Gold ? der Gewinner des Risikos

Gold ist der Gewinner der letzten beiden Wochen. Dafür gibt es drei
wesentliche Gründe. Zum einen eine verringerte Wahrscheinlichkeit, dass die
Zinsen in den USA bald steigen, zum anderen der wieder steigende Yen bzw.
eine erhöhte Wahrscheinlichkeit auf weitere geldpolitische und fiskalische
Maßnahmen in Japan. In solch einem Umfeld wird ein weitaus negativer
Realzins aufgrund steigender Inflation und fallender Zinsen erwartet. Das
ist grundlegend positiv für den Goldpreis , denn dieser bietet somit die
höchste, wenn auch gar keine Verzinsung.

Zu all dem gesellt sich nun auch das Brexit-Risiko und die daraus resultierenden
anderen Risiken hinzu. Die Folge: Gold steigt.

Korrektur frühzeitig beendet
Die oben genannten Impulse bestanden im Grunde genommen bereits zu Beginn
des Jahres, weshalb der Goldpreis seit Langem einen fulminanten Anstieg
verzeichnete. Statt dem Brexit-Risiko dominierten allerdings die Risiken um
eine US-Rezession und einem möglichen Crash in China. Seitdem diese Risiken
abflauten und die Fed wieder den baldigen Zinsanstieg ins Auge fasste,
schwächelte der Goldpreis. Er fiel in Folge von 1.303 US-Dollar je Feinunze
auf unter 1.200 US-Dollar.

Das Potenzial nach unten wurde allerdings nicht ganz ausgeschöpft. Dieses
bestand meiner Meinung nach bis zu 1.160 US-Dollar je Feinunze. Und warum
wurde es nicht ausgeschöpft? Weil die ersten beiden Faktoren (US-Zinsen,
USDJPY) wieder greifen. Zudem wurden die ehemals bestehenden Risikofaktoren
US-Rezession und China-Crash durch Brexit ersetzt.

Prognose
Wer sich kurz- bis mittelfristig in Gold engagiert, sollte daher vorsichtig
bleiben, denn die nächsten beiden Wochen können das Ruder noch
herumreißen. Wie eingangs erwähnt sind die Impulse von den Notenbanken und
dem Brexit abhängig. In dieser Woche werden daher für den weiteren Verlauf
die FOMC-Sitzung sowie die Stellungnahme der Bank of Japan wichtig sein.
Ersteres findet am Mittwoch statt, letzteres Donnerstagmorgen. Im
Allgemeinen sollte man sich darauf konzentrieren, ob der US-Dollar durch
die gemachten Aussagen stärker oder schwächer tendiert.

Im ersten Fall dürfte der Goldpreis etwas Gegenwind bekommen. Sollten sich
dazu Brexit-Sorgen verringern, wäre auch das ein Faktor, der gegen den
weiteren Anstieg beim Goldpreis spricht. Aus der markttechnischen
Perspektive sollte man das Jahreshoch ins Auge fassen, was gleichzeitig
einen wichtigen horizontalen Widerstand darstellt. Ein Durchbruch könnte
alleine aufgrund der Markttechnik eine Eigendynamik entwickeln und den
Goldpreis zunächst auf bis zu 1.330 US-Dollar je Feinunze katapultieren.

Darüber käme der Widerstand bei 1.350 US-Dollar auf die Agenda der
technischen Analysten.

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