Inflationsgefahr: EZB-Räte deuten Zinsschritt an

Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte wegen des Ölpreisschubs im Zuge des Iran-Kriegs und der Aussicht einer steigenden Inflation auf eine Zinserhöhung im April zusteuern.

„Nach aktuellem Stand ist es denkbar, dass sich die mittelfristigen Inflationsaussichten verschlechtern und die Inflationserwartungen nachhaltig steigen, was eine restriktivere Geldpolitik wahrscheinlich notwendig machen würde“, sagte Bundesbankpräsident und EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel in den Medien. Er fügte hinzu, dass „zuverlässigere Daten hierzu voraussichtlich bereits bei der nächsten Sitzung des EZB-Rats in sechs Wochen vorliegen werden“.

Nagel erinnerte auch an den starken Anstieg der Inflation im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022. Damals stand die EZB in der Kritik, den Preisschub lange unterschätzt zu haben. Das solle diesmal nicht wieder so sein.

 

„Erhöhung wahrscheinlicher als Senkung“

Frankreichs Notenbankchef François Villeroy de Galhau signalisierte ebenfalls Handlungsbereitschaft: „Wir bleiben am Ball und sind bereit zu handeln“, sagte er laut Medienberichten. Konkreter wollte er allerdings nicht werden – über den weiteren Kurs werde in jeder Sitzung einzeln entschieden. Eine Zinserhöhung sei jedoch wahrscheinlicher als eine Senkung, sagte er.

Am Freitagmorgen schloss sich auch das lettische Ratsmitglied Mārtiņš Kazāks Nagel und de Galhau an. Ihm zufolge werde die EZB die Entwicklungen aufmerksam beobachten und sich „dann in den nächsten Sitzungen – die nächste findet bereits im April statt – mit den notwendigen geldpolitischen Maßnahmen befassen“, sagte er.

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