Der DAX rauscht unter 10.000

Bernstein Bank: Kein Halt, nirgends. Die Wall Street legt einmal mehr einen ungebremsten Absturz hin. Die USA untersagen wegen Corona alle Flüge von Europa in die USA. Weiter gibt es keine konkrete Aussage zu Staatshilfen. Asien und die Börse in Frankfurt gehen in die Knie. Die Hoffnung der Anleger ruht nun auf der Europäischen Zentralbank.

 

Börse Frankfurt fällt wie ein Stein
Wir hoffen, dass Sie vor einiger Zeit ein wenig Geld in Puts und Shorts investiert haben, wie wir es Ihnen geraten hatten: Der DAX brach am Donnerstag in kürzester Zeit unter die Schwelle von 10.000 Zählern. Der deutsche Leitindex gab zuletzt 6,8 Prozent oder 708 Zähler nach auf 9.731 Stellen.

Gold war auch keine schlechte Idee:
Der Preis hielt sich stabil bei 1.643 Dollar je Unze. Der Tiefenrausch bei den deutschen Aktien ist kein Wunder, denn die Hiobsbotschaften prasselten wie Hagel auf die Bullen ein.

 

Sinkflug überall
Das Kieler IfW-Institut erwartet in diesem Jahr wegen Corona erstmals seit der Finanzkrise 2009 für die deutsche Wirtschaft wieder eine Schrumpfung. Das ist wenig überraschend, denn 56,2 Prozent der deutschen Unternehmen spüren derzeit negative Auswirkungen, wie das Ifo-Institut meldete.

Doch aus einem anderen Grund waren die US-Futures in der Nacht um rund 5 Prozent abgetaucht.

Erdöl verbilligte sich ebenfalls um rund 5 Prozent: WTI kostete noch 31,39 Dollar, Brent 34,02 Dollar je Fass.

 


 

Enttäuschung nach Ansprache von Trump
Der weltweite Handel hatte sich von US-Präsident Donald Trump konkrete Stimuli versprochen und bekam nichts. In seiner Rede aus dem Oval Office versprach er zwar finanzielle Hilfen für Arbeiter, die krank oder in Quarantäne seien oder sich um andere kümmerten. Doch nannte er wegen der Budget-Hoheit des Kongress keine Einzelheiten.

Weiter sagte er, im Rahmen der Small Business Administration werde es auch niedrig verzinste Kredite für betroffene Firmen geben; weiter sollen Betroffene Steuerzahlungen um drei Monate verschieben können. Besonders schlimm für die international vernetzte Wirtschaft: Ab Freitag werden alle Flüge aus fast ganz Europa in die USA eingestellt.

Zuvor hatte schon Treasury Secretary Steven Mnuchin gesagt, ein robuster Stimulus-Plan werde eine Weile brauchen, bis ihn der Kongress verabschiedet habe.

Politiker beider Parteien hatten sich schon skeptisch über Steuererleichterungen geäußert.

Natürlich dürften die Demokraten die Angelegenheit als Waffe im Wahlkampf nutzen.

 

Corona breitet sich in Italien aus
Unterdessen hat die Regierung in Rom nach einem starken Anstieg der Todesfälle die Schließung von Bars und Restaurants sowie fast aller Geschäfte verhängt. Nur Lebensmittelläden, Drogerien und Apotheken bleiben weiter geöffnet. Dänemark schließt ab Montag für zwei Wochen alle öffentlichen Schulen und Kindertagesstätten.

Auch nicht zwingend benötigte Mitarbeiter im öffentlichen Sektor dürfen nach Hause gehen.

Angesichts der weiter offenen Grenzen in Europa ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis dieser Zustand auch in Deutschland Normalität wird.

 

Asienbörsen geben nach
Im Sog der Futures ging auch der asiatische Aktienmarkt in die Knie. Der Nikkei schloss 4,4 Prozent tiefer auf 18.560 Zählern. Der CSI-300 in China sank um 1,9 Prozent auf 3.951 Stellen. Peking steuerte gegen: Die Erholung der chinesischen Industrie von Corona nimmt dem Handelsministerium zufolge Fahrt auf. Dies sagte der Außenhandelsdirektor des Ministeriums, Li Xingqian, heute während einer Online-Pressekonferenz. China überlege, die Importe zu erhöhen.

Doch wegen des wachsenden Drucks auf die Weltwirtschaft durch die globale Ausbreitung des Virus steige die Unsicherheit in China. Indien verhängte derweil eine Einreisesperre für alle Touristen.

Die kleine, positive Nachricht aus Australien ging unter: Das Land will 11 Milliarden Dollar in die Wirtschaft pumpen.

 


 

Herber Absturz an der Wall Street
Die Weltgesundheitsorganisation hatte gestern die Verbreitung des neuen Corona-Virus als Pandemie eingestuft und damit die US-Börsen versenkt. Der Dow Jones Industrial rutschte im Tagesverlauf immer tiefer und schloss 5,9 Prozent schwächer bei 23.553 Zählern. Innerhalb von drei Jahren hat der Index somit das Plus eines Jahres aufgezehrt. Der Dow ist nun offiziell in einen Bärenmarkt eingebogen – und ein elfjähriger Bull Run ist beendet. Er war übrigens der längste überhaupt.

Der S&P 500 gab 4,9 Prozent nach auf 2.741 Zähler. Und der Nasdaq 100 verlor 4,4 Prozent auf 8006,12 Zähler. Derweil kletterte der Panik-Indikator VIX auf über 60 Punkte – so hoch hatte der Index zuletzt Ende 2008 gestanden.

 

Das bringt der Tag
Der wichtigste Termin am Donnerstag wird die EZB-Ratssitzung mit dem Zinsentscheid um 13.45 Uhr. In der Pressekonferenz danach dürfte es vor allem um geldpolitische Schritte gegen Corona gehen.

Zudem wird um 13.30 Uhr die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA gemeldet.

Dito die Verbraucherpreise für Februar.

Das wird also einmal mehr ein heißer Börsentag – wappnen Sie sich! Eine ideale Plattform für den Online-Handel finden Sie dort, wo in diesen Zeiten die stärksten Server stehen: Bei leistungsfähigen Brokern mit Bafin Lizenz.

Disclaimer

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. 78% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge