Große Bewegungen bei Nickel und Lira diese Woche

XTB: Im April wurden die Märkte komplett von der Politik dominiert und das wird sich in diesen Tagen vermutlich auch nicht ändern. Selbst als sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China etwas beruhigte, führten die angespannten Beziehungen zwischen den USA und Russland nach einem chemischen Angriff in Syrien zu größeren Preisbewegungen an den Rohstoffmärkten. Vor allem Nickel und Aluminium sind hier betroffen. Diese Situation hat auch Auswirkungen auf die Türkei, wo Präsident Erdogan vorgezogene Neuwahlen forderte, um seine Machtposition zu stärken. Dies löste wiederum eine Rallye bei der türkischen Lira aus.

Nickel

Der Nickelpreis verzeichnete in den letzten Tagen eine atemberaubende Rallye von 25% und erreichte ein Preisniveau von 16 Tsd. USD pro Tonne. Seit Anfang 2016 entspricht dies einer Verdoppelung. Doch woher kommt die Rallye? Die erste Etappe (nach der Erholung 2016) ist eine allmähliche Markterholung, da die Produktion nach unten angepasst wurde, die Nachfrage aus China stieg (50% der weltweiten Nachfrage, hauptsächlich für Edelstahl) und die Lagerbestände allmählich zurückgingen.

Die jüngsten Preisanstiege wurden durch Gerüchte verursacht, dass die USA Sanktionen gegen das russische Unternehmen Norilsk verhängen. Norilsk ist nicht nur für mehr als 10% der globalen Produktion verantwortlich, sondern auch ein Hersteller mit niedrigen Kosten. Da der Markt bereits ein kleines Defizit verzeichnet, müsste Norilsk durch chinesische Bergbauunternehmen mit höheren Kosten ersetzt werden, sodass die Auswirkungen auf die Marktpreise offensichtlich sind.

Auch wenn die derzeitigen Nickel-Lagerbestände noch als relativ groß angesehen werden können, würden diese in nicht weniger als einem Jahr verschwinden, wenn Russland komplett aus dem Nickelmarkt heraus ist. Wie Sie auf dem Chart sehen können, ist die inverse Beziehung zwischen Preisen und Lagerbeständen ziemlich groß.


Der NICKEL-Preisanstieg hat nach einer Pause und einem erneuten Test des Abwärtskanals an Dynamik gewonnen. Quelle: xStation 5

Bei Betrachtung des Charts ist zu beobachten, dass der Preis aus seinem Abwärtskanal ausbricht. Bis hinzu 21.850 USD ist auch kein richtiger Widerstand zu finden.

Türkische Lira: EUR/TRY, USD/TRY

Die Türkische Lira war in diesem Jahr bisher einer der größten Verlierer. Der Hauptgrund ist die Angst vor einer Überhitzung bei begrenzter Unabhängigkeit der Zentralbank. Die Zentralbank konnte die steigende Inflation und das Leistungsbilanzdefizit unter dem Druck von Präsident Erdogan nicht mit höheren Zinsen angehen.

Oberflächlich gesehen lässt der mutige Schritt von Erdogan, die Wahlen um 1,5 Jahre vor dem Zeitplan (am 24. Juni) vorzuverlegen, nichts Gutes erahnen. Erinnern wir uns daran, dass die Türken im letzten Jahr in einem umstrittenen Referendum das neue Präsidialregime nur knapp akzeptiert haben. Durch die Änderungen wird der Posten des Premierministers gestrichen und die Position des Präsidenten gestärkt.


Diese Änderungen treten jedoch erst nach den nächsten Wahlen in Kraft. In diesem Kontext fällt es schwer zu glauben, dass es Erdogan nicht nur darum geht, mehr Macht zu bekommen. Vor allem unter der Berücksichtigung, dass er in Konkurrenz mit Meral Aksener treten könnte, die die neue rechte Partei ins Leben gerufen hat. Die kommenden Wahlen könnten für sie jedoch administrative Hürden mit sich bringen.

Es könnte drei Gründe geben, warum die Märkte solch einen Schritt begrüßen würden:

  • Wirtschaftspolitik: Das ist der wichtigste. Die starke Abwertung der Lira wurde durch ein leicht rücksichtsloses Streben nach wirtschaftlichem Wachstum trotz offensichtlicher Überhitzung verursacht. Die Märkte hoffen, dass Erdogan, sobald sein Sieg besiegelt ist, diesen Kurs fortsetzt und eine geldpolitische Straffung zulassen könnte.
  • Politische Ungewissheit: Eine Bestätigung der Gerüchte zu vorzeitigen Neuwahlen würde diese Unsicherheit untergraben. Anleger wissen, was sie zu erwarten haben.
  • ​​​​​​​Geopolitische Ungewissheit: Vielleicht sogar noch wichtiger. Eine lange Wahlkampagne bei einem möglichen Rückgang der Popularität könnte populistische Schritte von Erdogan sehen. Daher könnten vorgezogene Wahlen dazu beitragen, dies zu vermeiden.


Kann die Trendumkehr anhalten? Die nächste Unterstützung bei EURTRY liegt bei 4,84. Quelle: xStation 5

Offensichtlich sind dies nur Hoffnungen. Investoren müssen Anzeichen von Mäßigung erkennen, um der Lira wieder zu vertrauen. Eines der wichtigsten Ereignisse wird das Treffen der türkischen Zentralbank nächste Woche sein. Eine Zinserhöhung könnte helfen, dieses Vertrauen wieder aufzubauen.

Fürs Erste haben die Bären wieder etwas Kontrolle über das EUR/TRY-Paar erlangt. Lange Kerzenschatten über 5,10 deuten darauf hin, dass der Markt diese hohen Niveaus nicht akzeptierte. Anleger könnten nun die untere Grenze des Aufwärtstrendkanal anstreben, die zusammen mit einem lokalen Tief bei 4,84 eine Unterstützung bieten könnte. Die nächste wäre außerdem bei 4,72 zu finden.

Weitere Währungs-Analysen:
EUR/USD: Festgefahren
EUR/USD Analyse: Ungebremste Seitwärtsphase
GBP/USD: Britische Verbraucherpreise entscheiden über weiteren Weg

Disclaimer

CFD sind komplexe Instrumente und beinhalten wegen der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. 77% der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit diesem Anbieter. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFDs funktionieren und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren. Anlageerfolge sowie Gewinne aus der Vergangenheit garantieren keine Erfolge in der Zukunft. Inhalte, Newsletter und Mitteilungen stellen keine Handlungsansätze von XTB dar. Telefonate können aufgezeichnet werden.

X-Trade Brokers Dom Maklerski S.A. German Branch ist Finanzdienstleister mit registriertem Sitz in der Mainzer Landstraße 47, 60329 Frankfurt am Main, Deutschland, eingetragen im Handelsregister beim Amtsgericht Frankfurt am Main, Deutschland; Handelsregisternummer: HRB 84148. X-Trade Brokers Dom Maklerski S.A. German Branch ist registriert bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und unterliegt grundsätzlich der Aufsicht und Kontrolle der polnischen Finanzaufsichtsbehörde KNF.

Weitere News Beiträge Weitere News Beiträge