Die Jagd auf Cryptos ist eröffnet

Bernstein BankWas wir an dieser Stelle seit langem prophezeien, konkretisiert sich nun: Führende westliche Notenbanken bereiten eine eigene digitale Währung vor. Das dürfte der Anfang vom Ende sein für Bitcoin, Ethereum und co.

Das Imperium schlägt zurück
Jetzt geht’s los: Sieben Zentralbanken haben die Ausgangsbedingungen für die Emission von eigenen digitalen Währungen definiert, wie Reuters meldete. So steht es in einem am Freitag von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) veröffentlichten Bericht.

In der Allianz versammelt haben sich die Federal Reserve, die Europäische Zentralbank (EZB), die Schweizer Notenbank, die Bank von Japan, die Bank von England, die Bank von Kanada und die schwedische Riksbank. Dazu gesellt sich ferner die BIZ.

 


 

E-Währung im täglichen Leben
Digitalwährungen der Zentralbanken (CBDC – Central Bank Digital Currency) sollen demnach mit Bargeld und anderen Formen von Geld koexistieren können. Die Geldwertstabilität dürfe nicht gefährdet werden. Die Digitalwährung müsse zudem Neuerungen und Effizienz im Zahlungsverkehr voranbringen. Und weiter: Verbraucher sollen die Digitalwährungen leicht nutzen können, ferner sollten sehr geringe oder gar keine Kosten anfallen.

Zwar hat bislang noch keine der beteiligten sieben Notenbanken die Einführung einer eigenen Digitalwährung beschlossen. Doch was nicht ist, kann ja noch werden.

Nicht dabei ist zudem die chinesische Notenbank, die bereits in einer Pilotphase einen digitalen Renminbi testet. Was wiederum ebenfalls eine Gefahr für alternative E-Devisen darstellt.

Weg mit dem Bargeld
Sie ahnen schon, was kommen wird: Eine E-Währung läuft auf die Abschaffung des Bargelds hinaus, was die Schwarzarbeit eliminiert und den Fiskus erfreut.

Auch Kriminelle müssen sich warm anziehen. Denn wenn fast die gesamte westliche Welt eine eigene Digitalwährung einführt, dann werden sehr schnell von offizieller Seite Fragen gestellt werden, warum denn ein Privatinvestor noch unbedingt Bitcoin oder andere Cryptos einkaufen will. Somit kann es sich bei Bitcoin-Käufern ja nur um Gangster handeln, die Geld waschen und verstecken wollen.

Geldwäsche via Bitcoin
So spielt es der Staatsmacht in die Hände, dass jüngst Elias Strehle aus dem Blockchain Research Lab und Lennar Ante von der Universität Hamburg vor einem Trick bei der Geldwäsche warnten. Demnach könnten Kriminelle das “Exclusive Mining” nutzen, um illegales Geld als Einkommen aus dem Bitcoin-Mining zu tarnen.

Das funktioniert demnach, indem jemand Transaktionen über einen privaten Kanal platziert und einem einzelnen Miner oder einem Pool das Exklusivrecht gibt, die Transaktion zu bestätigen und als Belohnung einige Cryptos ausgibt. Diese werden der Blockchain wie eine normale Transaktion hinzugefügt.

Anders ausgedrückt: Somit gebe es eine “Tarnung von Vermögenstransfers“, indem angebliche Transaktionskosten genutzt werden, um Steuern zu hinterziehen oder Geld zu waschen. Einfach, indem jemand Bitcoin an einen exklusiven Miner schickt, ihn besticht, und diesen dazu bringt, eine absurd hohe Transaktionsgebühr zu verlangen.

Bitcoin im Drogensumpf
Kriminelle in Aktion bei den Cyber-Devisen – FBI, BKA, FSB und co. dürften dies aufmerksam registrieren, das kann nicht gut enden. Die Austrocknung von kriminellen Geldsümpfen – etwa aus dem Drogenhandel – dürfte eines der Hauptziele der Fed sein.

Genauso gut lässt sich mit staatlich kontrollierten digitalen Devisen die Korruption bekämpfen, was der Fokus der Chinesen bei der Einführung ihres E-Yuan sein dürfte. Dieses Thema interessiert auch Russland und die Türkei.

Umgehung der Geschäftsbanken
Doch Notenbanken haben mit ihrer eigenen CBDC noch ein weiteres Ziel: Die Umgehung der Geschäftsbanken beim Herauffahren der Inflation. So konstatierte Alasdair Macleod auf Goldmoney.com, durch die Ausgabe von E-Währung direkt an die Öffentlichkeit könnten die Notenbanken direkt die gewünschte Inflation erzielen.

Wir ergänzen: Tatsächlich tendieren Geschäftsbanken dazu, billiges Notenbank-Geld zur Konsolidierung der eigenen Bilanz bei sich zu parken. Stimuli fließen so nicht in die Wirtschaft, sondern stützen taumelnde Zombie-Banken.

 


 

Schutz vor dem Credit Crunch
Ferner könne die direkte Infusion einer E-Währung einem von Banken ausgelösten Credit Crunch vorbeugen, wie Macleod urteilte: „A successful introduction of a CBDC could eliminate the impediment of contracting bank credit which occurs at the end of every credit cycle.“ Und weiter: „The further benefit for central banks is it will increase their power as an organ of the state at the expense of commercial banks, potentially becoming more important than the state itself.“

Zwar zeigte sich der Experte skeptisch: „However, the current economic situation is deteriorating more quickly than a working CBDC can be introduced, so the whole exercise is likely to be too late to have any relevance to monetary policy in the foreseeable future.“

Risiken bei Bitcoin und co.
Doch würden wir dem teilweise widersprechen. Es ist keine ausgemachte Sache, dass die Wirtschaft kollabiert, bevor die CBDC eingeführt werden. Tatsächlich hätten die Cryptos bei einem Crash den Status einer Reservewährung, was bullish für Trader wäre. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Notenbanken früher oder später das ungeliebte Experiment der unkontrollierbaren digitalen Währungen beenden werden.

Vielleicht dauert es Monate, vielleicht einige Jahre. Zwar dürfte es technisch nicht ganz einfach sein, eine von den Regierungen kontrollierte E-Devise aufzubauen – bestimmt wird es auch Rangeleien über den Lead bei der Blockchain geben. Doch die Notenbanken haben Zeit und unendliche Mittel zu ihrer Verfügung.

Jeder, der in Bitcoin investiert, um der Entkernung des inneren Wertes von Geld durch die Druckerpresse – sprich: immer neue Stimuli und Quantitative Easing – zu entgehen, sollte dies im Hinterkopf behalten. Die Bernstein-Bank behält die Angelegenheit im Auge und wünscht viel Erfolg!

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