Firmeninsolvenzen auf höchstem Stand seit 2013

Die Dauerkrise der deutschen Wirtschaft macht sich auch bei der Zahl der Unternehmensinsolvenzen bemerkbar. Nach am Dienstag veröffentlichten Hochrechnungen der Auskunftei Creditreform werden bis zum Ende des ersten Halbjahres 2026 rund 12.900 Unternehmen Insolvenz angemeldet haben – nahezu 8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Stand seit den ersten sechs Monaten 2013 mit damals 13.310 Fällen.

„Der Pleite-Höhepunkt ist noch nicht erreicht“, warnte der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. „Diese Entwicklung wird sich erst dann wieder stabilisieren, wenn die Wirtschaft endlich wächst. Nach jetzigem Stand also frühestens 2027.“ Die meisten Insolvenzen gab es im ersten Halbjahr des laufenden Jahres mit fast 7.900 Fällen im Dienstleistungsbereich, zu dem die Gastronomie zählt.

 

Viele Kleinunternehmer nehmen ungern Kredit auf

Unterdessen verzichten Kleinunternehmer in Deutschland und anderen europäischen Ländern lieber auf Gehalt, anstatt Kredite aufzunehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute vorgelegte Studie des Finanzdienstleisters Qonto, für die im Frühjahr 2026 knapp 1.700 Firmeninhaber in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien befragt wurden. Demnach hat fast die Hälfte (46 Prozent) der Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen in den vergangenen zwölf Monaten das eigene Gehalt gekürzt oder gar komplett ausgesetzt, um den Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten. Deutschland liegt bei diesem Wert im Durchschnitt.

45 Prozent der befragten europäischen Unternehmen haben noch nie auf eine externe Finanzierung zurückgegriffen. In Deutschland und Spanien ist dieser Wert mit jeweils 50 Prozent am höchsten. Der Untersuchung zufolge sehen 36 Prozent der Kleinunternehmer die Aufnahme von Fremdkapital als klares Zeichen für eine schlechte finanzielle Unternehmensführung an. In Deutschland beträgt dieser Wert 27 Prozent, in Frankreich ist er mit 41 Prozent am höchsten.

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