EZB und Bundesbank loben Geldhäuser für Brexit-Vorbereitung

Bankenverband: Sabine Lautenschläger, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB), sieht Brexit-“Flüchtlinge” unter den Geldhäusern – Banken aus Großbritannien, die wegen des EU-Austritts eine Banklizenz in der Europäischen Union (EU) anstreben – auf einem guten Weg.

“Gegenwärtig haben die meisten Banken, die in die Eurozone umsiedeln, vernünftige Fortschritte bei der Vorbereitung ihres Umzugs gemacht”, sagte sie am Mittwoch auf einer Konferenz in Sydney.

Auch die Bundesbank äußerte sich positiv über die Vorbereitung von Geldinstituten auf den Brexit. Die Banken hierzulande haben laut Joachim Wuermeling, im Bundesbank-Vorstand für die Bankenaufsicht zuständig, bereits große Anstrengungen unternommen, sich auch auf den Fall eines harten Brexit vorzubereiten. Deshalb sehe er keine Gefahren für die Finanzstabilität.

 


 

“Sorgen macht mir allerdings, dass sich viele Unternehmenskunden der Institute bisher nur unzureichend mit den Folgen des Brexit für ihre Finanzgeschäfte beschäftigt haben”, sagte er in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview. Demnach müsste eine Vielzahl von Verträgen der Unternehmen angepasst werden, damit Geschäfte auch bei einem harten Brexit fortgesetzt werden können.

Banken hätten alle Kunden angeschrieben und darum gebeten, laufende Verträge Brexit-sicher zu machen. Aber die Rückmeldungen seien nach Aussagen vieler Institute bisher verhalten gewesen.

“Wir appellieren daher an alle Unternehmen und Privatkunden, auf entsprechende Aufforderungen von Banken spätestens jetzt zu reagieren”, betonte Wuermeling. Im schlimmsten Fall könnten wichtige Vertragsbeziehungen nicht fortgesetzt und notwendige Transaktionen nicht getätigt werden.

 


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