EUR/USD: Sorgenkind GBP drückt den Kurs

Admiral Markets: Auch wenn die Briten weiterhin stolz auf ihr Pfund sind, wird es immer mehr zum Sorgenkind Europas, denn es gilt die Devise: Leidet einer, leiden alle. Seit dem Brexit-Votum kennt das Pfund nur eine Richtung – nach unten. Eine spürbare Korrektur erfolgte seit Tagen nicht. Für den Euro heißt das, dass alle auch noch so guten Veröffentlichungen durch das schwache Pfund relativiert werden. Dagegen erhielten die USA durch die guten NFP-Daten einen starken Impuls, der für eine Zinsanhebung sprechen dürfte. Zwar gab es seitens des FOMC-Mitglieds Jay Powell eine ernüchternde Einschätzung der aktuellen Lage im Sinne von „man bräuchte noch weitere Indikatoren“, dennoch sind die Chancen auf eine baldige Zinsanpassung höher denn je. Wir bleiben dran.

 

Technische Analyse:

Chart

 

Rückblick

Der EUR USD Wechselkurs  pendelte am Mittwoch, zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, zunächst um den Bereich 1,1215/1,1210. Er lag damit deutlich über dem Niveau von einer Woche zuvor. Er konnte sich aber nicht über der 1,1200 halten und gab noch am Mittwoch in dynamischen Impulsen nach. Bis zum Abend hatte er die 1,1150 erreicht. Hier gelang zunächst eine Stabilisierung und bis Freitagnachmittag erholte sich der EUR/USD wieder leicht; er kam jedoch nicht über die 1,1160 hinaus. Nach Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten kam es dann zu einem dynamischen und deutlichen Rücksetzer bis an die 1,1045.

 

Hier gelang es dem EUR/USD, sich zu stabilisieren und zu erholen. Bis zum Wochenschluss schob er sich wieder an die 1,1090. Am Montag schwankte er in einer denkwürdig engen Range und kam nicht wesentlich über die 1,1090 hinaus. Erst am Dienstagnachmittag ging es dann in dynamischen Impulsen über die 1,1100. Bis zum Abend lief das Währungspaar nicht weiter als bis zur 1,1120/22. Im Rahmen der Frühbörse am Mittwochmorgen konnte sich der EUR/USD wieder an die 1,1150 schieben. Das Hoch des Betrachtungszeitraums lag zwar über der 1,1200, aber unter dem Hoch des letzten Betrachtungszeitraums. Der EUR/USD konnte den Ausbruch über die 1,1200 nicht bestätigen. Das Tief lag über der 1,1000 und damit auch deutlich über dem Tief des letzten Betrachtungszeitraums.

 

Die Range war mit 170 Pips deutlich geringer als in der Betrachtungsperiode zuvor. Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR/USD zunächst bis in den Bereich 1,1230 laufen könnte. Selbst diese Minimalbewegung hat er in den vergangenen fünf Handelstagen nicht abgebildet. Er hat es nicht geschafft, die Aufwärtsbewegung, die seit dem 27.07. läuft, zu bestätigen. Die Rücksetzer gingen mit einem Unterschreiten der 1,1100 exakt bis an unser Anlaufziel 1,1045. Damit hat das Setup auf der Unterseite sehr gut gepasst.

 

  • Wochenhoch*: 1,1215
  • Vorwoche 1,1233
  • Wochentief*: 1,1045
  • Vorwoche 1,0957
  • Wochen-Range*: 170 Pips
  • Vorwoche 276 Pips

*Betrachtungszeitraum 03.08.2016 bis 09.08.2016

 

Wie könnte es weitergehen?

  • Euro-Widerstände: 1,1123/52/85….1,1215/63/96….1,1330/67
  • Euro-Unterstützungen: 1,1096/66/41/07….1,1092/64/19….1,0964/11……1,0885/55

Weitere Widerstände/Unterstützungen können dem Chart entnommen werden

 

Euro-Chart

Das Chartbild hat sich mit dem Rutsch unter die 1,1100 wieder eingetrübt, auch wenn der EUR/USD es am Dienstag geschafft hat, sich wieder über die 1,1100 zu schieben. Aktuell sind die Risiken höher einzustufen als die Chancen. Nach oben hat der EUR/USD aktuell Luft bis 1,1240/50, maximal bis 1,1300. Ob er es schafft, sich in den kommenden Handelswochen über diese Marke zu schieben, ist alles andere als sicher. Das aktuelle politische Umfeld spricht aktuell gegen den Euro, auch von der EZB sind kurzfristig keine Impulse zu erwarten. Denkbar ist, dass die Fed im September den nächsten Zinsschritt machen wird. Die aktuellen Arbeitsmarktdaten stützen diese Erwartung. Übergeordnet könnte sich die Seitwärtsbewegung in den nächsten fünf Handelstagen fortsetzen.

 

Zum Markt in den kommenden fünf Handelstagen:

Der EUR/USD sollte zunächst versuchen, sich über der 1,1130 festzusetzen. Gelingt ihm dies, so könnten sich weitere Aufwärtsbewegungen einstellen, die ihn zunächst in den Bereich 1,1148/52 bringen könnten. Kommt es hier nicht zu Rücksetzern, könnte die Aufwärtsbewegung sich bis 1,1162/67, 1,1182/86 und dann 1,1195/98 fortsetzen. An allen Marken können sich Rücksetzer einstellen. Schafft es der EUR/USD, sich über die 1,1198 zu schieben, so wären die nächsten relevanten Anlaufmarken bei 1,1210/15 und 1,1225/28 zu suchen. Bei dynamischen Impulsen könnten die 1,1228 auch direkt überschritten werden.

 

Ein Anlaufziel über der 1,1228 wäre die 1,1240/45. Spätestens in diesem Bereich erwarten wir, dass die Aufwärtsbewegung ausläuft. Wir gehen nicht davon aus, dass es in den kommenden fünf Handelstagen zu nachhaltigen Notierungen über dieser Marke kommt. Vorstellbar ist aber auch, dass es der EUR/USD in den kommenden fünf Handelstagen nicht schafft, sich nachhaltig über die 1,1195/1,1205 zu schieben. Wenn sich der EUR nicht über der 1,1100 etablieren kann, könnten sich Abgaben einstellen, die zunächst bis 1,1088/85 und dann bis 1,1074/70 gehen könnten. Wird die 1,1074 unterschritten, wären weitere Verluste bis 1,1062/58 oder 1,1045 denkbar.

 

Schafft es der EUR/USD nicht, sich an der 1,1045 zu stabilisieren, so wäre mit weiteren Abgaben zu rechnen, die bis 1,1028/25, 1,1015/12 und dann bis 1,1000/1,0995 gehen können. Bei dynamischen Rücksetzern wäre auch mit einem direkten Unterschreiten der 1,0995 zu rechnen. Dann wären die 1,0980/77, die 1,0965/60 und die 1,0948/43 die nächsten relevanten Anlaufziele. Wir gehen aber nicht davon aus, dass es in den kommenden fünf Handelstagen deutlich unter die 1,0943 geht.

 

  • Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts

 

Die wichtigen Veröffentlichungen der nächsten sieben Tage:

12.08.2016 – DE: Bruttoinlandsprodukt (Q2)

12.08.2016 – USA: Erzeugerpreisindex (Juli)

12.08.2016 – USA: Einzelhandelsumsätze (Juli)

16.08.2016 – DE: ZEW-Konjunkturerwartungen (Aug.)

16.08.2016 – USA: Baugenehmigungen (Juli)


Autor: Jens Chrzanowski

 

 

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