Historischer Tag | Europäische Märkte vielversprechend

ThinkMarkets:

Der historische Tag ist da, und im Angesicht dessen werden Trader den Sterling innerhalb der ersten paar Stunden nach der Auslösung von Artikel 50 durch Theresa May sehr genau beobachten. Sie hat das Dokument Dienstagabend unterzeichnet, und es wird um 12:30 Uhr BST an Donald Tusk ausgehändigt wird – dem Mann der für die Europäische Union verantwortlich ist.
 

Der 29.03.2017 ist der erste Tag eines neuen Kapitels, einer neuen Beziehung, mit der Hoffnung auf den Abschluss eines Deals, sobald die Aufregung sich gelegt hat. Es wird ein extrem skrupelloser, hässlicher und erbitterter Kampf werden, da beide Seiten für ihre eigenen Interessen kämpfen werden, ohne die Interessen der jeweiligen Gegenpartei zu berücksichtigen.
 

Die Zukunft ist von Unsicherheit geprägt, und an dieses Element sind hohe Kosten gebunden, und wie bei jedem anderen Kampf wären friedliche Mittel und Wege zur Erreichung eines Deals die beste Lösung für beide Parteien.
 

Theresa May hat versprochen, in ihren Verhandlungen das Interesse jeder einzelnen sich im Vereinigten Königreich befindlichen Person zu vertreten, und ist fest entschlossen, diesen Kampf über die nächsten zwei Jahre fortzuführen. Sobald ihr Brief an seinem Ziel eintrifft, hat die EU 48 Stunden Zeit um darauf zu antworten, und wir denken, dass diese Zeit essentiell ist, wenn Sie ein Devisen-Trader sind.
 

In diesem Brief kommt es am meisten auf dessen Grundhaltung an, da diesen heikle Themen beinhaltet, wie der Zugang zum freien Markt, die Adressierung des freien Personenverkehrs, die Rechte von Bürgern der EU und des Vereinigten Königreichs, die jenseits der Grenze ihres eigenen Landes arbeiten, sowie die Austrittskosten von £50 Milliarden Pfund Sterling. Diese heiklen Angelegenheiten sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre aufgelöst werden– eine sehr optimistische Haltung, und wenn nichts erreicht wird, blühen beiden Parteien jahrelange Gefechte vor Gericht.
 

In Anbetracht der jüngsten Sterlingerholung ist es womöglich ratsam bereits vor der Auslösung des Artikel 50 Gewinne aufzunehmen, da diese trotz dass sie als unbedeutendes Ereignis bezeichnet wird, ein historisches Event ist und daher innerhalb der nächsten Tage für höhere Volatilität sorgen wird. Der Hauptgrund für die Währungsstärke (wie bereits einige Male erwähnt) ist die Belastbarkeit der Wirtschaftsdaten gegen den Konsens und die steigende Inflation des Landes, die die Bank von England auf Trab hält. Der währungspolitische Ausschuss (MPC) bedient sich einer hawkishen Haltung, obwohl es einige Zeit dauern könnte, bis diese zum Vorschein tritt. Gleichwohl ist dies für die nächsten Monate ein Haupteinflussfaktor für die Währung und ein wesentlicher Aspekt für die Märkte.

Neben anderen Währungen, könnte der Euro zudem eine höhere Volatilität erleben. Schließlich ist dieser die zweite Währung, die eine Erschütterung erleben wird, wenn zahlreiche Unternehmen ihre Verbindungen mit dem Vereinigten Königreich auflösen werden. Das EUR/GBP Paar wird an diesem besonderen Tag eine Menge an Aufmerksamkeit auf sich ziehen, und es ist wahrscheinlich, dass innerhalb der nächsten Tage in Anbetracht dieses Ereignisses mehr Stärke aus dem Euro hervortreten wird.
 

In den USA haben die Daten zum Verbrauchervertrauen den Dollar aus seinen dunklen Zeiten herausgeholt, nachdem Trumps Gesundheitsreform zu Scheitern kam. Die Verbraucherdaten zeigen, dass es keine Kaufrückhaltung gibt. Dies brachte am Dienstag Erholung in die US-Märkte. Wir erwarten, dass die Schwarzmalerei von Trumps gescheiterter Gesundheitsreform bald verblassen wird, da es das Steuerkonzept und der Infrastrukturplan sind, die am Bedeutendsten sind. Es ist höchst wahrscheinlich, dass Mr. Trump die Allgemeinen Geschäftsbedingungen genau studieren wird, bevor er den Gesetzentwurf dem Senat vorlegt. Dieser Gesetzentwurf wird das Aufmerksamkeitszentrum für die US-Märkte sein und wird das Handelsgeschehen antreiben.
 

Der bestehende Pullback des Dollars war eine Chance, im Speziellen da sowohl die US-Notenbank Fed als auch die Wirtschaftsdaten das Sentiment unterstützen. Die Fed-Vertreter sendeten am Dienstagabend die Nachricht aus, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass zwei weitere Zinsanstiege stattfinden werden.

Autor: Naeem Aslam

Die hier formulierten Gedanken und Meinungen sind ausschließlich die des Autors und spiegeln nicht zwingend die Ansicht von ThinkMarkets wider. Dieser Kommentar dient lediglich zu Informationszwecken und sollte nicht als Anlageberatung betrachtet werden. Jegliche Prognosen über künftige Marktentwicklungen sind indikativ. Die Entscheidung, beschriebene Techniken, Ideen und Vorschläge umzusetzen, liegt alleine im Ermessen des Lesers.

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