Digital Health 2022: Historisch niedrige Bewertung als Chance für Anleger
Bellevue AM: Das Börsenjahr 2021 war für klein- und mittelkapitalisierte Wachstumsaktien eine große Herausforderung.
Dies zeigt sich auch in der deutlich besseren Performance der großkapitalisierten Gesundheitsunternehmen gemessen am Russell 1000 Healthcare Index, der im Jahr 2021 mit +23.3% abschnitt, während klein- und mittelkapitalisierte Unternehmen mit -17.6% enttäuschten (Russell 2000 Healthcare Index).
Dementsprechend handelt das Bellevue-Digital-Health-Portfolio per Ende Januar mit einem Enterprise Value/Umsatz-Multiple unter der langfristigen Handelsspanne von 6-10x, rund 40% tiefer als vor 12 Monaten.
Diese historisch tiefe Bewertung eröffnet enorme Wachstumschancen für 2022.
Die Vorzeichen für das neue Jahr stehen gut
So dürften sich jetzt zunehmend grosse Healthcare-Unternehmen bei den disruptiven, schnell wachsenden Digital-Health-Anbietern engagieren.
Den Anfang machte schon kurz nach dem Jahreswechsel der Healthcare-Riese Stryker mit einem Übernahmeangebot für Vocera, dem führenden Unternehmen für Kommunikationssoftware und -hardware für Krankenhäuser.
Und Branchenoutsider Oracle lancierte noch im Dezember 2021 ein Übernahmeangebot über USD 29 Mrd. für Cerner, einem der zwei grossen Anbieter von Krankenhaussoftware.
Auch die jährlich stattfindende globale Healthcare-Konferenz von J.P. Morgan verlief sehr positiv. Einige Unternehmen haben bereits proaktiv Ergebnisprognosen abgegeben, nachdem sie von Anlegern, die wegen den Auswirkungen von COVID-19 besorgt waren, in Frage gestellt wurden.
So liegt beispielsweise die Umsatzerwartung von Inspire Medical für 2021 bei rund USD 233 Mio. bei einer Bruttomarge von 85-86 % – beeindruckende Zahlen im Vergleich zu 2020.
Für den Digital Health-Sektor spricht auch, dass viele Unternehmen heute einen deutlich höheren Reifegrad aufweisen, ihre Geschäftsmodelle gefestigt sind und der Weg zur Profitabilität an Visibilität gewinnt.
Aber auch bei Unternehmen, bei welchen die Investoren zuerst noch eine Bestätigung der Unternehmensstrategie einfordern, bestehen sehr große Renditechancen, während das Risiko auf Grund der starken Aktienkurskorrekturen und der moderaten Erwartungen der Investoren überblickbar erscheint.
Fazit
Zusammengefasst ist die Ausgangslage für das Börsenjahr 2022 außerordentlich attraktiv.
Einige Makrofaktoren wie steigende Inputkosten, Herausforderungen in der Lieferkette und Arbeitskräftemangel dürften sich sogar zusätzlich positiv auf den Geschäftserfolg der Digital-Health-Unternehmen mit ihren effizienzsteigernden Anwendungen auswirken.
Kurzfristige muss noch mit einigen Schwankungen am Aktienmarkt gerechnet werden, auch abhängig von den Impfraten und der Wirksamkeit der Impfstoffe gegen verschiedene Corona-Virusvarianten. Ebenso kann es zeitweise zu taktischen Verschiebungen der Investitionsflüsse (Sektorrotation) kommen.
Ein sehr selektiv zusammengestelltes Portfolio schnell wachsender, transformativer und disruptiver Unternehmen, welche die Gesundheitsversorgung mit digitalen Technologien verbessern und kostengünstiger machen, sollte jedoch diese kurzfristigen Börsentrends schnell überwinden können.
Die gestiegene Akzeptanz digitaler Lösungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise hat dem Digital Health-Sektor einen großen Wachstumsschub verliehen.
Außerdem dürfte sich die M&A-Aktivitäten nun deutlichen beschleunigen. Risikokapitalgeber haben seit 2011 bereits mehr als USD 84 Mrd. in 3.800 private Digital-Health-Unternehmen investiert, daher sind in den nächsten Jahren zahlreichen attraktive Börsengänge zu erwarten.
Die hohe Wachstumsdynamik und die nichtzyklische Nachfrage verhelfen dem Digital-Health-Sektor zu einer exzellenten Ausgangslage für eine erfreuliche Wertentwicklung in 2022.
Marktkommentar von Stefan Blum, Portfoliomanager des Bellevue Digital Health Fonds
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