Lufthansa: Politisches Umfeld belasten Bilanz und Aktie

  • Lufthansa erzielt im 1. Halbjahr 2016 ein Adj. EBIT von 529 Mio. EUR (Vorjahr: 468 Mio. EUR)
  • Wegen zunehmender politischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten senkt der Vorstand die Prognose des Adj. EBIT 2016 auf „unter Vorjahr“.


Deutsche Lufthansa AG
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Die Deutsche Lufthansa AG erzielt im ersten Halbjahr 2016 auf Basis vorläufiger Zahlen einen Umsatz von 15,0 Mrd. EUR (Vorjahreszeitraum: 15,4 Mrd. Euro). Das Adjusted EBIT beträgt 529 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 468 Mio. Euro). Das Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe erreicht ein Adjusted EBIT von 441 Mio. EUR (Vorjahreszeitraum: 249 Mio. EUR). Die währungsbereinigten Stückerlöse sinken gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 5,2 Prozent.


Niedrigen Treibstoffkosten sparen Geld

Die um Währungseffekte und Treibstoffkosten bereinigten Stückkosten sinken gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 1,3 Prozent. In den Halbjahreszahlen nicht enthalten sind bilanzielle und ergebniswirksame Auswirkungen des noch unter Zustimmungsvorbehalt stehenden Tarifabschlusses mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO. Das kumulierte Adjusted EBIT der anderen Geschäftsfelder (inkl. Konsolidierung und Überleitung) beträgt 88 Mio. EUR (Vorjahr: 219 Mio. EUR).

Die Nettokreditverschuldung sinkt zum Halbjahresende auf 2,5 Mrd. EUR (Jahresabschluss 2015: 3,3 Mrd. EUR). Die IFRS-Eigenkapitalquote des Lufthansa Konzerns geht gleichwohl wegen des auf 1,6 Prozent (Jahresabschluss 2015: 2,8 Prozent) gesunkenen Rechnungszinses für die Pensionsverbindlichkeiten auf 10,4 Prozent zurück (Jahresabschluss 2015: 18,0 Prozent).


Unsicherheiten nehmen zu

Insbesondere aufgrund der wiederholten Terroranschläge in Europa und der seit der Bekanntgabe der ursprünglichen Prognose im März gestiegenen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit, haben die Vorausbuchungen vor allem auf Langstreckenverbindungen nach Europa deutlich nachgelassen. Eine vollständige Aufholentwicklung hält der Vorstand aus heutiger Sicht für nicht mehr wahrscheinlich. Der Vorstand der Deutschen Lufthansa AG hat deshalb in seiner heutigen Sitzung beschlossen, trotz der über Vorjahr liegenden Ergebnisse im ersten Halbjahr die Gesamtjahresprognose für das Adjusted EBIT von „leicht über Vorjahr“ auf „unter Vorjahr“ abzusenken.


Schwaches drittes Quartal erwartet

Insbesondere im dritten Quartal erwartet der Vorstand eine deutlich schwächere Entwicklung der Stückerlöse im Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe. Der Vorstand geht nun von währungsbereinigten Stückerlösen im zweiten Halbjahr von -8 bis -9 Prozent aus. Das geplante Kapazitätswachstum der Passagierairlines im Gesamtjahr wird von 6,0 auf 5,4 Prozent abgesenkt. An seiner Prognose sinkender um Währungseffekte und Treibstoffkosten bereinigter Stückkosten von ca. -2 bis -3 Prozent im zweiten Halbjahr hält der Vorstand unverändert fest.

Die Treibstoffkosten werden im zweiten Halbjahr nach aktueller Hochrechnung um ca. 350 Mio. EUR sinken. Die anderen Geschäftsfelder erwarten für das zweite Halbjahr kumuliert ein Ergebnis auf dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Etwaige Restrukturierungskosten sind in den genannten Zahlen bereits enthalten.


Hinweis der Redaktion: Übersicht über den

Lufthansa Insiderhandel

von 2007 bis 2016

 

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