Der DAX kämpft sich zurück – Vorsicht vor verfrühter Hoffnung

Bernstein Bank: Neue Verluste zum Wochenbeginn – und bis zum Montagmittag eine moderate Gegenbewegung an der deutschen Börse. Natürlich bestimmt Corona das Geschehen. Und Erdöl wird verschleudert.

Kurse in Frankfurt bröckeln zunächst
Spannender Wochenauftakt an der deutschen Börse: Die Aktienkurse in Frankfurt tauchten zunächst ab, arbeiteten sich dann aber wieder nach oben. Zuletzt hielt sich der DAX unverändert bei 9.633 Zählern. Das Tagestief lag am Montag bei 9.456 Punkten. Goldene Zeiten also für Trader. Am Freitag hatte der Kursindikator noch mehr als 3 Prozent eingebüßt – doch das Wochenplus lag noch immer bei 8 Prozent. Die Wirtschaftsweisen warnten am Montag in einem Sondergutachten vor der schlimmsten Rezession seit 2009. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt könne in diesem Jahr bis zu 5,4 Prozent schrumpfen.

Die US-Futures auf den S&P 500 hangelten sich wieder auf 0,4 Prozent nach oben. Sie waren nach der Ankündigung der Verlängerung für die Lockdown-Guidelines in den USA bis zum 30. April abgerutscht.

Weiter dominierte die Angst vor einer lang anhaltenden Abschnürung der US-Wirtschaft und der europäischen Konjunktur den Aktienhandel. Und auch China war ein Thema.

„The Daily Mail“ berichtete, dass Wissenschaftler die britische Regierung gewarnt hätten: China trickse bei seinen Corona-Zahlen – die tatsächlichen Fälle könnten 15 bis 40mal höher sein, als gemeldet.

 


 

Moderate Verluste in Asien
An der Börse in China setzte der CSI-300 um 1 Prozent zurück auf 3.647 Zähler. Support erhielten die Kurse von der Nachricht, dass die Notenbank die heimische Wirtschaft mit niedrigeren kurzfristigen Zinsen für Banken unterstützt. Der Nikkei in Tokio rutschte zunächst 800 Punkte ab, kämpfte sich dann aber wieder nach oben. Zum verbuchte der Index ein Minus von 300 Zählern oder 1,6 Prozent bei 19.085 Stellen.

 

US-Börsen tauchen ab

An der Wall Street waren die Anleger vor dem Weekend auf Nummer sicher gegangen. Immerhin hatte das Repräsentantenhaus das Mega-Hilfsprogramm der US-Regierung durchgewunken. Der Dow Jones schloss 4,1 Prozent tiefer auf 21.636 Punkten. Der S&P 500 büßte 3,4 Prozent auf 2541 Punkte ein. Dennoch verbuchte der S&P 500 mit einem Wochenplus von 10,3 Prozent den stärksten Wochengewinn seit 2009.

Für den Dow ging es mit einer Rendite von plus 12,8 Prozent sogar so stark nach oben wie seit 1938 nicht mehr. Der Nasdaq 100 verlor am Freitag 3,9 Prozent auf 7.588 Stellen.

 

Vorsicht vor verfrühter Hoffnung
Laut CNBC warnten derweil Analysten davor, einer Rally im Bärenmarkt hinterher zu laufen. Eric Robertsen, Head of Global Macro Strategy bei Standard Chartered, erklärte, der Risk-Rally fehle es an Substanz. Im nächsten Monat würden die Ergebnisse des ersten Quartals von Investmentbrokern sowie globale Konjunkturdaten das Ausmaß des wirtschaftlichen Zusammenbruchs belegen. Beides werde die Schwäche im Verbrauchervertrauen noch verstärken – dazu geselle sich die ausgreifende Gesundheitskrise und die Angst vor der Arbeitslosigkeit.

Wer glaube, dass der Kurssturz von rund 25 Prozent schon diese Variablen einpreise, der könne voreilig handeln. Robertsen blickte zurück auf 2008: Nach Ankündigungen der Hilfsmaßnahmen seien die Kurse im November 2008 gesprungen, um im März 2009 ihre Tiefs zu finden. Erst danach sei die eigentliche Erholung angelaufen.

Auch Daniel Gerard, Senior Multi-Asset Strategist von State Street, argumentierte, es brauche mehr Informationen von Konzernen, um ein finales Tief auszurufen.

Niemand habe ein genaues Bild von den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Gewinne, sagte er im Gespräch mit CNBC’s „Street Signs Asia“. Vishnu Varathan, Head of Economics and Strategy bei der Mizuho Bank, zweifelte an, dass die diversen Stimuli schon Auswirkungen auf die Aktienkurse hätten.

Umsatz-Schocks durch die Quarantäne und die Unterbrechung der Lieferketten würden noch eine Weile anhalten.

 


 

Ausverkauf bei Erdöl
Unterdessen rutschten die Ölpreise weiter ab. Brent verlor am Montag im Tief um knapp 8 Prozent und war mit 23,03 Dollar je Barrel so günstig wie zuletzt 2002. Zuletzt lag das Minus noch bei 4,5 Prozent und der Preis bei 26,69 Dollar. WTI verbilligte sich um 3,4 Prozent auf 20,79 Dollar.

Neben dem aktuellen Deflationsschock in der globalen Nachfrage gib es keine Anzeichen dafür, dass Saudi-Arabien und Russland ihren Preiskrieg beilegen.

 

Das bringt der Tag
Der Terminkalender enthält am Montag nur wenige einige interessante Events.

So stehen in den USA um 16.00 Uhr die schwebenden Hausverkäufe für Februar an.

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