Dividendenkonzepte mit durchschnittlich 5 Prozent und mehr möglich

Deutsches Institut für Altersvorsorge: Viele Investoren erinnern sich mit Schrecken an die Situation von Dividendenaktien im ersten Corona-Jahr.

2020 hatten die unklaren wirtschaftlichen und politischen Perspektiven der Pandemie dazu geführt, dass viele Konzerne ihre Dividendenzahlungen aussetzten oder zumindest reduzierten.

Dieses Bild hat sich dann aber schnell wieder geändert. Die Unternehmen begannen bereits 2021 ihre Dividendenzahlungen wieder und setzten den Trend 2022 rasant fort.

Im vergangenen Jahr haben die 40 DAX-Unternehmen eine Dividendensumme für das vorangegangene Geschäftsjahr 2021 in Höhe von insgesamt rund 50,2 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausgeschüttet.

Von den DAX-Aktien führen BASF mit 5,14 Prozent und Allianz mit 4,63 Prozent Dividendenrendite die Rangliste für 2022 an.

 

Renditen von 5 Prozent und mehr

Das bedeutet: Dividendentitel als Ausschüttungsbringer sind keine Wunschvorstellung. Durch die guten Wachstumsperspektiven können bestimmte Dividendenkonzepte rasch die Fünf-Prozent-Marke bei der durchschnittlichen Dividendenrendite nehmen.

Beispielsweise werden bei Mercedes-Benz und BMW für 2022, also in diesem Jahr, Dividendenrenditen von mehr als acht Prozent erwartet, bei BASF rund 7,3 Prozent.

Unter anderem bieten derzeit auch ausgewählte europäische Bankaktien interessante Dividendenrenditen.

 

 

Unternehmen mit starkem Geschäftsmodell

Dazu kommt, dass Dividendenaktien auch von möglichen Kursgewinnen profitieren können. So schnitten Dividendenaktien in den vergangenen Jahren in schwachen Konjunkturphasen deutlich besser ab als der gesamte Aktienmarkt, da sich Dividenden in der Regel stetiger als die Unternehmensgewinne entwickeln.

Historisch ist belegt, dass die Dividende mehr als 50 Prozent an der Aktienperformance ausmacht.

Der Hintergrund: Üblicherweise haben dividendenstarke Unternehmen ein voll funktionsfähiges Geschäftsmodell und verfügen über eine hohe fundamentale Stärke. Ihren geschäftlichen Erfolg geben sie damit an die Aktionäre weiter.

Die Dividende sollte aber immer nur aus dem Cashflow gezahlt werden, um die Substanz eines Unternehmens nicht zu beschädigen.

 

Basisinvestment für laufende Ausschüttungen

Dividenden spielen somit in der Vermögensallokation gerade institutioneller Investoren eine entscheidende Rolle. Sie eignen sich zur Generierung eines planbaren Cashflows für konkrete Zwecke und als Stabilisator in Zeiten volatiler Aktienmärkte, hoher Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit.

Dividenden können als wichtiges Basisinvestment unter anderem dabei helfen, die benötigten laufenden Ausschüttungen zu realisieren, beispielsweise bei Stiftungen und Pensionskassen.

Die Rechnung: Wer mit einem Teil seiner Vermögensverwaltung feste Ausschüttungen in Höhe von vier bis fünf Prozent realisiert, kann seinen Zwecken und Pflichten planbar gerecht werden.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen gerade von institutionellen Anlegern bei der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien.

Klimawandel, Kinderarbeit, Digitalisierung, natürlicher Ressourcenmangel, Verletzung von Menschenrechten: Dividendenorientierte Nachhaltigkeitsstrategien rücken im Sinne der sogenannten ESG-Klassifizierung (Environment, Social, Governance) mehr und mehr in den Fokus.

Im Portfoliomanagement lässt sich feststellen, dass eine deutliche ESG-Verbesserung auch stark mit Outperformance korreliert. Daher basiert eine nachhaltige Dividendenstrategie auf einem konsequenten Investmentprozess.

Dementsprechend kann ESG ein Indikator für die Rentabilität und das Wachstum eines Unternehmens sein. Entsprechend höher ist die Wahrscheinlichkeit, ein gutes Unternehmen auszuwählen.

Die Performance wird erhöht, indem gezielt Umwelt- oder soziale Risiken gemieden werden.

 

Gastautor Dyrk Vieten ist Sprecher der Geschäftsführung der unabhängigen Vermögensverwaltung ficon Vermögensmanagement GmbH in Düsseldorf.

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