DAX30-Index – Angriff auf neue Allzeithochs?

ETX Capital: Der S&P500-Index schrieb in den letzten Tagen neue Allzeithöchstkurse und sein kleiner Bruder, der DAX30-Index, konnte jüngst die charttechnische Widerstandszone zwischen 9600 Punkten bis 9500 Punkten überwinden. Ob der Ausbruch des DAX30-Indexes ein Angriff auf das letzte Allzeithoch bei 10.050 Punkten sein wird, dass könnten die nächsten Handelstage zeigen.

 

 

Morgen tagt die EZB und man kann gespannt sein, wie die geldpolitischen Reaktionen Mario Draghis auf die Konjunkturmisere in der Eurozone sein wird. Für die Bullenmärkte ist Überschussliquidität das Lebenselexier und in Europa könnten wir, anders als möglicherweise in den USA, noch nicht am Ende der Liquiditätsparty angelangt sein. Die deflatorischen Tendenzen in der Eurozone geben Grund zur Sorge, dass der europäischen Währungsunion eine Japan-Sklerose bevorstehen könnte.

 

Im Gegensatz dazu zeigt sich die Geldpolitik auf der anderen Seite des Atlantiks an einem fortgeschrittenen Punkt auf der monetären Zykluskurve. In absehbarer Zeit könnte das Anleihenkaufprogramm der Fed auslaufen. Sollte in den USA in den nächsten Monaten die Inflation anspringen, d.h. nachhaltig in Richtung 3 Prozent laufen, dann könnten auch die US-Zinsen nachhaltig steigen. Das könnte für die nächsten zwei Jahre das Ende vom „buy and hold“ Ansatz am Aktienmarkt bedeuten. Da sich der Bullenmarkt  statistisch gesehen eher im letzten Drittel befindet, könnten die nächsten zwei Jahre für Stock Picker und Trader gemacht sein.

 

Schaut man die Korrelation zwischen den 10-jährigen US-Staatsanleihen und dem S&P500-Index an, ist auffällig, dass die Anleihenmärkte in den letzten zehn Jahren den Aktienmärkten um ca. 2 bis 3 Jahre voraus gelaufen sind. Übernimmt man diese technische Argumentation, dann könnte den Aktienmärkten eine ungemütliche Zeit bevorstehen. Viel könnte davon abhängen, wie die US-Fed und Janet Yellen den Weg hin zu steigenden Zinsen gestalten. Waren also die letzten 2 bis 3 Jahre eine „Pre-Bond-Bubble-Burst“ Phase oder eher ein Börsenhochsommer, der seinem konventionellen Ende entgegen geht, nämlich einem breit angelegten und volatilen Seitmärktsmarkt?

 

Von Oliver Bossmann

 

 

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