ETFs: Kaufen, was das Zeug hält

Börse Frankfurt: Anleger engagieren sich in Portfolios mit Unternehmen aus China, den USA und weltweit. Außerdem positionieren sie sich in Aktien der Energie-, Gesundheits- und Finanzbranche. Bei Festverzinslichem stehen in Euro geführte Unternehmensanleihen und Staatsanleihen von Schwellenländern im Fokus.

Lust auf alles, was Aktien enthält: So fasst Hubert Heuclin von der BNP Paribas das Anlegerverhalten im ETF-Handel der vergangenen Woche zusammen. Das meiste sei in US-Portfolios und Indexfonds mit weltweiter Ausrichtung geflossen. ETF-Anleger hätten sich damit marktkonform verhalten. Immerhin habe die Wall Street mit 45 Milliarden Dollar den größten Mittelzufluss der Geschichte verzeichnet.

Für Heuclin sind die Aktienkurse mittlerweile sehr weit gelaufen und gut 20 Prozent zu teuer. Selbst wenn die Notenbanken zusätzliche Liquidität in die Wirtschaft pumpen sollten, bestehe immer noch Unsicherheit wegen jetzt steigender Infektionszahlen und der vagen Verfügbarkeit von Impfstoffen.

 


 

Chinesische Werte gesucht

China scheine die Krise im Griff zu haben. Vor dem Hintergrund überzeugender Konjunkturdaten aus Peking deckten sich Anleger Heuclin zufolge besonders häufig mit MSCI China- und SC300-ETFs ein. Vieles deute darauf hin, dass China als einzige große Volkswirtschaft in diesem Jahr wachsen werde. Einen deutlichen Kaufüberhang gebe es auch für Tracker des MSCI AC Asia Ex Japan Net Total Return Index, der japanische Aktien außen vorlässt.

Energie und Gesundheit stark gefragt

Auffällig viel Interesse verbucht Andreas Schröer für Sektor-ETFs. Tracker des S&P Global Clean Energy und World Alternative Energy Total Return Index zählt der Händler von Lang & Schwarz zu den meist gekauften Werten.

Die große Nachfrage nach Indexfonds, die sich am Stoxx FactSet Breakthrough Healthcare Global Total Market orientieren sieht Schröer im Zusammenhang mit den angekündigten Corona-Impfstoffen, nachdem nun auch Moderna eine sehr hohe Wirksamkeit seines Coronavirus-Wirkstoffes bekanntgegeben hat.

Nachhaltigkeit keine Ausnahme mehr

Aktien aus dem Gesundheits- und Energiesektor stehen bei den Kunden der BNP Paribas ebenfalls hoch im Kurs. Das Thema Nachhaltigkeit ist Hubert zufolge aus den meisten Anlageklassen kaum mehr wegzudenken.

Zu den Top-Positionen in der Umsatzstatistik einzelner Aktiensegmente zählten Tracker des MSCI USA SRI Select Reduced Fossil Fuel, MSCI USA Low Carbon SRI Leaders, MSCI Emerging Markets SRI und MSCI World ESG Enhanced Focus.

Finanzaktien in die Depots

Carsten Schröder von der Société Générale stellt eine Vorliebe für Strategieprodukte basierend auf dem MSCI World Enhanced Value und DB Equity Value Factor fest. Investoren griffen zudem zu klassischen MSCI World-ETFs. Das liege vermutlich am Wahlausgang in den Vereinigten Staaten.

Zuspruch registriert Schröder für Aktien aus der Finanzbranche. Gefragt seien unter anderem Produkte, die sich am Stoxx Europe Bank und S&P Financials Select Sector orientieren. Für Finanzunternehmen wäre ein Abebben der Krise von Vorteil, wie der Händler meint.

Derweil trennten sich Anleger in Summe von Krisengewinnern aus der Technologiebranche. Abgegeben würden unter anderem Cloud Computing-Aktien mit Bezug zum BVP Nasdaq Emerging Cloud.

Vertrauen in Emerging Market-Anleihen

Im Bereich Fixed Income verbucht Heuclin per Saldo Zuflüsse. Zumeist Käufe gebe es für Euro-Unternehmensanleihen im Barclays Capital Euro Corporate Bond. Gut an kämen darüber hinaus chinesische Staatsanleihen im  Bloomberg Barclays China Treasury + Policy Bank sowie Bonds aufstrebender Länder im Barclays Capital Emerging Markets Local Currency Core Government Index.

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