Gipfelsturm an der Börse

Bernstein Bank: Kaufrausch am Frankfurter Aktienmarkt: Der DAX hat zum Wochenbeginn kräftig zugelegt – und mit einem Sprung nach oben ein neues Jahreshoch markiert. Kurstreiber war der G20-Gipfel. Und vor allem die positiven Signale im Zollstreit, die US-Präsident Donald Trump nach dem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping aussandte.

DAX markiert Jahreshoch
So wünschen sich die Bullen den Wochenstart: Fast alle Kurse im DAX standen auf der Handelsplattform in der Gewinnzone. Den Ausreißer spielte nur die Deutsche Lufthansa, die unter einer Herabstufung litt. Doch das änderte nichts an der generellen Kauflaune. Der DAX legte bis zum Mittag um rund 1,2 Prozent zu. Im Hoch erreichte der deutsche Leitindex gleich zum Handelsbeginn die Marke von 12.619 Zählern. Die bisherige Jahresbestmarke lag bei 12.438 Punkten. Der Burgfrieden zwischen China und den USA befeuerte vor allem Chip-Werte und die Autobauer.

 

Gießen wir angesichts der aufkeimenden Euphorie ein wenig Wasser in den Wein: Sollte der DAX mit seiner aktuellen Kursbewegung bis zum Handelsschluss ein Aufwärtsgap reißen, müssen Sie davon ausgehen, dass diese Lücke irgendwann geschlossen wird.

Beispielsweise dann, wenn die Freude über eine vermeintliche Einigung zwischen Peking und Washington der Enttäuschung weicht, sobald es doch wieder neue Probleme gibt. Doch für CFD-Trader sind ja anders als im Online-Aktienhandel auch Short-Investments kein Problem.

 


 

Trump-Hausse nach G20-Gipfel
Grund für das kleine Kursfeuerwerk war der am Samstag in Osaka beendete G20-Gipfel. US-Präsident Donald Trump verbreitete nach seinem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping Optimismus: Das Meeting sei ausgezeichnet gewesen. Die Gespräche seien „sogar besser als erwartet“ verlaufen. Amerika werde mit China „dort weitermachen, wo wir aufgehört haben“. Trump sicherte zu, die angedrohte Ausweitung der Strafzölle vorläufig auszusetzen, womit er auf eine Vorbedingung Chinas einging. Im Gegenzug kauft China verstärkt US-Agrarprodukte.

Auch lockerte der US-Präsident die Blockade gegen den chinesischen Telekomriesen Huawei zunächst wieder, was die meisten Anleger überraschte. Die beiden Seiten hatten sich nicht mehr zu offiziellen Verhandlungen getroffen, seit Washington die Gespräche Anfang Mai abgebrochen hatte.

Als Reaktion auf die frohe Kunde zogen die Futures auf die Indizes an der Wall Street an. Angesichts der neuen Risikofreude trennten sich die Anleger von Gold. Bleibt anzunehmen, dass auch Staatsanleihen bald ein größeres Festmahl für Bären werden, falls es wirklich zu einer Einigung kommt.

Beispielsweise hatte in Australien der 10jährige Bond vorige Woche ein Rekord-Tief in der Rendite von 1,26 Prozent markiert.

 


 

Börsianer in Asien greifen zu
Die Aktionäre an den asiatischen Börsen reagierten ebenfalls mit Käufen. Der japanische Nikkei notierte zum Handelsschluss in Tokio um 2,1 Prozent höher bei 21.730 Zählern. Und der chinesische CSI-300 zog sogar um 2,9 Prozent an auf 3.936 Stellen.

 

Erdöl wieder gefragt
Auch im Energiemarkt zogen die Ölpreise an, damit bereitete sich der Markt auf den erhofften konjunkturellen Stimulus aus einer etwaigen Einigung zwischen China und den USA vor. Zudem beraten heute die OPEC-Staaten und ihre Verbündeten über die Verlängerung der Förderbremse. Für zusätzliche Nervosität sorgte der israelische Militärschlag auf Ziele in Syrien – der Angriff galt vor allem der von Iran unterstützen Hisbollah.

 

Nachholbedarf in New York
Bleibt anzunehmen, dass auch die Wall Street am heutigen Montag zulegen dürfte. Ein neuer Rekord beim Dow liegt in greifbarer Nähe. Am Freitag hatten sich die Anleger noch zurückhaltend gezeigt. So notierte der Dow Jones zur Schlussglocke 0,3 Prozent höher bei 26.599 Punkten. Der S&P 500 war am Freitag um 0,6 Prozent auf 2.941 Stellen vorgerückt. Und der Nasdaq 100 arbeitete sich um 0,2 Prozent voran auf 7.671 Punkte.

 

 

Das bringt der Tag
Heute Nachmittag rücken diverse Konjunkturdaten in den Blick. Um 15.45 Uhr läuft zunächst in den USA der Markit-Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe Juni über den Bildschirm (2. Veröffentlichung).

Um 16.00 Uhr schließlich folgt der amerikanische ISM-Index verarbeitendes Gewerbe Juni. Zeitgleich werden die US-Bauausgaben im Mai gemeldet.

 

Disclaimer

Der Inhalt dieser Publikation dient ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Es handelt sich in diesem Kontext weder um eine individuelle Anlageempfehlung oder -beratung, noch um ein Angebot zum Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Der betreffende Inhalt sowie sämtliche enthaltenen Informationen ersetzen in keiner Weise eine individuelle anleger- bzw. anlagegerechte Beratung. Jegliche Darstellungen oder Angaben zu gegenwertigen oder vergangenen Wertentwicklungen der betreffenden Basiswerte erlauben keine verlässliche Prognose oder Indikation für die Zukunft. Sämtliche aufgeführte Informationen und Daten dieser Publikation basieren auf zuverlässigen Quellen. Die Bernstein Bank übernimmt jedoch keine Gewähr bezüglich der Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der in dieser Veröffentlichung aufgeführten Informationen und Daten. An den Finanzmärkten gehandelte Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Ein Contract for Difference (CFD) stellt darüber hinaus ein Finanzinstrument mit Hebelwirkung dar. Der CFD-Handel beinhaltet vor diesem Hintergrund ein hohes Risiko bis zum Totalverlust und ist damit unter Umständen nicht für jeden Anleger geeignet. 78% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge