Festgeld am Laufzeitende: Nicht in Girokontofalle tappen!

Credit Europe Bank: Naht das Ende des Anlagezeitraums für Festgeld, müssen sich Sparer entscheiden, was mit dem Geld passieren soll. Die Sparverträge sehen in der Regel vor, dass der angesparte Betrag entweder zu aktuellen Konditionen neu als Festgeld angelegt wird oder auf das Girokonto des Anlegers fließt.

Die zweite Variante ist im Augenblick allerdings eine schlechte Wahl, denn Girokonten zahlen wegen des anhaltenden Zinstiefs keine Zinsen mehr. Sparer drohen somit nicht nur Zinsverluste, sondern wegen der Inflation auch eine schleichende Entwertung des Geldes.

Alternative: Festgeld oder Tagesgeld
Die Wiederanlage als Festgeld zu aktuellen Konditionen kann eine Alternative sein, wenn man das Kapital weiterhin nicht benötigt. Kann man das Geld für überschaubare Zeiträume von zwei oder drei Jahren entbehren, lohnt sich die Festgeldanlage, denn die Zinsen sind höher als auf dem Tagesgeldkonto.

Soll das Ersparte auf Abruf zwischengeparkt werden, dann ist ein verzinstes Tagesgeldkonto die beste Wahl. Ähnlich wie auf dem Girokonto kann man das Kapital jederzeit ganz oder teilweise abrufen, im Gegensatz zum Girokonto erwirtschaftet es aber beständig Zinsen.

Beispiel:
Ein Sparer erhält 21.000 Euro aus einer Festgeldanlage zurück. Da der Kunde keine Verwendung des Geldes bestimmt hat, überweist die Bank das Ersparte auf ein unverzinstes Girokonto.

Nach einem Jahr beschließt der Sparer, das Kapital erneut als Festgeld anzulegen. Der Zinsgewinn für die vergangenen zwölf Monaten beträgt null. Hätte er das Guthaben auf ein Tagesgeldkonto mit einer Verzinsung von 0,2 Prozent übertragen, könnte er sich über immerhin 42 Euro Zinsgewinn freuen.

Anlagehorizont optimal abschätzen
Bei Festgeldern empfiehlt es sich, die Dauer der Zinsfestschreibung gut zu bedenken. Grund: Festgeschriebene Beträge sind während der Laufzeit nur in Ausnahmefällen kündbar.

Als Entschädigung dafür ist der Zinssatz in der Regel höher als bei Geldanlagen mit variabler Verfügung. Außerdem sind die Zinsen für die gesamte Laufzeit garantiert. Es gilt die Regel: Je länger das Kapital festgelegt wird, desto höher die Zinsen.

Lange Laufzeiten sind aber nicht immer ein Vorteil. Zeichnet sich ein Anstieg der Zinsen ab, kann es besser sein, zunächst mittelfristige oder kurze Festgeld-Laufzeiten zu wählen.

Keine Kosten, kaum Steuerbelastung
Ein Vorzug von Festgeld und Tagesgeld ist ihre Gebührenfreiheit. Es entstehen weder Kaufgebühren noch Kontokosten. Lediglich Kapitalertragsteuern fallen an, dies allerdings auch erst nach Abzug des Sparfreibetrag.

Ledige können pro Jahr Zinserträge bis zur Höhe von 801 Euro und Verheiratete bis zur Höhe von 1.602 Euro steuerfrei vereinnahmen. Im aktuellen Zinstief werden diese Beträge allerdings nur bei großen Anlagebeträgen erreicht.

Alle darüberliegenden Erträge belastet das Finanzamt seit 2009 mit Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Bei niedrigerem Steuersatz können zu viel gezahlte Steuern über die Steuererklärung zurückgeholt werden.

 

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