Deutschland nutzt seine Wachstumschancen nicht

Digitalisierung, Innovationen und Investitionen sollten Kern der wirtschaftspolitischen Agenda der neuen Bundesregierung bilden

Trotz guter Konjunktur bleiben in Deutschland erhebliche Wachstumschancen ungenutzt. Dies kommt in einem nur schwachen Produktivitätswachstum zum Ausdruck. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR).

"Der Schlüssel zu einer höheren Wirtschaftsleistung liegt in Deutschland vor allem in einer stärkeren Nutzung neuer Technologien und innovativer Geschäftsmodelle", so BVR-Vorstand Dr. Andreas Martin. "Die Themen Digitalisierung, Innovationen und Investitionen sollten daher eine zentrale Rolle in der wirtschaftspolitischen Agenda der Bundesregierung einnehmen", zeigt sich der BVR-Vorstand überzeugt.

Aus Sicht der mittelständischen Unternehmen ist die Verbesserung der digitalen Infrastruktur besonders dringend. Eine Daueraufgabe stelle die Modernisierung und der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur dar.

Der BVR-Studie zufolge hat in den Jahren 2011 bis 2016 die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigenstunde durchschnittlich um 0,8 % pro Jahr zugenommen, in den Jahren 2001 bis 2006 sei sie demgegenüber noch um 1,3 % angestiegen.

Entsprechend könnte das Wirtschaftswachstum über den Konjunkturzyklus einen halben Prozentpunkt höher ausfallen, wenn die Produktivität ähnlich stark zunehmen würde wie in den Jahren nach dem Jahrtausendwechsel.

Studien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kommen zu dem Ergebnis, dass sich unter den Unternehmen der hochentwickelten Volkswirtschaften der Abstand zwischen den Produktivitätsführern und den Nachzüglern in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet hat.

Dies deutet darauf hin, dass durch den verstärkten Einsatz neuer Technologien das gesamtwirtschaftliche Produktivitätswachstum deutlich steigen könnte.

Vor allen Dingen sind die Manager in den Unternehmen gefordert, vorhandene Produktivitätspotentiale zu heben. Doch kann auch die Wirtschaftspolitik einen Beitrag zur Steigerung des Produktivitätswachstums leisten, wenn der technische Fortschritt durch eine geringe Markteffizienz gebremst wird.

Besonders förderlich für die Diffusion von Innovationen ist ein wettbewerbsintensives Marktumfeld. Hierauf hat die Wirtschaftspolitik durch die Regulierung der Produktmärkte einen prägenden Einfluss.

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