Kaufkraft: Wo Ihre Rente mehr wert ist!

CreditPlus Bank: 1.000 Euro sind offenbar nicht überall 1.000 Euro. Zumindest bekommen Rentner mancherorts mehr für 1.000 Euro Rente als andere Senioren in Deutschland.

Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos im Auftrag der Initiative "7 Jahre länger" des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt, dass die Kaufkraft der Rente innerhalb Deutschlands um bis zu 50 Prozent variiert.

In Holzminden gibt es am meisten fürs Geld
Wie weit die Rente reicht, hängt also nicht nur vom jeweiligen Rentenanspruch ab, sondern zu einem erheblichen Teil auch davon, wo ein Rentner lebt. München ist gemeinhin als teures Pflaster bekannt, das gilt auch für Rentner. Rund 1.300 Euro müssen Rentner hier monatlich für ihren Lebensunterhalt aufbringen.

 

Im Bundesdurchschnitt liegen die Lebenshaltungskosten von Rentnern bei 1.000 Euro. Es geht aber auch deutlich günstiger: Im niedersächsischen Holzminden lassen sich die monatlichen Ausgaben eines Durchschnittsrentners bereits mit rund 860 Euro bestreiten. Damit ist die Kaufkraft der Rente im dem Landkreis im oberen Weserbergland um 50 Prozent höher als in München.

 

1.000 Euro Rente sind hier real knapp 1.160 Euro wert, in der bayerischen Landeshauptstadt sind es gerade einmal 767 Euro.

Kaufkraft der Rente in Großstädten geringer
Grundsätzlich gilt, dass die Kaufkraft der Rente in Großstädten geringer ist als in ländlichen Regionen. Dies liegt vor allem an den deutlich höheren Kosten für das Wohnen. So ist es wenig überraschend, dass sich neben München auch Hamburg mit 874 Euro Kaufkraft pro 1.000 Euro Rente, Stuttgart (884 Euro), Düsseldorf (912 Euro) und Berlin (943 Euro) unter den 10 teuersten Städten und Landkreisen für Rentner finden.

 

Am meisten erhalten Ruheständler in Sachsen-Anhalt für ihr Geld: In elf der insgesamt 14 Kreise des Landes liegen die Lebenshaltungskosten für Rentner unter dem Bundesdurchschnitt. Selbst in der Landeshauptstadt Magdeburg entspricht eine Rente von 1.000 Euro einer Kaufkraft von 1.067 Euro.

Nord-Süd-Gefälle: Teures Pflaster Oberbayern
Insgesamt ist die Kaufkraft der Rente mit Ausnahme von Berlin und Potsdam im Osten der Republik überdurchschnittlich. Aber auch im vielerorts strukturschwachen Niedersachsen reicht die Rente oft weiter als im Rest Deutschlands: Immerhin 10 der 50 günstigsten Kreise für Ruheständler befinden sich in dem Flächenland.

 

Im wirtschaftlich starken Süden der Bundesrepublik sieht es hingegen ganz anders aus – auch abseits der Metropole München ist das Leben für Senioren hier oft überdurchschnittlich kostspielig. Von den 50 teuersten Kreisen für Rentner liegen 40 in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen. Vor allem in Oberbayern kann es für Senioren mit kleiner Rente schwierig werden, sieben der zehn teuersten Kreise für Senioren liegen in der Region.

 

Neben dem Landkreis München, in dem 1.000 Euro mit einer Kaufkraft von 843 Euro nur unwesentlich mehr wert sind als in der Landeshauptstadt selbst, zählen auch der Landkreis Starnberg (831 Euro), der Landkreis Miesbach (850 Euro), der Landkreis Dachau (861 Euro), der Landkreis Ebersberg (866 Euro) und der Landkreis Fürstenfeldbruck (869 Euro) zu den Top 10 der teuersten Wohnorte für Rentner. Es existiert also ein regelrechtes Nord-Süd-Gefälle hinsichtlich der Kaufkraft der Rente.

Besonderheiten im Konsumverhalten von Senioren
Für die Untersuchung wurden die Lebenshaltungskosten von Rentnern in insgesamt 402 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten analysiert. Um dabei den besonderen Lebensumständen von Senioren gerecht zu werden, wurde der allgemeine Warenkorb des Statistischen Bundesamts, der in der Regel zur Bestimmung von Lebenshaltungskosten herangezogen wird, entsprechend modifiziert.

 

Ausgaben für die Gesundheit, beispielsweise für medizinische Behandlungen und Arzneien, wurden höher gewichtet als im allgemeinen Warenkorb. Verkehrskosten hingegen wurde eine geringere Bedeutung eingeräumt, da Rentner in den meisten Fällen keinen täglichen Arbeitsweg mehr zurücklegen müssen.

 

 

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