Deutsche Telekom AG: Wie wär’s mit T, Herr Buffett?

Die Aktie der Deutschen Telekom und der deutsche Anleger waren einst die besten Freunde. Leider kam ihnen jedoch ein kleiner Börsencrash am Neuen Markt um die Jahrtausendwende in die Quere und seither wollten sie nicht mehr viel voneinander wissen. Der Kurs der Aktie fiel auf ein Bruchteil dessen, was er einst wert gewesen ist und dümpelte seither lustlos vor sich hin. Und immer noch scheint die Abneigung gegenüber der T-Aktie spürbar zu sein, denn an dieser Aktie fällt gerade eines auf: Sie ist billig.

Wie kann eine Aktie billig sein? Entweder sie steigt oder sie fällt, aber “billig” hört man im Zusammenhang mit Aktien eher selten. Der Begriff entstammt der Schnittmenge aus fundamentaler Analyse und dem so genannten Value Investing. Letzteres bedeutet, dass man versucht, den “Wert” eines Unternehmens klar zu bestimmen und dann anhand des Aktienkurses ersieht, ob dieser nun billig oder teuer ist. Das Ziel der Strategie hierbei ist stets das langfristige Investieren. Warren Buffett verfolgt seit seiner Ausbildung bei Großmeister Benjamin Grahem (“The Intelligent Investor”) mit seiner Holding Berkshire Hathaway genau dieses Prinzip. Er ist der erfolgreichste Mann seiner Zunft weltweit. Sein letzter großer Coup war die Komplettübernahme einer amerikanischen Eisenbahngesellschaft. Der Value Investor ist nicht in erster Linie an Kursgewinnen orientiert, sondern an passivem Einkommen, beispielsweise durch Empfang von Dividendenzahlungen. Damit ist auch das Timing des Einstiegs nicht entscheidend. Es ist eine ganz andere Marktphilisophie: Entgegen dem Trader, der Technische Analyse anwendet und Kursbewegungen ausnutzt sucht der Value Investor mittels Fundamentalanalyse nach günstigen und zukunftsfähigen beziehungsweise -resistenten Titeln.

Dieses Wissen im Hinterkopf kann einem Trader auf der Suche nach der Gelegenheit jedoch ebenso behilflich sein. Wichtig bei der Fundamentalanalyse sind in erster Linie zwei Dinge: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV; Gewinn pro Aktie zu Aktienkurs) und die Dividendenrendite. Ein KGV unter 10 gilt demnach bei Blue-Chips als günstig, bei Technikwerten liegt es ein wenig höher. Dividenrendite erklärt sich von selbst. Nun ist die Deutsche Telekom ein traditionell dividendenstarker Titel und als größtes Kommunikationsunternehmen solide im Markt platziert, inklusive einer nicht zu verachtenden Portion Zukunftsfähigkeit. Die Finanzkrise hatte die Telekom weit besser überstanden als die meisten anderen deutschen Industrieschwergewichte, das Tief lag bei knapp unter 8 Euro je Aktie in 2009 (genauer gesagt bei EUR 7,825 am 09.05.2009), sehr verspätet im Vergleich mit anderen Werten während der Krisenhochzeiten. Für das Jahr 2010 wird nun ein Gewinn pro Aktie von 74 Cent prognostiziert, was aktuell zu einem akzeptablen KGV von 12 führt. Dabei liegt die Dividendenrendite bei 8,20 Prozent, da mit 73 Cent Dividende fast der gesamte Konzerngewinn an die Aktionäre weitergereicht wird. Jetzt überlege man sich mal kurz, wie viel Rendite bei Deutschen Staatsanleihen aussteht und mit wie viel Bewegung dort in den nächsten zehn Jahren zu rechnen ist!

PS.: Ein Investment mit diesen 8 Prozent Dividenrendite verdoppelt sich innerhalb von neun Jahren. Magie ist das nicht. Und es reichte aus, um der zeitweise reichster Mensch auf Erden zu sein, auf Warren Buffett bezogen.

Die Kollegen aus der Redaktion von www.insider-alarm.de haben zudem mitgeteilt, dass der Vorstandsvorsitzende persönlich, René Obermann, diese Woche 50.000 T-Aktien zum Preis von je 8,74 Euro erworben hatte. Der Herr scheint sich auszukennen. Mittlerweile steht die Aktie zwar schon wieder bei über 9, aber man kann pauschal festhalten: Unter 10 Euro ist die T-Aktie wahrlich ein Schnäppchen. Stimmt’s, Warren?

Der Vollständigkeit halber trotzdem noch ein kurzer Blick auf die Technische Analyse:

Nach der Hauptversammlung Anfang Mai dieses Jahres und der angespannten Krisensituation in Europa verließen einige Anleger die Aktie. Dadurch wurde der vorläufige Aufwärtstrend gebrochen . Aktuell muss man den Trend demnach als “seitwärts” klassifizieren, das untere Ende bildet hierbei das Tief aus 2009. In engerem Zeitrahmen betrachtet hat die T-Aktie nun einen Doppelboden mit ordentlich Volumen ausgebildet. Zwischen 8,50 Euro und 8,75 Euro findet sich also eine hartnäckige Unterstützungszone. Mit Stopp darunter könnte man hier einen schönen Position-Trade fahren. Oder einfach gleich für’s Alter damit vorsorgen.

Seit dem Tief hat sich bis heute ein leichter Aufwärtstrend gebildet, der erst wieder nach unten durchbrochen wird, wenn die T-Aktie nach Tagesschluss unter die EUR 8,50 zurückfällt.

Tageschart der T-Aktie mit Pivots, RSI und MACD/OszillatorenKlicken Sie hier, um eine grafische Darstellung zu erhalten:

Tageschart der T-Aktie mit Pivots, RSI und MACD/Oszillatoren

Für den Freitag als Handelstag generiert die T-Aktie folgende Unterstützungen und Widerstände auf Basis des Tagescharts:

S1/S2/S3 8,961/8,810/8,719 und

R1/R2/R3 9,203/9,294/9,445

Auf Basis des Tagescharts handelt die T-Aktie derzeit mit einem RSI-Wert von 49,989 im neutralen Bereich.

Zum Zeitpunkt der Analyse kostet die T-Aktie EUR 9,176 (14:14 Uhr) via XETRA.

Hinweis: Dividendenberechtigt ist nur der Inhaber der Aktie! Auf CFDs werden keine Dividenden ausgeschüttet (Derivat)!

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