Öl: Experten erwarten kurzfristig weitere Kürzungen der Fördermengen

Mit Optionsscheinen von steigenden Ölpreisen profitieren

Es war der größte Tagesverlust für Rohöl in mehr als sieben Jahren: Am gestrigen Mittwoch fiel der Preis für ein Barrel Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) an der New Yorker Terminbörse um 5,78 US-Dollar auf einen Schlussstand von 42,80 US-Dollar. Auch der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent rutschte ab. Händler führen dies darauf zurück, dass die US-Öllagerbestände in der vergangenen Woche stärker als erwartet angestiegen sind – was eine sinkende Nachfrage signalisiert. Nach Ansicht von Rohstoffexperten der Société Générale sind diese Faktoren aber mittlerweile in den Ölnotierungen eingepreist. Für die kommenden Wochen rechnen sie wieder mit deutlichen Preissteigerungen und verweisen dabei zum einen auf den Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine, der Versorgungsunternehmen dazu zwingen könnte, von Gas auf Öl umzusteigen, und zum anderen auf weitere Senkungen der Förderquoten durch die OPEC. Die Analysten erwarten für Januar und insbesondere Februar deutliche Produktionsdrosselungen, die den Ölpreis nach oben treiben dürften. Für Anleger, die überproportional von einem Anstieg des Ölpreises profitieren möchten, kommen Optionsscheine in Frage. Die Société Générale hat ihr Angebot in diesem Bereich jetzt noch einmal deutlich ausgebaut und allein rund 80 Call-Optionsscheine auf Brent-Öl emittiert.

Überproportionale Gewinne mit Optionsscheinen

Der Vorteil von Optionsscheinen ist, dass sie dem Anleger die Chance bieten, überproportionale Gewinne zu erzielen. Die Idee dieser Produkte ist im Prinzip recht einfach: Der Anleger bezahlt einen bestimmten Betrag und erhält dafür das Recht, an einem späteren Zeitpunkt oder spätestens am Laufzeitende einen bestimmten Basiswert zu einem vorher festgelegten Preis kaufen (Call) beziehungsweise verkaufen (Put) zu dürfen. Optionsscheine bieten dabei sehr hohe Gewinnchancen, wenn sich der Basiswert in die erwartete Richtung bewegt. Mit einem kleinen Einsatz können Investoren dann prozentual gesehen deutlich höhere Erträge erzielen als mit einem Direktinvestment in den Basiswert. Der Grund ist, dass der Preis eines Optionsscheins viel geringer ist als der Preis, der für den direkten Kauf des Basiswertes aufgewendet werden muss. Mit Call-Optionsscheinen können Anleger dabei überproportional von steigenden Kursen profitieren, mit Put-Optionsscheinen können sie hohe Gewinne bei fallenden Kursen erzielen – letzteres ist bei Direktinvestments nicht möglich. Für den Fall, dass Anleger trotz der Aufwärtstendenzen zwischenzeitlich mit sinkenden Ölpreisen rechnen, kann er sich für einen der rund 20 neuen Put-Optionsscheine auf Öl entscheiden.

„Anleger sollten allerdings beachten, dass der Wert eines Optionsscheins nicht nur von der Entwicklung des Basiswertes abhängt“, erklärt Andreas Kotula, Zertifikate-Experte bei Société Générale. „Mitentscheidend für die Wertentwicklung während der Laufzeit ist auch die implizite Volatilität.“ Als Faustregel gilt: Je größer die erwartete Schwankungsbreite des Basiswertes, desto wertvoller werden Optionsscheine. Nimmt die implizite Volatilität hingegen ab, verlieren Optionsscheine in der Regel an Wert. Wer diesen Einflussfaktor ausschließen möchte, kann sich auch für Tracker-Zertifikate auf Öl entscheiden. Sie spiegeln die Wertentwicklung des jeweils zugrunde liegenden Terminkontraktes eins zu eins wider – bieten dabei aber nicht die Chance auf überdurchschnittliche Renditen.

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