FXCM: Dollar, Yen oder Euro – Wer gewinnt den Wettlauf um die schwächste Währung?

FXCM: Dollar, Yen oder Euro – Wer gewinnt den Wettlauf um die schwächste Währung?
Auch auf den letzten Metern wird es nun „Helikopter-Ben“, der scheidende US-Notenbank-Präsident Bernanke, wohl nicht mehr schaffen, seinen Titel vor dem Eintrag in die Geschichtsbücher loszuwerden. Denn es ist nicht davon auszugehen, dass die amerikanischen Geldpolitiker auf der verbleibenden Sitzung vor Weihnachten den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik doch noch einleiten werden. Und der Wechsel dann im Januar im Cockpit des Hubschraubers, aus dem es Dollar-Scheine regnet, hätte nicht lautloser vonstatten gehen können. Janet Yellen wird Kurs halten und damit der USA auch weiterhin einen der vordersten Plätze im Wettlauf um die schwächste Währung sichern.
 

Ben Bernanke hat das Rennen um einen schwachen Dollar gestartet, …
Um dies zu erreichen, nutzte der scheidende Präsident in seinen acht Jahren Amtszeit das gesamte Waffenarsenal, senkte den Leitzins quasi auf Null und schaltete die Notenpresse auf Vollgas. Das Ergebnis ist am Devisenmarkt ganz klar ablesbar: Der Euro vor acht Jahren noch bei 1,20 US-Dollar, stieg in der Spitze bis auf knapp 1,60 EUR/USD. Dann legte auch die Europäische Zentralbank nach, aber selbst heute trotz Eurokrise und Staatenrettung in allerletzter Minute ist der Greenback noch ganze 14 Prozent weniger gegenüber dem Euro wert als 2006. Gleiches Bild zum Japanischen Yen: Der Wertverlust des US-Dollar in den vergangenen acht Jahren betrug 18 Prozent. Die 33 Prozent Minus in der Spitze konnte die Bank of Japan nur wieder relativieren, indem auch sie die Yen-Druckmaschinen seit Frühjahr dieses Jahres unter Volllast laufen lässt.
 

Ich habe keinen Zweifel daran, dass ohne die geldpolitische Unterstützung insbesondere der Amerikaner wir uns jetzt in einer sehr viel schwierigeren weltwirtschaftlichen Verfassung befinden würden. Aber die damit vollzogene Manipulation der Devisenmärkte und die so herbeigeführte Schwächung der eigenen Währung darf ebenfalls nicht geleugnet werden. Mit einer Analyse der zukünftigen Strategien der wichtigsten Notenbanken kann aber auch der Anleger von diesem Währungswettlauf profitieren.
 

… jetzt ist Mario Draghi gefragt, …
Nachdem gestern Abend und heute Nacht in Washington und Tokio erst einmal alles so bleibt wie es ist, richtet sich der Blick nun nach Frankfurt. Auch wenn mit dem österreichischen Mitglied, Ewald Nowotny, am Dienstag wieder mal ein Vertreter der Europäischen Zentralbank den Journalisten in die Feder diktierte, weitere Zinssenkungen im Euroraum seien kein Thema, muss und wird Mario Draghi in den kommenden Wochen reagieren. Ein Euro in der Spitze über 1,38 US-Dollar tut besonders den um Wiedererlangung der Wettbewerbsfähigkeit kämpfenden Südstaaten der Eurozone weh. Aber auch Länder wie Frankreich und selbst Deutschland hätten nichts gegen Schützenhilfe aus der Geldpolitik einzuwenden.

Die heute veröffentlichte Inflation in der Eurozone mit 0,8 Prozent jedenfalls ist ein Alarmsignal, welches der Devisenmarkt sogleich richtig deutet. Der Euro legt wie erwartet den Rückwärtsgang ein und notiert wieder unter der Marke von 1,37 US-Dollar. Eine weitere Liquiditätsspritze in Form eines neuen LTRO (Longer-term refinancing operations) ist das Mindeste, was die EZB in diesem Jahr noch tun wird. Die Überschussliquidität im Euroraum ist unter 200 Milliarden Euro gesunken. Eine Marke, ab der steigende Zinsen im Interbankenmarkt nur noch eine Frage der Zeit sind. Das wäre Gift für die Kreditvergabe der Banken und damit auch für die labile wirtschaftliche Verfassung der Eurozone. Schon in der kommenden Woche erwarte ich deshalb konkrete Maßnahmen seitens der EZB, wenn sie am Donnerstag zu ihrer Sitzung zusammen kommt. Zusätzliche verbale Interventionen in Richtung zukünftiger Schritte sollten den jetzt eingeleiteten Abwärtstrend des Euro beschleunigen. Ich bleibe bei meiner Einschätzung eines Kurses von 1,30 EUR/USD in den kommenden sechs bis zwölf Monaten.
 

… und während Janet Yellen den Kurswechsel dann endlich einläutet, …
Auf Unentschieden würde ich im Wettlauf um die schwächere Währung aktuell zwischen US-Dollar und Japanischem Yen entscheiden. Von einer Abwertung des Greenbacks in den vergangenen Wochen konnte der Yen interessanterweise nicht profitieren, der Aufwärtstrend im USD/JPY ist somit weiter intakt. Die Erklärung dafür ist relativ simpel: Beide Notenbanken haben ihre Währung gleichermaßen ins Visier genommen, die Geldschleusen sind und bleiben auf beiden Seiten weit geöffnet. Jetzt ist die Frage, wer sich hier wohl als erstes bewegt und den aktuellen Kurs verlässt und wer womöglich noch eine Schippe drauflegt. Bis zum Sommer dieses Jahres war die Frage schnell beantwortet, kündigte doch die US-Notenbank an, den Fuß langsam vom Gaspedal nehmen zu wollen. Nun aber, mit einem dreiwöchigen Stillstand der US-Verwaltung hinter und mit einem ungelösten Streit über Haushalt und Schuldenobergrenze vor sich, sieht die Situation wieder etwas anders aus. Der Fuß bleibt auf dem Gas. Das hat den Abwärtsdruck des Yen etwas gedämpft.
 

… legt Haruhiko Kuroda wieder nach.
Jetzt lohnt der Blick auf die aktuelle wirtschaftliche Situation beider Staaten. Die USA ist weiter auf Erholungskurs, die Störungen durch den Haushaltsstreit dürften eher temporärer Natur sein und sich in Grenzen halten. Zudem könnten sich die Republikaner, zur Zeit am Boden liegend, was die Umfragewerte angeht, in den nächsten Verhandlungen zur Abwechslung mal konstruktiv in die Diskussion einbringen, womit die Kuh schneller vom Eis wäre als bislang angenommen. Die Folge wäre ein Wachstumssprung schon im ersten Quartal nächsten Jahres, der das Thema Kurswechsel in der Geldpolitik wieder auf die Tagesordnung bringt. Der Dollar würde dadurch wieder gestärkt. Spätestens dann werden in Japan auch die Wachstumseffekte durch einen schwachen Yen verpufft sein und die angestrebte Inflation von zwei Prozent wird weiter auf sich warten lassen. Dabei sei erwähnt, dass die jetzige Teuerung zum größten Teil auf die teurer zu importierende Energie zurückzuführen ist und nicht durch Lohnsteigerungen aufgrund von Engpässen am Arbeitsmarkt zustande gekommen ist. Das wird die Bank of Japan veranlassen, mindestens auf dem Gas zu bleiben, wenn nicht sogar noch einen Gang höher zu schalten. Dann wird der Yen seinen nur verschobenen Abwertungstrend wieder aufnehmen. Meine Einschätzung eines Kurses von 120 USD/JPY bleibt damit weiter bestehen, nur ist dafür jetzt etwas mehr Geduld gefragt.

 

Von Torsten Gellert

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