage nach Petrochemikalien durch Produktionsausfälle macht die Aktien des größten europäischen Chemiekonzerns interessant. Es muss sich jedoch noch herausstellen, ob am Ende die Effekte aus höheren Verkaufspreisen oder die aus den negativ wirkenden Einkaufspreisen überwiegen.

Die Gesamtgemengelage in der deutschen Wirtschaft wird durch einen unter den Erwartungen liegenden Ifo-Geschäftsklimaindex gut wiedergegeben.

Insgesamt zeichnet sich eine klar erkennbare Zurückhaltung zur Einschätzung der konjunkturellen Lage bei den deutschen Managern ab, die vom Iran-Krieg und den stark gestiegenen Energiepreisen geprägt wird.

Die Situation bei den wichtigen Energieträgern bleibt angespannt und könnte sich in den kommenden Handelswochen noch weiter verschärfen.

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