Gespannte Ruhe nach dem Luftschlag – New York wartet ab

Bernstein Bank: So schlimm wie erwartet kam es bislang doch noch nicht: Kein Krieg am Persischen Golf, relativ moderate Töne aus Washington und Riadh, der Ölpreis schießt nicht weiter nach oben. Die Anleger im weltweiten Handel bleiben dennoch vorsichtig.

Und das aus gutem Grund:
Möglicherweise erleben wir an der Börse und im Ölmarkt die Ruhe vor dem Sturm.

 

Vorsicht in Frankfurt
Erst einmal vorsichtig abwarten: Am Dienstagmittag hielt sich der DAX mit 0,1 Prozent im Minus bei 12.366 Zählern. Nach acht Gewinntagen in Folge hatte die Frankfurter Börse am Montag wieder einen Rücksetzer verbucht, aber nur einen kleinen. Angesichts des Luftschlags auf die saudische Ölindustrie ist das erstaunlich, genau wie die bislang verhaltenen Reaktionen von Saudi-Arabien und den USA.

US-Präsident Donald Trump sagte, er wolle keinen Krieg; auch die Saudis machten bislang nicht die Mullahs in Teheran direkt für die Attacke auf Abqaiq verantwortlich. Dass die Huthi-Rebellen im Jemen in der Lage sein sollen, eine solch professionelle Attacke auszuführen glaubt aber niemand. Ergo gilt: Noch ist nicht aller Tage Abend, die Kriegsgefahr ist keinesfalls gebannt.

Behalten Sie also stets die regelmäßigen Markt-Updates im Blick und den direkten Marktzugang offen.

 


 

Moderat positive ZEW-Daten
Derweil hakte die Frankfurter Börse neue Daten des ZEW mit einem Schulterzucken ab. So sind die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren im September zwar besser ausgefallen: Der Index stieg von -44,1 Zählern im August auf nun -22,5 Punkte.

Allerdings liegt der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim weiter deutlich unterhalb seines langfristigen Durchschnitts von 21,5 Punkten.

 

Skepsis in Asien
Ein wenig Entspannung gab es an einer anderen Front: Trump teilte dem Kongress mit, dass die USA und Japan bereit für die Unterschrift unter einem Handelsdeal seien. Und das chinesische Staatsfernsehen CCTV berichtete, eine chinesische Delegation werde noch diese Woche in Washington eintreffen, um die Verhandlungen auf höchster Ebene im Oktober vorzubereiten.

So fliege auch der stellvertretende Finanzminister Liao Min in die USA, die Einladung sei von Washington ausgegangen.

Der CSI-300 setzte dennoch um 1,7 Prozent zurück auf 3.891 Zähler. Der Nikkei verbuchte nach dem verlängerten Wochenende nur ein Plus von 0,1 Prozent auf 22.001 Zähler.

 

New York wartet ab
In den USA mehrten sich derweil die Zweifel an der erwarteten Zinssenkung der Federal Reserve. Zwar gilt ein Schnitt um 25 Basispunkte bei den meisten Brokern als ausgemacht. Allerdings könnte sich Fed-Chef Jerome Powell genötigt sehen, angesichts der wiederholten Drängelei von Trump seine Unabhängigkeit unter Beweis zu stellen.

So verlor der Dow-Jones-Index gestern 0,5 Prozent auf 27.076 Zähler. Der S&P 500 büßte 0,3 Prozent ein auf 2.997 Zähler. Und auch der Nasdaq Composite gab 0,3 Prozent auf 8.153 Stellen nach.

Das bringt der Tag
Neben dem schwelenden Konflikt im Persischen Golf rücken einige wenige Konjunkturdaten in den Vordergrund.
Um 14.30 Uhr laufen US-Daten zur Industrieproduktion im August über die Ticker.
Danach folgt um 16.00 Uhr der NAHB-Wohnungsmarktindex.

Trader im Devisenmarkt sollten zudem aufmerksam die News in Sachen britisches Pfund und Brexit scannen: Das höchste britische Gericht beschäftigt sich mit der Zwangspause des Parlaments.

Sollte diese gekippt werden, droht uns neuer Trubel im Unterhaus. Oooorder!

 

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