Die Börse wartet auf die Fed – Dämpfer im Zollstreit

Bernstein Bank: Die Anleger am Frankfurter Aktienmarkt nehmen sich auch am Mittwochvormittag eine Auszeit. Zunächst gilt es, die Zahlenflut in den USA und in Deutschland zu verarbeiten. Zudem meldet sich die Federal Reserve am Abend mit dem Zinsentscheid zu Wort. Und letztlich stoppten negative Meldungen in Sachen Zollstreit China-USA die Kauflaune.

 

Leichtes Minus an der deutschen Börse
Die Börsianer in Frankfurt ließen es am Mittwoch zunächst gemächlich angehen. Der DAX rutschte 0,3 Prozent zurück auf 12.900 Punkte. Mit der Deutschen Bank, VW und Bayer legten drei Schwergewichte ihre Geschäftszahlen vor – wobei die Aktie der Deutschen Bank kräftig einbrach.

In Sachen Zinsentscheid rechneten die meisten Börsianer mit der dritten Zinssenkung in diesem Jahr.

Alles andere wäre eine Enttäuschung und dürfte die Wall Street und den DAX gen Süden schicken.

Doch wenn Sie CFD handeln, sollte dies ja kein Problem sein – schließlich haben Sie die Möglichkeit sowohl auf steigende- als auch fallende Märkte zu spekulieren.

 

Dämpfer im Zollstreit
Der weltweite Handel registrierte zudem mehrere skeptische Wortmeldungen in Sachen China. Offenbar managte nun Washington die Erwartungen nach unten. Gestern soll ein US-Offizieller – wer? – laut mehreren Medienberichten gesagt haben, dass es mit der erhofften Unterzeichnung von Phase 1 beim APEC-Gipfel in Chile in gut zwei Wochen vielleicht doch nichts werde.

Zudem berichtete CNBC unter Berufung auf Insider, dass sich China sträube, die zugesagten Käufe bei US-Farmern in Höhe von 50 Milliarden Dollar in die Tat umzusetzen. Für die USA sei das aber ein besonders wichtiger Eckpunkt in einem Deal. Peking befürchte, dass bei einem Export einer großen Menge an Agro-Gütern in kurzer Zeit der chinesische Markt das nicht verarbeiten könne. Ein Überangebot würde die lokalen Preise nach unten drücken. Die Nachrichten rückten die US-Futures auf Schweinefleisch und Soja in den Fokus.

 


 

Und dann meldete sich auch das chinesische Außenministerium zornig zu Wort. Nach der gestrigen Meldung, wonach Huawei und ZTE wohl in Kürze als Risiko für die nationale amerikanische Sicherheit eingestuft werden, gab es nun Klartext von Sprecher Geng Shuang. Laut AP News warf er den USA „economic bullying behavior“ vor.

Spannend wird es nun am 19. November – dann will die Federal Communications Commission darüber entscheiden, ob US-Firmen öffentliche Gelder dazu verwenden dürfen, 5G-Equipment bei den chinesischen Firmen einzukaufen.

 

Asien setzt zurück
Die Börsianer waren angesichts der schrillen Töne skeptisch. Wegen der News rutschte der chinesische CSI-300 um 0,5 Prozent zurück auf 3.891 Zähler. Der Devisenmarkt glaubt offenbar weiter an eine Einigung, der Renminbi hielt sich zuletzt recht stabil – USDCNY notierte bei 7,0563.

An der Börse in Tokio nahmen die Anleger nach sieben freundlichen Handelstagen erst einmal Gewinne mit.

Der Nikkei 225 rutschte um 0,6 Prozent auf 22.843 Zähler.

 

New York trotz S&P-Hoch schwach
Auch die Wall Street zeigte sich am Vorabend zögerlich. Der Dow Jones verbuchte zur Schlussglocke einen minimalen Verlust von 0,1 Prozent auf 27.071 Stellen. Der S&P 500 erreichte im Handelsverlauf ein neues Allzeit-Hoch bei 3048 Zählern. Allerdings beendete er den Handel ebenfalls mit minus 0,1 Prozent bei 3037 Zählern. Der Nasdaq 100 sank sogar 0,8 Prozent auf 8.048 Stellen.

In der Berichtssaison gab es Licht und Schatten. Die Die Google-Mutter Alphabet verfehlte die Erwartungen.

Merck und Pfizer erfreuten dagegen.

Dito General Motors.

 


 

 

Zerschlagt den gordischen Brexit-Knoten
Sterling hielt sich recht fest bei 1,2875 Dollar. Für Freude sorgte die Meldung, dass Labour nun doch einer Neuwahl zugestimmt hat. Das britische Unterhaus verabschiedete gestern Abend ein Gesetz, nach dem am 12. Dezember ein neues Parlament gewählt werden soll. Nun muss noch das Oberhaus die Sache absegnen.

Die gesamte Finanzbranche und exportorientierte Firmen hoffen darauf, dass die Lähmung im Parlament durch klare Mehrheiten beendet wird.

Wobei die Sympathien natürlich nicht unbedingt den Linken gelten, sondern den Tories.

 

Das bringt der Tag
Der Terminkalender ist am Mittwoch prall gefüllt:

Um 13.15 Uhr laufen zunächst die ADP-Beschäftigungsdaten für Oktober ein.

Das vorläufige BIP für die USA im dritten Quartal wird um 13.30 Uhr gemeldet.

Dito die Zahlen zum privaten Konsum.

Ferner werden um 15.30 Uhr die US-Rohöllagerbestandsdaten der Energy Information Administration veröffentlicht.

Highlight des Tages wird um 19.00 Uhr der Zinsentscheid der Federal Reserve mit der anschließenden Pressekonferenz – hier rücken neben Aktien auch der Dollar und US-Treasuries in den Fokus.

 


 

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