Droht der nächste Crash? 30 Jahre Schwarzer Montag

Fidelity: Am 19. Oktober jährt sich zum 30. Mal der Schwarze Montag. An ihm gingen 1987 die Märkte rund um den Globus in die Knie. Was löste den Börsen-Crash damals aus und was haben die Märkte gelernt?

1. Was geschah damals?
Der Crash von 1987 brachte US-Anlegern in nicht einmal zwei Wochen Verluste von rund 10% ein. Was hatte ihn ausgelöst? Der Schwarze Montag war der erste Börsen-Crash, der von vollautomatisierten, auf Algorithmen basierenden, Handelssystemen losgetreten wurde.

 

 

Programmhändler hatten sich ganz auf ihre Modelle verlassen: Als die Aktienkurse fielen, verkauften sie, um die Verluste für ihre Portfolios einzudämmen. Schließlich aber stießen auch alle anderen Marktteilnehmer Aktien ab und verstärkten damit den Abwärtssog.

 

2. Könnte ein solcher Crash wieder passieren?
Vollautomatisierte Handelssysteme werden auch für andere Börsen-Crashs verantwortlich gemacht. Vor allem für den so genannten "Flash Crash" im Jahr 2010, bei dem der S&P 500 in nur 20 Minuten um 6% in die Tiefe rauschte.

 

Seit 1987 hat sich der Anteil der mit vollautomatisierten Handelsmodellen durchgeführten Transaktionen am amerikanischen Aktienmarkt von 13 % auf heute 27 % mehr als verdoppelt. Damit steigt auch die Gefahr eines von Computerprogrammen ausgelösten Markt-Crashs.

 

3. Kurzfristiges Rauschen ausblenden und langfristig denken
Langfristig bieten die Aktienmärkte attraktive Erträge. So schlossen sich an die schlimmsten Verluste vom Höchststand des S&P 500 in einem Monat in den letzten 40 Jahren in aller Regel 10 Jahre mit starken Erträgen an.

 


Aus vergangenen Ereignissen können wir auch heute noch lernen. In bestimmten Bereichen ist aktuell Vorsicht geboten. So machte der Schwarze Montag deutlich, wie wichtig die Marktstruktur ist. Gegenwärtig geben deshalb volatilitätsmindernde Strategien Grund zur Sorge. Sie leisten einer einseitigen Positionierung in schwankungsarme Aktien Vorschub, deren Kurse fallen, wenn die Volatilität steigt.


Auch die Rentenmärkte bieten aktuell Anlass zur Sorge. Passive Anlagestrategien verfolgen strikte Regeln zur Indexnachbildung und können gezwungenermaßen zu Verkäufern werden, wenn eine Anleihe aus der Investment-Grade- in die Hochzinskategorie herabgestuft wird.

 

Seit 2009 hat sich die Zahl der Investment-Grade-Anleihen an der Schwelle zum spekulativen Segment verdreifacht. Das heißt: Einem größeren Teil der Investment-Grade-Indizes droht eine Herabstufung. Das könnte künftige Krisen an den Finanzmärkten verstärken.

Autor: James Bateman

 

 

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