EUR/USD – Wer kauft Euros?

ETX Capital: Nach den überaus starken US-Arbeitsmarktdaten könnte es den einen oder anderen verwundern, dass der Kurs des EUR/USD wieder oberhalb der Niveaus tendiert, auf denen er sich vor Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktreportes befand. Es stellt sich also die Frage, wer gegen die starken Makrodaten aus den USA den US-Dollar verkauft und den Euro gekauft hat? Vor dem Hintergrund des nicht enden wollenden Griechenland-Dilemmas könnte die Aufwärtsbewegung von über 200 Pips noch viel unverständlicher erscheinen.
 

Die 200-Pips-Kursbewegung könnte sich mit technischen Marktbereinigungen erklären lassen. So könnten vor den Daten viele kurzfristige Devisentrader in EUR/USD-Kontrakten auf der Short-Seite gewesen sein. Diese sehr kurzfristig orientierten Anleger könnten nun relativ zügig ihre Positionen wieder geschlossen und den Kurs in die andere Richtung getrieben haben. Denn viele Analysten hatten im Vorfeld zu den US-Daten einen starken Arbeitsmarktbericht erwartet.
 

Schaut man auf den kurzfristigen Stunden-Chart, dann kann man gut erkennen, dass der kurzfristige Aufwärtstrend, der den Kurs des EUR/USD auf die Niveaus vor der Veröffentlichung hievte, während der US-Sitzung am vergangenen Montag stattfand. Doch genauso wie kurz nach Bekanntgabe der starken US-Arbeitsmarktdaten stellt sich nun wieder die Frage, wer sich gegen die starken Wirtschaftsdaten aus den USA stellt und den Euro jetzt weiter kauft?
 

Aus Sicht der charttechnischen Analyse könnte die Widerstandszone zwischen den Marken von 1,16 USD bis 1,15 USD die entscheidende Marke bleiben. Solange der EUR/USD diese Kursregion nicht nach oben durchstoßen kann, solange könnten die charttechnischen Vorzeichen kurzfristig auf Short stehen. Sollte der Kurs des EUR/USD die Marke von 1,12 USD nach unten durchbrechen, dann könnte der Weg bis zum Tief vom vergangenen Freitag, das bei ca. 1,1050 USD lag, erst einmal frei sein. Erst Kurse oberhalb von 1,14 USD könnten aus charttechnischer Sicht weitere Aufwärtsimpulse setzen und einen Test der wichtigen Widerstandszone zwischen 1,16 USD und 1,15 USD forcieren.
 

Von Oliver Bossmann

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