Goldpreis sucht immer noch den Boden

CMC Markets:

  • Sicherer Hafen ja, dauerhafter Liegeplatz nein
  • Goldpreis  sucht immer noch den Boden
  • Kurzfristig Abwärtspotenzial bis 1.080 US-Dollar – danach Chance auf stärkere Erholung


Als sicheren Hafen darf man das Gold immer noch nicht abschreiben. Aber die Phasen, in denen die Flucht in das Edelmetall zu höheren Preisen führt, werden immer kürzer und schaffen es nicht, das Gold aus seiner Lethargie zu reißen. Von den jüngsten Kursturbulenzen an den globalen Börsen konnte der Preis zwar profitieren, allerdings nicht in dem Ausmaß wie beispielweise der Japanische Yen. Positiv anzumerken ist, dass sich der Goldpreis von seinem heftigen Abverkauf im Juli erholen konnte und nun eine Stabilisierung zeigt. Aus charttechnischer Sicht betrüblich stimmt allerdings die Erfolglosigkeit an der Abwärtstrendlinie aus dem Januar. Nun taucht innerhalb der jüngsten Erholungsbewegung noch eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation auf, die das Potenzial hat, den Kurs zunächst zurück an die 1.080-US-Dollar-Marke zu drücken. Hält diese Marke aber erneut, ergäbe sich danach die Möglichkeit nicht nur einer Bodenbildung, sondern sogar einer stärkeren Erholung noch Ende 2015 und im Laufe des Jahres 2016.

Hohe Bewertung der Aktienmärkte
Aus fundamentaler Sicht gelten die bevorstehende Zinswende in den USA und die damit noch weiter schwindende Attraktivität dieses renditelosen Produktes wohl als größte Belastungsfaktoren. Damit einher geht die negative Korrelation zu einer andauernden Dollar-Stärke aufgrund der Zinsfantasie. Ein Faktor, der bislang noch ausgeklammert wird, ist die Tatsache, dass die US-Börsen inzwischen ziemlich hohe Niveaus erreicht haben. So beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 aktuell knapp 17 und befindet sich damit auf der oberen Seite seiner historischen Range. Aufgrund des allgemein niedrigen Zinsniveaus bleibt eine weitere Hausse der Aktien zwar durchaus denkbar. Dennoch ist vor dem Hintergrund steigender Zinsen eine weitere Steigerung der Bewertungen in diesem Tempo eher unwahrscheinlich. Nachdem die Rohstoffe und insbesondere auch Gold heftig gelitten haben, könnte sich dann der Fokus der Investoren wieder in Richtung des Edelmetalls wenden.

Notenbanken als Goldkäufer weiter unterwegs
Die Zentralbanken erwarben im vergangenen Jahr netto die zweitgrößte Menge an Gold seit 50 Jahren, nach dem Höhepunkt in 2012. Im zweiten Quartal 2015 lag der Netto-Goldkauf der Notenbanken bei knapp 137 metrischen Tonnen, was zwar einen leichten Rückgang gegenüber dem sehr starken Vorjahresquartal darstellt, aber eine 11-prozentige Steigerung gegenüber dem ersten Quartal 2015. Das zweite Quartal stellte das achtzehnte fortlaufende Quartal dar, in der die Notenbanken als Netto-Goldkäufer auftraten.

Stimmung bei den Profis verbessert sich
Ein Blick auf das „Commitment of Traders“, also der Positionierung der kommerziellen Anleger, zeigt einen Anstieg der bullischen Positionierung die fünfte Woche in Folge. In Folge des heftigen Einbruchs auf ein Mehrjahrestief im Juli war das Netto-Long-Verhältnis auf den tiefsten Stand seit Beginn der Datenaufzeichnung in 2006 gefallen. Mit anderen Worten, wir sahen jüngst bereits ein Stimmungstief und nun eine Aufhellung. In der Medienlandschaft bleibt Gold allerdings ein ungeliebtes Kind. Ein schlechtes Sentiment bietet häufig bessere Einstiegschancen als ein hochgelobtes Produkt.

Charttechnik gibt Hoffnung auf Bodenbildung
Aus charttechnischer Sicht lässt sich der Rebound an der Januar-Trendlinie klar erkennen. Mit dem Bruch unter die Nackenlinie der Schulter-Kopf-Schulter-Formation ergibt sich kurzfristig ein theoretisches Kursziel von 1.080 US-Dollar. Hält diese Marke erneut, ergibt sich danach aber die Möglichkeit nicht nur einer Bodenbildung, sondern sogar einer stärkeren Erholung noch Ende 2015 und im Laufe des Jahres 2016. Nun aber ist es erst einmal wichtig für den Gold-Kurs, die zuletzt getesteten Tiefs zu halten. Bricht der Kurs unter 1.070 US-Dollar ein, droht ein Test der 61,8%-Retracements und der Aufwärtstrendlinie von 2003, die aktuell um 900 US-Dollar verlaufen.

 

Von Andreas Paciorek

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