Die aktuelle Fallhöhe von Aktien ist gefährlich

CMC Markets: Der pure Mangel an Alternativen zu Aktien sorgt dafür, dass Investoren gemessen am S&P 500 derzeit 44 Prozent mehr für Aktien bezahlen, als sie im Schnitt der vergangenen zehn Jahre dafür bereit waren. Und dies trotz der Tatsache, dass der Corona-Schock die Weltwirtschaft wohl in die tiefste Rezession seit dem zweiten Weltkrieg stürzen wird.

Seit seinem am 23. März erreichten Tiefpunkt ist der S&P 500 an der Wall Street schon wieder mehr als 40 Prozent gestiegen, getrieben unter anderem vom billigen Geld der Notenbanken und historisch einmaligen Konjunkturprogrammen und Hilfspaketen der Staaten.

 

Spekulative Überhitzungserscheinungen
Die spekulativen Überhitzungserscheinungen an der Börse lassen sich sehr gut an der Bewertung des Nasdaq-Technologieindex im Vergleich zum CRB-Rohstoffindex ablesen. Zum Hochpunkt der Technologie- und Internet-Spekulationsblase im Jahr 2000 war der Nasdaq 100 Index 22 Mal so hoch bewertet wie die Rohstoffe im CRB-Index. Die aktuelle Rally hat diesen Multiplikator auf 72 schnellen lassen – auch deshalb, weil die Rohstoffpreise die wenig rosige wirtschaftliche Situation realistischer widerspiegeln als der Aktienmarkt.

Und die zu erwartende starke Erholung in den Konjunkturdaten in den kommenden Tagen und Wochen im Fahrwasser der massiven geld- und fiskalpolitischen Unterstützung ist und bleibt lediglich dem Basiseffekt geschuldet.

Es würde – wenn überhaupt – nur der herbe Einbruch durch den nahezu weltweiten Lockdown wieder wettgemacht.

 


 

Rezessionssignale schon vor Corona
Die Rezession aber hatte sich schon vor dem Ausbruch des Coronavirus angekündigt, die Weltwirtschaft schlitterte bereits kränkelnd in diese Krise. Dies lässt sich an den Notierungen der US-Staatsanleihen ablesen. Liegen die Zinsen für zweijährige Zinspapiere höher als die für 10-jährige, signalisieren die US-Treasuries Ungemach. Diese sogenannte Invertierung der Zinskurve erfolgte bereits am 14. August 2019 und damit weit vor der ersten Welle und dem Stopp des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens in vielen Teilen der Welt.

Seit dem zweiten Weltkrieg hat sich die US-Zinskurve achtmal invertiert und jedes Mal folgte darauf eine Rezession.

Im statistischen Mittel vergingen zwischen der Invertierung der Zinskurve bis zum Rezessionseintritt 306 Tage, was den 13. Juni 2020 bereits im Sommer vergangenen Jahres zum erwarteten Termin für eine Rezession werden ließ. Die Corona-Krise dürfte die drohende Rezession, die sich bereits lange davor ankündigte, also lediglich vertiefen. Wenn Unternehmen heute Entlassungen ankündigen, während die Börsen die V-förmige Erholung fast schon komplett vorweggenommen haben, muss man sich die Frage stellen, warum das so ist.

Entweder sind die Investoren noch verwirrter denn je und im totalen Blindflug unterwegs oder die Unternehmen verarbeiten jetzt die ohnehin überfällige Rezession, die sich durch das Virus nur beschleunigt hat.

Auch wenn höchstwahrscheinlich ein Funken Wahrheit an beiden Theorien ist, steht fest: Die Corona-Krise wird von vielen Unternehmen lediglich als Entschuldigung für längst überfällige Anpassungsprozesse benutzt.

 

Angst vor einer zweiten Ausverkaufswelle durchaus berechtigt
Bei solchen spekulativen Überhitzungen, wie sie gerade am Aktienmarkt zu beobachten sind, lässt sich ein Hochpunkt schwer greifen. Wiederholt sich allerdings die Geschichte aus dem Jahr 2000, droht ein jahrelanger Bärenmarkt, sobald die Blase platzt. Aktuell lässt sich sehr schön eine Korrelation zwischen den Neuinfektionszahlen in den USA und dem Kursverlauf an der Wall Street feststellen.

Als der S&P 500 am 8. Juni seinen vorläufigen Hochpunkt bei 3.233 Punkten erreichte, fielen die täglichen Neuinfektionszahlen in den Vereinigten Staaten mit 16.301 auf ihren bisherigen Tiefpunkt.

 


 

Seither steigen sie wieder und lagen am Sonntag bei 28.095.

Die Jagd nach Aktien scheint vorläufig beendet. Auch US-Präsident Trump könnte mit dem Versuch scheitern, die Gefahr durch das Virus nun herunterzuspielen und weniger Tests zu fordern, um die Infektionszahlen zu senken und so die Aktienkurse weiter zu treiben.

Im Gegenteil: Die Angst vor einer zweiten Ausverkaufswelle an der Börse ist gerade auch deshalb berechtigt, weil der Aktienmarkt auf nie da gewesenen Bewertungsniveaus angelangt ist – mit entsprechender Fallhöhe vom aktuellen Niveau aus.

 

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