Frankfurt stemmt sich gegen das Blutbad – Peking pumpt Geld ins System

Bernstein Bank: Die Bullen an der deutschen Börse haben zum Wochenbeginn eine kleine Stabilisierung gewagt. Die Aktien auf dem chinesischen Festland rauschten dagegen um rund 8 Prozent gen Süden. Die Wall Street hatte am Freitag ebenfalls korrigiert. Nach wie vor bestimmt das Corona-Virus das Geschehen.

 

Frankfurt probt die Erholung
Ungeachtet der Negativ-Tendenz im weltweiten Handel verbuchte der DAX am Montagmittag ein leichtes Plus, der Index arbeitete sich bis 13.050 nach oben. Zuletzt notierte der Leitindex noch 0,2 Prozent in der Gewinnzone bei 13.004 Zählern. Ein wenig Rückenwind gab es wieder aus den USA: Die Futures auf Dow Jones und S&P 500 kletterten um rund 0,3 Prozent.

 

Der DAX rauscht durch das Sicherheitsnetz
Der DAX war am Freitag mit einem Wochenminus von 4,4 Prozent wie ein Stein durch die 50-Tage-Linie gefallen; nun könnte er Kurs nehmen auf die 100-Tage-Linie, die bei 12.525 verläuft. Oder ist das eine Bärenfalle und der Index springt wieder nach oben?

Angesichts der exponentiell verlaufenden Welle an Krankheits- und Todesfällen in Sachen Corona sind wohl in den kommenden Tagen eher mehr als weniger Hiobsbotschaften zu erwarten.

Wer weiß – vielleicht gelingt ja der Durchbruch mit einem schnell verfügbaren Impfstoff.

 


 

Corona ist nicht zu stoppen
Doch in der Volksrepublik sind inzwischen mehr Menschen durch das neuartige Corona-Virus ums Leben gekommen als bei der Sars-Pandemie vor 17 Jahren. Die Gesundheitskommission in Peking meldete am Montag den bisher stärksten Anstieg der Infektionen und Todesfälle innerhalb eines Tages. Demnach starben an der Lungenkrankheit erneut 57 Menschen. Somit sind inzwischen 361 Tote zu beklagen.

Die Zahl der gemeldeten Fälle schoss über das Weekend drastisch nach oben – um rund 2.800 auf über 17.205 Fälle.

 

Tiefenrausch in China
Wie zu erwarten holte der chinesische CSI-300 nach Wiedereröffnung der Börse die Verluste der anderen Aktienmärkte nach. So tauchte der Index um 7,9 Prozent ab auf 3.688 Zähler. Der Shanghai Composite rutschte im schlimmsten Börsentag seit 2015 um 7,7 Prozent auf 2.747. Die chinesischen Festland-Börsen öffneten am Montag erstmals wieder nach den wegen Corona verlängerten Ferien zum chinesischen Neujahrsfest.

Der Nikkei in Tokio schloss am Montag mit einem Minus von 1 Prozent bei 22.972 Zählern.

 

Peking pumpt Geld ins System
Die chinesische Führung will derweil den Finanzmarkt mit frischem Geld stärken. Die Notenbank stellte den Geschäftsbanken am Montag über Repo-Geschäfte 1,2 Billionen Yuan, also rund 156 Milliarden Euro Liquidität zur Verfügung.

Damit soll das Einfrieren des Geldmarktes verhindert werden.

Der Renminbi schwächelte weiter und wurde gegen den Dollar für 7,0229 umgesetzt – ein Minus von 1,6 Prozent.

 

Tiefflug in den USA
Am Freitag waren schon die US-Indizes kräftig unter Druck geraten. Der Dow Jones Industrial ging zur Schlussglocke mit minus 2,1 Prozent bei 28.256 Stellen aus dem Tag. Die Wochenbilanz: minus 2,5 Prozent. Das Minus im Januar lag bei 1 Prozent. Der S&P 500 verlor am Freitag 1,8 Prozent auf 3.225 Zähler.

Und für den Nasdaq 100 ging es um 1,6 Prozent auf 8.992 Stellen nach unten.

 


 

Warnsignale aus der Chartanalyse
Der Dow durchbrach übrigens genau wie der DAX die 50-Tagelinie. Das Blog „ValueWalk“ merkte an, dieser Durchbruch sei das erste Mal in fast vier Monaten gewesen. Vor allem das Vierjahrestief im Einkaufsmanager-Index von Chicago habe dazu beigetragen. Wir meinen: Nun könnte es heißen: Nächster Stopp 100-Tage-Linie bei 27.023 Zählern. Wohl aber nicht ohne einige Geplänkel zur Rückeroberung des 50-Tage-Durchschnittes.

Der S&P 500 hat übrigens schulbuchmäßig genau auf der 50er-Linie Halt gemacht. Die Tech-Indizes hängen noch ein Stück darüber. Das ist wenig verwunderlich, denn die Netz-Ökonomie ist eben weniger vom Wirtschaften in einer von Quarantäne geplagten Realwelt abhängig als die Old Economy.

Ist das jetzt schon das Ende der Korrektur? Wegen der verzögerten Entdeckung von Corona-Fällen sind wir skeptisch. Möglich ist auch eine Kappung des Zoll-Deals mit den USA durch China – was an der Börse zu einer veritablen Panik führen könnte.

Derweil blicken wir auf den Kupferpreis als Indikator für Konjunkturpessimismus:
Kupfer ist seit Mitte Januar beständig auf Talfahrt.

Der Preis ist von rund 6.260 auf 5.570 abgerutscht.

 

Nächster Halt: Freispruch

In Washington hat der US-Senat vorige Woche wie erwartet mit 51 zu 49 Stimmen entschieden, keine weiteren Zeugen vorzuladen. Nur zwei Reps wechselten die Seiten. Nun steht am Mittwoch die Abstimmung über den Freispruch von US-Präsident Donald Trump an. Angesichts des Verdikts vom Freitag könnte die Angelegenheit somit schnell erledigt sein.

Wenigstens von dieser Seite hat die Wall Street wohl nichts zu befürchten.

Derweil läuft in Iowa die Vorwahl der Demokraten an – mit dem Sozialisten Bernie Sanders in der Führungsrolle.

 

Das bringt der Tag

Der Terminkalender bringt einige interessante Events. So läuft um 15.45 Uhr der EZB-Monatsbericht über die Ticker, was Sie interessiert, wenn Sie Euro oder europäische Staatsanleihen traden.

Um 16.00 Uhr folgt aus den USA der ISM-Index Verarbeitendes Gewerbe für Januar.

Zeitgleich laufen die amerikanischen Bauausgaben im Dezember über die Ticker.

 

 

Disclaimer

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. 78% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge