Hagelschaden? So verhalten Sie sich richtig

Allianz: „Schatz, willst du den Wagen eben noch in die Garage fahren? Es soll gleich Gewitter geben!“ Doch Schatz will gerade nicht und lässt das Auto vor dem Haus buchstäblich im Regen stehen. Einen eisigen Wolkenbruch später kommt dafür die Quittung: Das Familien-SUV ist von kleinen Einschlägen übersät. Hagelschaden heißt das bei Ihrer Autoversicherung. Und den bezahlt Ihre Teil- oder Vollkasko, wenn Sie ein paar Dinge berücksichtigen:

Melden Sie den Schaden Ihrer Versicherung
Da Ihre Kfz-Versicherung Hagelschäden am besten feststellen kann, wenn ein zeitlicher Zusammenhang zwischen dem Unwetter und Ihrer Schadenanzeige besteht, sollten Sie den Hagelschaden innerhalb der nächsten Tage Ihrem Versicherer melden. Die Versicherung teilt Ihnen dann die Kontaktdaten des Gutachters mit, den sie mit der Prüfung Ihres Fahrzeugs beauftragt. In der Regel dauert es nur ein paar Tage, bis Sie einen Termin verabreden können.

Sie können in dieser Zeit das Auto ganz normal weiter nutzen – es sei denn, die Scheiben sind beschädigt. Dann müssen Sie aus Sicherheitsgründen bis zur Reparatur auf Ihr Auto verzichten, da Glas ein sicherheitsrelevanter Fahrzeugbestandteil ist.

Bereiten Sie sich auf den Gutachter vor – eine Checkliste
Der Gutachter untersucht Ihr Auto auf Beschädigungen, etwa mit einem sogenannten Dellenreflektor und speziellen Beleuchtungstechniken, mit denen er die Schäden im Lack und im Blech sichtbar macht. Damit der Sachverständige am Begutachtungstag sämtliche Schäden aufnehmen kann, die die Eisbrocken an Ihrem Wagen verursacht haben, sollten Sie diese drei Tipps beherzigen:

1. Fahren Sie mit Ihrem Auto vor dem Termin noch mal durch die Waschstraße – so werden gesprungene Autoscheiben, Einbuchtungen im Blech und abgeplatzte Stellen im Lack besser sichtbar.

2. Das Auto muss trocken sein, die Sonne sollte nicht direkt darauf scheinen. In der Regel begutachten die Sachverständigen die Fahrzeuge in großen Hallen, da es nach einem Hagelschauer meist mehrere Versicherungsfälle an einem Ort gibt.

3. Denken Sie daran, Ihre Fahrzeugpapiere mitzunehmen. Um die Kosten für die Reparatur, die Wertminderung oder den Restwert für Ihren Wagen korrekt einzuschätzen, braucht der Sachverständige die genauen Daten Ihres Autos.

 


 

Auch eine Sammelbesichtigung ist möglich
Meist beschädigt ein Hagelsturm nicht nur einzelne, sondern mehrere Autos. Gutachter laden dann zu Sammelbesichtigungen ein – auch „Dellenkino“ genannt. Sie finden auf großen Parkplätzen oder in Lagerhallen statt, wo mehrere Sachverständige mit Dellenreflektoren die Autos nach Schäden absuchen. Oder es ist ein Hagelscanner im Einsatz, der mit hochauflösenden Kameras die Oberfläche und über Reflektionsunterschiede die Einschläge vermisst.

Lassen Sie Ihr Auto erst nach dem Gutachten reparieren
Der Gutachter erstellt seinen Bericht für die Versicherung, von dem Sie eine Kopie erhalten. Erst wenn Sie diese in den Händen halten, können Sie Ihr Auto instand setzen lassen. Wichtig: Lassen Sie den Schaden nie ohne Gutachten beheben, da es für verschiedene Hageldellen unterschiedliche Reparaturverfahren gibt.

Das müssen Sie bei einem Leasingwagen wissen
Wenn Ihr Leasingfahrzeug einen Hagelschaden hat, sollten Sie dies direkt Ihrem jeweiligen Leasinggeber melden. In aller Regel enthalten Leasingpakete einen Versicherungsschutz für solche Fälle. Je nach Vertrag müssen Sie also maximal den Selbstbehalt bezahlen.

Tipp: Auch wenn Sie an Ihrem Leasingfahrzeug einen Hagelschaden nur vermuten, wenden Sie sich am besten sofort an Ihren Leasinggeber und lassen den Wagen begutachten. Damit beugen Sie unerwünschten Diskussionen vor, falls nach Ablauf Ihrer Leasingdauer unentdeckte Hagelschäden auftauchen, deren Reparatur Sie bezahlen müssen.

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